Wie man sich bettet… – Racks und der Klang

Mit dem neuen BoxIT Racksystem will creaktiv mehr Charme für die Hifi-Komponenten bieten und den WAF für Audiophiles erhöhen

Mit dem neuen BoxIT Racksystem will creaktiv mehr Charme für die Hifi-Komponenten bieten und den WAF für Audiophiles erhöhen



hrm_logo_15x50Guter Klang braucht ein stabiles Fundament. Was in der Komposition für die Basslinien gilt, muss bei der Wiedergabe-Kette das Rack erledigen. Möglichst. Denn es ist nicht bloß Gerätehalter. Es ist Schockabsorber, Beruhigungsmittel und Möbel in einem.

Warum ein Rack wichtig ist, worauf es bei einem Rack ankommt, warum in Deutschland das Dreibein out ist und die Erdung auch kein Thema, das haben wir mit Arno Selker von creaktiv zu klären versucht. Hier das Interview:





HighResMac: Herr Selker, warum reicht für entspannten Musikgenuss nicht irgend ein Regal?

Selker: So entscheidend wie die richtige Reifenwahl für den Sportwagen ist, so wichtig ist ein Rack für Hifi- und High-End-Geräte. 
Die richtige Reifenwahl beim Sportwagen ist letztendlich verantwortlich dafür, ob der perfekt angestimmte Sportwagen seine Souveränität auch auf die Straße bringen kann.
In gleicher Weise ist das Hifi-Rack dafür verantwortlich, ob die perfekt aufeinander abgestimmten Hifi-Komponenten ihr Potenzial voll ausspielen können.
Kein Fahrer würde mit Billigreifen, gar Runderneuerten, die Möglichkeiten seines Sportwagen einschränken wollen. Leider wird im Hifi dieser Umstand oft sträflich missachtet.
Was hochwertigen Reifen für den Sportwagen leisten, nämlich perfekte Beschleunigung, sichere Kurvenlage und kürzeste Bremswege, leistest ein hochwertiges Hifi-Rack für die perfekt abgestimmte Anlage. Es ermöglicht ein sauberes, knackiges Bassfundament, klare Mitten und Höhen, eine natürlich räumliche Darstellung und einen nie gehörten Detailreichtum. 



HighResMac: Die meisten Racks haben vier Beine, stabiler wäre doch aber ein Dreibein – und unter dem Aspekt der Entkopplung doch sicher auch eher sinnvoll…

Selker: Stimmt, drei Beine stehen unabhängig von der Bodenbeschaffenheit stabil und wackeln nicht. Wir haben früher auch Dreibein-Racks eines englischen Herstellers im Programm gehabt, aber die Kunden wollen ganz offensichtlich Vierbein-Racks. Auch eine Version mit fünf Beinen haben wir eine Zeit lang angeboten, drei Beine für den stabilen Stand, zwei minimal kürzere, damit es nicht umkippt, falls jemand dagegen rempelt. Ausgesehen hat es wie ein Vierbein, aber gefragt war es auch nicht.



HighResMac: Also auf allen Vieren, entgegen der Physik. Die haben wir immerhin noch auf anderen Feldern, was zu der Frage führt, wie wichtig es ist, ein Rack auf Spikes, Kegel oder andere Entkoppler zu stellen?

Selker: Nein, natürlich nicht entgegen der Physik, sondern mit der richtigen Sorgfalt bei der Aufstellung. Auch ein Vierbein steht sicher auf drei Beinen und das entsprechende vierte Bein muss sorgfältig justiert werden. Jedes unserer Hifi Racks oder Audio Schrank-Systeme wird serienmäßig mit höhenverstellbaren Füßen ausgeliefert, um diese wichtige Einstellung vornehmen zu können. 
Unsere Audio-, Alu- und Reference Line werden sogar serienmäßig mit justierbaren Bodenkegeln mit Kontermuttern und Unterlegscheiben ausgeliefert. Diese Bodenkegel ermöglichen einen sichern und festen Stand – das Ankoppeln – auch bei weichem Untergrund wie Teppichboden. 
Zudem wirkt ein Kegel als mechanische Diode und leitet somit Resonanzen zum Untergrund ab. Auf diesen Vorteil sollte auf keinen Fall verzichtet werden. 
Neben der Möglichkeit des Ankoppelns gibt es natürlich auch ausgeklügelte Entkopplungs-Füße, die je nach Rack- und Bodenbeschaffenheit zu einem noch besseren Klangergebnis führen können.
Während man bei Spikes und Kegel keine Fehler machen kann, muss die Entkopplung auf das Gewicht entsprechend abgestimmt sein. Hier ist ein Test vor dem Kauf empfehlenswert. 



