Vaterfigur vertont: Gregory Porter – Nat „King“ Cole & Me

Referenz an eine Inspiration und ein Vorbild: Gregory Porter - Nat „King“ Cole & Me

Referenz an eine Inspiration und ein Vorbild: Gregory Porter – Nat „King“ Cole & Me



hrm_logo_15x50Erst „Hey, Laura, It’s Me“ und jetzt „Hey, Laura, It’s Nat“? Der Kulturschock hat mich erst mal igelstachelig gemacht. Gregory Porter als Interpret schmalziger Jazz-Klassiker, das war so gar nicht meine Idee von einem Nachfolge-Album. Scheint Gregory Porter aber egal zu sein, und seine Argumentation hat etwas überzeugendes.

Nat „King“ Cole nämlich ist der Grund, warum Gregory Porter singt. Der Crossover-Sänger war Inspiration und auch Halt für den aktuellen Shooting-Star des vokalen Jazz. Wie das zusammenhängt?

„Meine Mutter erzählte mir immer, dass ich ihr eines Tages im Alter von fünf Jahren, ein Lied zu hören gab, das ich geschrieben und auf einer Kassette aufgenommen hatte. Aber du singst doch wie Nat King Cole, sagte sie zu mir!“, berichtet Porter.

Mit dem Namen konfrontiert, schaut sich Porter die Plattencover Coles an und denkt: „Dieser Typ da hat ja wirklich einen komischen Namen.“ Aber auch ein Bild: ein eleganter Mensch, kräftig und genauso schön, am Kaminfeuer.

Porter legte die Schallplatte von Cole auf, hörte die Stimme aus den Lautsprechern, fand, dass sie emphatisch klang und fühlte, dass sich eine Lücke schloss: Die des fehlenden Vaters. Und „als ich nun Nat Dinge wie ‘Pick yourself up, dust yourself off, start all over again’ (steh auf, staub deine Klamotten ab und fang nochmals von vorne an) singen hörte, all diese Lebenslehren, so waren sie für mich so etwas wie Ratschläge eines Vaters“, erklärt Porter.

2004 führte Porter bereits ein Bühnenstück mit dem Titel Nat „King“ Cole & Me auf. Jetzt hat er mit Hilfe des Arrangeurs Vince Mendoza, Christian Sands am Klavier, Reuben Rogers am Bass, Ulysses Owens am Schlagzeug, dem Trompeter Terence Blanchard und dem The London Studio Orchestra, das aus Londoner Profis zusammen gestellt wurde, ein Album mit Songs von Nat „King“ Cole aufgenommen.

Interessant ist, dass Porter nicht den Stil Coles nachahmt, aber auch nicht in seiner beeindruckenden Stimmbreite intoniert. Die Stücke, zumeist ruhig, sind in eben solcher Weise vokal illustriert. Ruhig. Bedächtig, könnte man schon sagen. Zurückhaltend, aber ausdrucksstark. Dabei bringt Porter jede Menge Wärme in die Lieder und sorgt für Muße. Und das alles wäre wunderbar, würde nicht…

Und zwar das Orchester den Zuckerguss der 50-er Jahre im Übermaß auf die Musik ausgießen und sie mit akustischem Violinen-Süßzeug zuschleimen. Was Dynamik und Ausdruck sein soll, wird so am Ende bloß zu abgegriffener Phrasendrescherei, zu phatasielosem Nachplappern längst überholter Genre-Zitate.

Das ist schade, denn dieser neue Gregory Porter ist gesanglich durchaus eine Entdeckung. Aber vielleicht ist es dann auch wieder nicht so schlimm: Porter-Fans werden das Album mögen, weil es 15 mal Porter in High-Res ist. Cole-Fans werden das Album mögen, weil es irgendwie cool ist, dass der Alt-Grande von dem Neu-Granden gekonnt intoniert wird. Und die Weihnachtszeit wird es mögen, weil es kandiert entschleunigt. Und Sie?

Hören Sie einfach mal rein.


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Album-Daten

Titel: Nat “King” Cole & Me
Interpret: Gregory Porter
Genre: Jazz
Label: Blue Note
Jahr: 2017
Spielzeit: 1.03:01 min
Format: FLAC 96/24
Preis: 21,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Geräte-Tuning: je 1 Albat Manufacturer Test Chip
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
DAC-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: Audio Selection Creaktiv Sound Control Base
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Rack-Tuning: Creaktiv Erdungs-Set ci2p
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecherkabel-Tuning: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev
An diversen Stellen: biophotone Magic Akasha Sound Chips

Raum-Tuning:
E-Smog: Kemp Elektronik Schumann Resonanz Plug
Strom: Gigawatt Sicherungs-Automat G-C20A
Strom: Gigawatt Steckdose G-044
Strom: HiFi-Tuning Fremdgeräuschzerstörer & Quantenstecker
Raum: Creaktiv Air Field-Equalizer

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil



Abbildungen: BILDQUELLE


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