Vinnievibes – Vortex (Review)

VinnieVibes – Vortex – munterer, frischer Jazz mit Vibraphon

VinnieVibes – Vortex – munterer, frischer Jazz mit Vibraphon


hrm_logo_15x50Die niederländische Jazzszene ist lebendig, quirlig und frisch. Das beweist nun auch der Vibraphonist Vincent Houdijk mit seinem jüngsten Album Vortex, dass er mit seiner Band VinnieVibes eingespielt hat.

Vortex bietet luftig-frischen Jazz mit Einsprengseln von Rock, Pop und charmanten Balladenhäppchen, verteilt auf insgesamt sieben Stücke. Deren ruhigstes ist sicherlich Kerrara, das von weichen Trompetentönen bis sanftem Besenspiel zart ausgepolstert ist. Dynamik gewinnt es vor allem durch dichteres Spiel, verfällt dabei aber nie ins Krachrumpeln. Das sind 5:37 Minuten Entspannung und Harmonie – und das kürzeste Stück des Albums.

Mit 8:07 Minuten deutlich länger ist das Titelstück Vortex – hier ist das Saxophon tonführend. Denn auch das zeichnet die Musik von VinnieVibes aus: Es ist das Album der Band eines Vibraphonisten, aber es ist kein Vibraphon-Album, bei dem es darum geht, Mallets in allen Lebenslagen aus das Klangaluminium klopfen zu lassen.

Natürlich ist das charakteristische wie charismatische Schlaginstrument trotzdem vielfältig präsent. Aber es dominiert nur an ausgewählten Stellen – wenn es Soli spielt wie in Morsche Oko, das mit 11:03 Minuten nur 30 Sekunden unter dem längsten Stück Song for Joosje bleibt. In dem gibt es natürlich auch ein – dazu sehr lebendiges und opulentes – Vibraphon-Solo zu bestaunen.

Wer übrigens ungerade Metren schätzt, wird mit Moje Kochanie seinen Spaß haben. Es schleppt sich im 9/4-Takt durch die Membranen ans Ohr und scheint nebenbei immer wieder die interne Rhythmusstruktur zu verschieben, ohne dabei den Faden zu verlieren. Das hält allein schon wach (Neudeutsch ‚alert‘), weil am Ende jedes Durchgangs eine neue Überraschung wartet. Wie eine kleine Ohrenweihnacht.

Was gibt es sonst noch zu loben? Dass sich Vortex positiv von Bandleader-Alben abhebt, bei denen der Namensgeber seine Mitmusiker zu Stichtongebern minimiert, statt jeden sein musikalisches Potenzial ausschöpfen zu lassen. Zur Belohnung versetzen VinnieVibes einen Sternenhimmel ins Ohr des Hörers, statt ihm bloß mit einem Feuerwerk singulärer Brillanz einzuheizen.

Dennoch hakt bei Vortex die Brillanz ein bisschen, allerdings an anderer Stelle: Bei der Auflösung. Die WAV-Dateien, die wir bekamen, hatten klassische CD-Auflösung: 44,1 kHz bei 16 Bit. Das ist schmal für das Potenzial der Klänge, zumal bei so netten Instrumenten wie dem Vibraphon, das neben dem Attack der Schläger auch noch variables Vibrato, vielfarbige Obertöne und umfangreiche Klangnuancen bietet.

Trotzdem: Mit Vortex ist VinnieVibes ein Album gelungen, das mit Könnerschaft und musikalischer Vielfalt munteren und frischen Jazz präsentiert, der der holländischen wie europäischen Szene gut zu Gesicht steht.


Album-Daten

Titel: Vortex
Interpret: VinnieVibes
Genre: Jazz
Label: VinnieVibesMusic
Jahr: 2016
Spielzeit: 58:19 min
Format: WAV 44,1/16 (andere Formate ebenfalls verfügbar)
Preis: 9,99 Euro
Zu finden bei VinnieVibes



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: VinnieVibes

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