Zum Mitfeiern: Kazuki Yamada und Orchestre de la Suisse Romande

Schöner Klang, schön gespielt: Kazuki Yamada und Orchestre de la Suisse Romande - Roussel: Bacchus et Ariane - Debussy: 6 Épigraphes antiques - Poulenc: Les biches

Schöner Klang, schön gespielt: Kazuki Yamada und Orchestre de la Suisse Romande – Roussel: Bacchus et Ariane – Debussy: 6 Épigraphes antiques – Poulenc: Les biches



hrm_logo_15x50Wer hätte da nicht gerne mitgefeiert? Bacchus war schließlich nicht der schlechteste Gastgeber. Und das ist auch zu hören, selbst 2000 Jahre später. Bacchus et Ariane heißt das Ballett des Franzosen Albert Roussel, das Kazuki Yamada und das Orchestre de la Suisse Romande zusammen mit Werken von Poulenc und Debussy jetzt bei PentaTone veröffentlicht haben.

Das Ballett Bacchus et Ariane entstand 1930 und gehört zum Spätwerk Roussels. Es schildert die Hochzeit des Gottes der Lebensfreude mit der Königstochter Ariadne, im Französischen Ariane. Es ist eine farbenfrohe, freudige Komposition mit viel Dynamik, aber auch zarten Momenten – perfekt für einen unterhaltsamen Abend.

Genau den will auch das Orchestre de la Suisse Romande unter dem Dirigat von Kazuki Yamada liefern. Es baut dabei auf die Klangvorstellung des jungen Japaners: Der nämlich strebt nach einem Orchesterklang so homogen und in allen Bereichen so dynamisch wie die menschliche Stimme. Ob das klappt?

Die Antwort vorweg: Ja. Und zwar besser als erwartet. Es ist erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit Yamada mit dem Orchestre de la Suisse Romande die verschiedenen Stimmungen der Partitur herausarbeitet. Wobei es so überhaupt nicht nach Arbeit klingt, ganz im Gegenteil:

Die Leichtigkeit der Einspielung überrascht ebenso wie ihre Präzision. Und die hörbare Authentizität dieses bacchantischen Spiels, die einen mit auf die Hochzeitsfeierlichkeiten nehmen, mit allen Aufs und Abs und dem Erscheinen der wunderschönen Braut nebst ihres munteren Mannes.

Aber Yamada nebst Orchester können auch anders. Nicht schlechter, sondern melodisch exquisit. Dafür braucht es natürlich einen Claude Debussy, so dass auch dieser seinen Weg auf das Album gefunden hat. Zur Abwechslung sind Six épigraphes antiques zu hören, sechs sanfte wie melodiösen Preziosen der französischen Romantik.

Durchgängig gefällt das äußerst einfühlsame Interpretation der sechs épitgraphes, und auch hier macht sie die hervorragende Akustik der Pentagone-Aufnahme bezahlt, die bis in die Details eine erstaunliche Transparenz schafft. Das gilt für die Frequenzfülle des düsteren Gongs in Pour un Atombeau sans nom ebenso wie für die Zartheit und Unmittelbarkeit, mit der die Harfe in Pour la danseuse aux craotles den Raum mit Klang erfüllt.

Dritter im Bunde ist Poulenc, der nicht mit Orgelwerken, sondern mit Les Biches glänzen darf, einer kompositorischen Dichtung über Hirschkühe. Und dass mir jetzt keiner lacht! Denn Poulenc hat, ganz Kind seiner Zeit, die naturalistische Glückseligkeit gekonnt zu Papier gebracht, und von dort haben es Yamada und das OSR ebenso gekonnt in die Luft getragen. Einschließlich der Überraschungs-Eier.

Das einleitende Rondeau sprudelt unbeschwert, fröhlich und ausgelassen wie muntere Kinder aus den Lautsprechern. Und so geht es weiter: Adagietto wird als beschwingter Reigen von Fagott und Streichern durch den Wald getragen, was aber trügt, denn es mangelt nicht an Brüchen in der Komposition, die von den Musikern deutlich, aber sanft in das Klangbild eingeflochten werden und trotz Dissonanz und differenter Rhythmen niemals den Fluss gefährden. Oder… –

… ach, hören Sie es besser selbst. Die PentaTone-Aufnahme ist wahrlich glanzvoll. Das Orchester optimal auf die Bühne sortiert, in Breite und Tiefe beispielhaft authentisch, mit einem warmen Grundklang ausgestattet und äußerst transparent bis in die Details. Dazu ein Klangkörper feinfühlig und dynamisch, den der junge Dirigent als einheitliche Stimme führt. Womit sein Projekt definitiv geklappt hat.

Das verdient Applaus, selbst vor den Lautsprechern.


Album-Daten

Titel: Roussel: Bacchus et Ariane – Debussy: 6 Épigraphes antiques – Poulenc: Les biches
Interpret: Kazuki Yamada und Orchestre de la Suisse Romande
Genre: Klassik
Label: PentaTone
Jahr: 2016
Spielzeit: 1.15:16 min
Format: FLAC 96/24
Preis: 17,50 Euro
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup
Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: PentaTone

icon artikel mailen

Das könnte Dich auch interessieren …