HighResMac: Und wie wichtig ist es, die Rohre zu befüllen? Und kommt es dabei vor allem auf ein höheres Gewicht an oder soll die Füllung auch aktiv dämpfen?

Selker: Da scheiden sich die Geister. Es gibt das Lager derer, die ein Rack mit möglichst wenig Masse bevorzugen, also auch mit umgefüllten Rohren und die, die ein “Masse-Rack” bevorzugen, um ein maximales Fundament zu schaffen, also auch gefüllte Rohre. 
Spätestens wenn dünnwandige und lange Rohre zu Eigenklang neigen, sollte auf eine Füllung nicht verzichtet werden. 
Wir von creaktiv verwenden unser selbstentwickeltes Vier-Kammer-Antiresonanz-Rohr aus Aluminium. Die dickwandigen Rohre sind  in drei Kammern unterteilt.  und bieten bestmögliche Stabilität, sind auch ungefüllt äußerst resonanzarm und bieten mit ihrem creaktiv-eigenen Klemmmechanismus eine stabile Verbindung von Rohr zu Rohr.



HighResMac: Was ist Ihrer Erfahrung nach das beste Füllmaterial? Sand ist ja ein gern gesehener Gast in den Tiefen der Rohre, aber bei geschraubten Verbindungen wirkt Sand ja wie Schmirgelpapier auf die Gewinde?

Selker: Ja, natürlich ist trockener Quarzsand ein hervorragendes und beliebtes Füllmaterial.
Auch wir bei creaktiv verwenden Quarzsand neben anderen Materialen wie nichtmagnetische Edelstahkugeln, Keramik- und Glaskugeln in unterschiedlichen Durchmessern für unsere Füllungen. 
Weshalb wir aber unsere Rohrfüllung dringend empfehlen liegt insbesondere daran, dass die komplette Füllung mit unserer ci2p Technologie versehen ist, die nachweislich elektrische und elektromagnetische Störfelder deutlich reduziert, damit die Elektronik im Rack ungestörter aufspielen kann.



HighResMac: Was bringt die ci2p-Technologie, also die creaktiv integrated information process Technologie? 

Selker: Die ci2p Technologie wird von uns bereits seit 2004 angewandt und reduziert deutlich elektrische und elektromagnetische Störfelder.
Diese werden zum einen von der Elektronik und von den Lautsprechern selbst produziert, zum anderen beeinflussen Hauselektrik, elektrische Geräte und hochfrequente Sender wie WLAN, Bluetooth und Dect-Telefone das Hörvermögen negativ. Bei dieser Technologie arbeiten wir mit dem Marktführer der Branche, der Firma Gabriel-Tech zusammen.



HighResMac: Beine, Rohre, Dämpfung und E-Smog wären geklärt – wie schaut es mit den Standflächen aus? Sperrholz? Spanplatte? Bändchen-verzurrtes Wunder-Voodoo?

Selker: Voodoo gibt es für mich nicht, ich bin Realist. Hifi ist ein schönes und interessantes Hobby und wer sein Hobby lebt, wird Freude daran haben eine Hifi-Anlage über die Jahre ständig zu verbessern und zu verfeinern. Dabei gilt natürlich die Devise: Probieren geht über studieren! – Was ein Hobby ja letztendlich ausmacht. 
Wir bei creaktiv verwenden verschiedene Materialien für unsere Produkte. Bei der Einstiegs-Serie, der Trend Line, setzen wir auf eine hochverdichtete Spanplatte und erzielen damit gute Ergebnisse. Ein echtes Preis/Leistungs- Genie.
Die Audio Line ist ein Mix aus Ahorn-Profilleisten und Birke-Multiplex. Zusammen mit den gefüllten Vier-Kammer-Antiresonanz-Rohren, den serienmäßigen Bodenkegel und den optional erhältlichen Absorberplatten, ein echtes Highend-Rack.
Unsere Reference Line bietet gleich zwei Absorbersysteme, das eine für Tritt- und Körperschall, der auf das Rack einwirkt, das andere für die Resonanzableitung der auf dem Rack platzierten Geräte. 
Auf die Verwendung von Spannseilen haben wir bewusst verzichtet, weil die Abstimmung mit unterschiedlichen Geräten und deren Gewichte sehr aufwendig ist und in der Praxis häufig Anwendungsfehler provoziert.



HighResMac: Würde es nicht auch reichen, eine resonanzarme MDF-Platte zu nehmen und die Komponenten mit Spikes zu entkoppeln?

Selker: Natürlich, für denjenigen, der mit weniger zufrieden ist. Alle anderen, die das gesamte Potenzial Ihrer Hifi-Komponenten hören wollen, werden um ein gutes Hifi-Rack nicht umher kommen. 



HighResMac: Die Bodenkegel meines Racks haben ci2p-Chips auf den Kontermuttern kleben – ist das Serie bei creaktiv?

