Vom Zauber der Selbst-Optimierung

Die Wege der Selbst-Optimierung führen mitunter auch in die Tiefen des eigenen Ichs.

Die Wege der Selbst-Optimierung führen mitunter auch in die Tiefen des eigenen Ichs.



hrm_logo_15x50Das Gehirn zu 110 Prozent ausschöpfen, die Leistungsreserven des Körpers über den Tod hinaus aktivieren – das Thema Selbst-Optimierung kann zu seltsamen Ideen führen. Es kann aber auch das Hörerlebnis signifikant verbessern – und das auf fast schon archaischem Wege.

Ich könnte mir jetzt den Spaß machen und die folgenden Zeilen wie einen Test aufbauen und seine Gedanken unter Überschriften wie Grundlegendes, Verarbeitung, Einsatz oder Ergebnis unterteilt erläutern. Das spare ich mir wie Ihnen aber mal und komme gleich zum Fazit: Es lohnt sich. Was genau?

Nun, mit sich und seinen Ohren kritisch ins Gericht zu gehen. Und Mutters alten Rat zu beherzigen: Putz die die Ohren, Kind!

Denn ob man(n) es glaubt oder nicht, der Gehörgang ist gar nicht immer so hilfreich, wie gedacht. Er leidet unter dem Phänomen der chronischen SAO, der schleichenden akustischen Obstuktion. Zu deutsch: Gehörgangverstopfung.

Urheber der Tonal-Blockaden ist nichts geringeres als die Eigenproduktion an Schmiermitteln für Hammer, Amboss und Steigbügel. In letzteren steigt dann auch die Überproduktion und reitet zum Licht am Ende des Tunnels. Leider geht es steil bergan und der Ritt ist beschwerlich. Es kriecht sich mehr als dass es sich reitet. Und gelegentlich rutscht Reiter A im Feld zurück, prallt auf Reiter B und bildet mit ihm ein wildes Knäuel am Fuße des Anstiegs. Misslich.

Noch misslicher ist, dass auch Reiter C den Anstieg nicht schafft, weil er schon auf dem Weg zum Aufgang in das A-B-Knäuel prallt und mit ihm verschmilzt. Fertig ist die SAO, die schleichende akustische Obstruktion. Mit entsprechenden Folgen:

Dass Sie von akustischer Obstruktion befallen sind, merken Sie an der eines Tages mit Erschrecken wahr genommenen tonalen Differenz zwischen rechts und links. Oder zwischen Erinnerung und Ist-Erlebnis. Oder in schlichten Worten:

Den Befall mit akustischer Obstruktion erkennen Sie an Mängeln in den Höhen, der Geschmeidigkeit, der Detailfülle. Und der Erkenntnis, dass der Lautstärke-Regler in den vergangenen Tagen kontinuierlich nach rechts gewandert ist, um ein identisches Schall-Erlbnis zu kreieren – was er aber nicht konnte. Der gescheiterten Reiter wegen.

Damit die Herren Equistren doch noch den Weg vor die Tür schaffen, können Sie ihnen mittels eines kleinen Werkzeugs Beine resp. Hufe machen. Es handelt sich dabei um ein in jeder Apotheke erhältliches Stäbchen aus gebogenen Draht, das an einem Ende einen kleinen Plastikgriff besitzt und am anderen Ende eine Schlaufe bildet.

Die Schlaufe ist dafür da, Pferde und Reiter nicht wie ein Kanonier mit seinem Wattestäbchen tief, fest und sicher im Gehörgang zu verankern, sondern im Gegenteil die reitendes Schar aus selbigem Gehörgang ab das rettende Tageslicht zu holen. Auf dass Diskant und Detail wieder ungehindert an das Trommelfell klopfen können.

Und das beste dieser selbst-optimierenden Tunigmaßnahme: Sie kostet selbst bei Einsatz der Luxus-Ausführung keine 10 Euro. Günstiger kann Tuning kaum noch werden.


Abbildungen: HighResMac



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