Zwei Anläufe: Cowboy Junkies – All That Reckoning

Im zweiten Anlauf überzeugend: All That Reckoning von den Cowboy Junkies

Im zweiten Anlauf überzeugend: All That Reckoning von den Cowboy Junkies



hrm_logo_15x50Manchmal ist es schon betrüblich. Da kommt eine E-Mail mit einem Album-Vorschlag. Die ultimative Nicht-Verpassen-Chance. Fantastisches Album mit bahnbrechender Durchschlagskraft, das das Musikbusiness auf den Kopf stellen wird. Sensationelle Worthülsen, garniert mit einem Teaser-Stück. Das klicken Sie an, hören hinein, finden es sogar ganz nett und denken sich: Na dann mal losrezensiert. Blöd nur, wenn das Album dann irgendwie sperrig ist.

So ungefähr fühlte es sich an, als ich mich das erste Mal durch All That Reckoning hörte, das jüngste Album der Cowboy Junkies. Sechs Jahre haben sich die Folkrocker Zeit gellassen für die jüngste Scheibe. Und sie haben sich die fragile Welt als Thema gewählt, die derzeit noch etwas fragiler wirkt. Doch zurück zum Hörerlebnis:

Das Titelstück, was als Appetithäppchen angeboten worden war, hatte mich wohl auf die falsche Fährte gelockt. Und jetzt hatte ich da den Salat: Elf Stücke, von denen mich eines angefixt und der Rest irgendwas zwischen irritiert und enttäuscht hatte. Rezensiert man so ein Album noch? Oder schweigt der Gentleman und lässt die PR-Agentur anfragen, ob denn noch was kommt, worauf sich wortreich erklären lässt, warum wahrscheinlich nicht?

So wäre es wohl auch gekommen, gäbe es im Leben nicht mitunter lange Zugfahrten, auf denen das iPhone im Shuffle-Mode die Playlist „Wildes Durcheinander“ spielt. Und da schallt etwas ans Ohr, das ganz charmant ist. Nur… – wer ist das?

The Things We Do To Each Other sagt der Sperrbildschirm. Aha? Und von wem ist das bitteschön? iPhone entsperren, iTunes aufrufen – und staunen: Cowboy Junkies steht da. Das Frustalbum? Im Ernst? Tja, offenbar. Was zu einer reflektierender Einkehr nötigt: Habe ich mich wohl beim ersten Hören auf ein Stück und nicht eine Band eingeschossen. Klassischer Fehler, aber jederzeit wirksam.

Also noch mal reinhören. Mit Folgen: Die Cowboy Junkies halten im Grunde schon ihr Versprechen aus dem Eröffnungs-, Titel- und Teaser-Stück All That Reckoning. Statt eine Playlist von aufregenden und beschwichtigen Stücken aneinander zu reihen, wie das sonst so üblich ist, zieht das Album einfach durch, was von Anfang an versprochen war: Ruhig, nachdenklich, stimmungsvoll. Und weit überwiegend folkrockig und halb akustisch.

Die einzigen Ausreißer sind das bluerockige Sing Me A Song, das zwischenzeitlich das Tempo etwas anzieht, und Missing Children, das etwas solider antritt. Sonst aber bleibt die kanadische Combo bei der Grundlinie.

Schön ist auch die Abmischung, zum einen im Bühnenarrangement, zum anderen in der Ausgewogenheit. Der Tonmeister stellt mit feinem Gespür die jeweils aussagefähigen Instrumente an den Bühnenrand und lässt den Rest einen Schritt zurück treten, was beinahe schon subversiv die Dramatik stützt. Sehr nett.

Damit ist All That Reckoning kein Album, das man einfach so im Hintergrund durch dudeln lassen sollte. Ohren auf und Aufmerksamkeit schenken ist definitiv fairer, auch weil die Texte durchaus hörenswert sind.

Manchmal braucht es einen zweiten Anlauf und vielleicht auch eine andere Umgebung, damit die Ohren auf sind und hören, was da wirklich ist.


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Album-Daten

Titel: All That Reckoning
Interpret: Cowboy Junkies
Genre: Folk
Label: Proper Records
Jahr: 2018
Spielzeit: ZEIT min
Format: FLAC 96/24 / WAV 44,1/16
Als CD für ZAHL Euro bei AMAZON
Als Studio Master für ZAHL Euro bei HighResAudio




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Albedo Air I
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Geräte-Tuning: je 1 Albat Manufacturer Test Chip
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
DAC-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: Audio Selection Creaktiv Sound Control Base
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Rack-Tuning: Creaktiv Erdungs-Set ci2p
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecherkabel-Tuning: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev
Stromleisten-Tuning: creaktiv Systems Power-Plug Optimizer Abschlußstecker
An diversen Stellen: biophotone Magic Akasha Sound Chips
Steckerleiste NAS und Router: iFi Audio AC iPurifier

Raum-Tuning:
E-Smog: Kemp Elektronik Schumann Resonanz Plug
Strom: Gigawatt Sicherungs-Automat G-C20A
Strom: Gigawatt Steckdose G-044
Strom: HiFi-Tuning Fremdgeräuschzerstörer & Quantenstecker
Raum: Creaktiv Air Field-Equalizer
Heizkörper: 4 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar
Fenster Hörraum: 2 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar
Spiegel Bad gegenüber Hörraum: 2 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil



Abbildungen: Proper Records


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