Selker: Ja, das ist seit 2016 Serie bei den Bodenkegeln und erfüllt gleich zwei Aufgaben. Mechanisch erleichtert der ci2p Chip das Kontern und lösen der Kontermutter und weist zweitens darauf hin, dass die Kegel mit der ci2p Technologie behandelt sind.
Das bedeutet übrigens, dass auch Racks anderer Fabrikate neben der Funktion der mechanischen Diode auch von der ci2p Technologie profitieren können, wenn sie eine Aufnahme mit M8-Gewinde haben.



HighResMac: Wie verhält es sich mit dem Thema Erdung von Racks? Ist es sinnvoll, die Beine des Racks an der Erdung des Verstärkers anzuschließen?

Selker: Die Erdung ist sehr wichtig, das ist schon seit jeher bekannt, aber leider in den vergangenen 20 Jahren vernachlässigt, gar vergessen worden. 
Wir von creaktiv haben vor 6 Jahren das Thema wieder aufgegriffen und ein neues Vier-Kammer-Antiresonanz-Rohr entwickelt, das in jedem unserer Racks verwendet werden kann. Es ist so möglich, jede Komponente zu Erden und über ein speziell dafür vorgesehenes Ableitungskabel mit Erdungsstecker die klangschädlichen Störungen abzuleiten.



HighResMac: creaktiv bietet für seine Racks auch einen Kabelkanal an, der an der Rückseite des Racks verschraubt wird – also grausam in das oberste Tableau? Oder gibt es eine spezielle, pfiffige Unterlegscheibe mit einer passenden Aufnahme? 
 
Selker: Nein und das hat einen vernünftigen Grund. Der Kunde muss die Möglichkeit haben, den Kabelkanal genau dort zu platzieren, wo er ihn benötigt. Das muss nicht zwingend mittig, sondern kann auch mehr links oder rechts sein. Hier ist es sinnvoll dem Kunden freie Wahl zu lassen. Mit nur einer mitgelieferten Schraube ist die Montage sehr einfach.



HighResMac: Und in den Kabelkanal sollen nur die Stromkabel? Oder alles munter durcheinander? 
 
Selker: Nein natürlich nicht. Strom und Schwachstrom sollten sinnvollerweise getrennt geführt werden. Dies ist um so wichtiger, wenn die Kabel nur schlecht oder gar nicht geschirmt sind. In so einem Fall sollte man sogar auf einen Kabelkanal verzichten.



HighResMac: Die Fachmesse High-End steht kommende Woche an. Was erwartet die Musik-Liebhaber zur High-End an Neuheiten von creaktiv?

Selker: Wir werden auf der High End mehrere Neuheiten vorstellen. 
Dem Besucher präsentieren wir ein neues Top Hifi-Rack, neu entwickelte Geräte-, Lautsprecher- und Rack-Dämpferfüße, neue Absorberplatten und unsere neue creaktiv BoxIT Line.



HighResMac: …die was ist?    

Selker: Die creaktiv BoxIT Line ist eine völlig neue Art von Hifi- und Audio Rack. Im Fokus meiner Entwicklung stand ein modernes Hifi-Rack, das an die Wand montiert wird und wie eine Tür geöffnet werden kann, um problemlos die Geräte miteinander verkabeln zu können. Herausgekommen ist ein zeitgemäßes, unverwechselbares Rack-System das natürlich auch highendigen Bedürfnissen gerecht wird und einen hohen Women’s Acceptance Factor besitzt. Das BoxIT ist einfach zu montieren und kann nachträglich problemlos erweitern oder an neue Geräte angepasst werden. Das BoxIT Turntable ist das elegante Wandregal auf dem ein Plattenspieler sicher und stabil platziert werden kann. Sondermaße und Ausführungen sind, wie auch bei allen anderen creaktiv Produkten, auf Anfrage möglich. 



HighResMac: …und was tut ein Rack global gesehen der Musik nun eigentlich Gutes – egal welches Rack?

Selker: Ein Hifi-Rack auf hohem Niveau schöpft das Klangpotenzial der elektronischen Komponenten voll aus.
Das Resultat sind ein deutlicher Gewinn an Differenziertheit, Klarheit, definierter Räumlichkeit und damit verbunden Emotionalität. Man ist mehr am „Live“ Gefühl dran.



HighResMac: Vielen Dank für das Gespräch.





arno selker - creaktiv

Arno Selker ist seit über 40 Jahren im Hifi-Bereich aktiv. Er arbeitet bei der Audio Selction creaktiv GmbH, dem Hersteller der creaktiv Hifi- und Highend-Racks, und ist auch als Gabriel-Objekt-Berater aktiv.





Abbildungen: creaktiv



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