Überraschungs-Ei: Herb Alpert – Music Volume I

Herb Alpert - Music Volume I - ist ein munteres Album, das viel bekanntes neu einkleidet

Herb Alpert – Music Volume I – ist ein munteres Album, das viel Bekanntes neu einkleidet



hrm_logo_15x50Der Mann hat noch was vor – und die Energie dazu offenbar auf: Herb Alpert, Trompeter, 82 Jahre jung, weckt mit seinem neuen Album Music Volume I nicht nur die Erwartung, dass demnächst ein Music Volume II folgen könnte, sondern auch jene, dass er mit seinen langjährigen Erfahrung die auf dem Album aufgereihten Klassiker neu beatmet. Erwarten wir zu recht?

Insgesamt sind es zwölf Stücke, die Alpert auf dem jüngsten Album versammelt: Beatles-Klassiker sind darunter, ebenso Jazz-Standards und auch eine neue Eigenkomposition. Das allein macht aber nicht unbedingt einen zweiten Frühling, doch der rührt eh von einem anderen Quell: Jochen van der Saag heißt er und er hat im Team mit Alpert als Produzent und Arrangeur das akustische Geschick der neuen Klang-Kollektion organisiert.

Natürlich ist der Happy Sound, jenes unbeschwert leichte in Alperts Spiel, geblieben, aber es klingt aufgefrischt. Munter moderne Grooves aus der Beatbox, elektronische Spielzeuge als Klangassistenten – Alpert und van der Saag greifen weidlich und freudvoll in die Kiste der Optionen.

Bekannte Melodien werden damit zu Überraschungseiern der Musik: Flamingo zum Beispiel, das sonst eher so lala dahinplätschert, bekommt kleine ein frech-grooviges Mittelstück mit ein paar Ton-Einwürfen, das anstelle eines Solos aufhorchen lässt. Und endet abrupt.

Der Beatles-Klassiker Michelle schrummelt mit Django Reinhard Gitarre in die Ohren, wobei Alpert die Gesangsstimme grooviger interpretiert und sie mehr atmen lässt als Mc Cartney & Co es getan haben. Und dann diese schmelzenden Violinen im Hintergrund – aber auch hier: Überraschungsei. Statt klassischem Solo nimmt sich plötzlich fast alles zurück und ein Akkordeon betritt die Bühne. Und als es geht, pfeift ein Western-Held im Hintergrund leise Servus. Das hat Humor und gilt so ähnlich auch für John Lennons Hymne Imagine:

Mitternachts-Streicher verteilen die Grundierung, auf der Alpert die Gesangsstimme vorträgt, eingerahmt von den Stundenschlägen einer Kirchturmuhr. Streicher, Chorstimmen (vermutlich synthetisch) und gewaltig Hall verfeinern die transluzente Stimmung zusätzlich und lassen das Album nach 38 Minuten und 36 Sekunden entspannt ausklingen.

Vorher gibt es aber viel zu hören, zum Beispiel Cheek to Cheek, mit Charleston-Beat und Benny Goodman-Bebläse aus dem Hintergrund. Oder Just a Gigolo, das Stomping at the Savoy auf der Bühne herumtollt. Das Kontrastprogramm hierzu ist Whichcraft: Straighter Groove, ein bisschen Latin-Anwandlungen, alles etwas highpitch – jedes für sich und auch als Gesamtprogramm recht lustig.

Und dann ist da ja noch Alperts Eigenkomposition Sugarfoot. Die ist überraschend funky und fett-modern im Klang. Dicker abgemischt könnte es als Trip-hop-Jazz durchgehen. Auf jeden Fall eine grundsolide Groove-Geschichte, auf deren Beats sich Alperts Solo melodisch ausbreitet. Hut ab, das ist fein gemacht und würde mit Dämper im Trichter auch Miles Davis zu Ehren gereichen.

Music Volume I ist ein überraschend munteres und frisches Album, bei dem sich Alpert Bekanntes nimmt und es mit Verständnis und Grundrespekt, aber auch Freiheit und manchmal noch ein bisschen Chuzpe neu einkleidet. Da freut man sich schon auf Music Volume II. Und eine gute Stunde Unterhaltung wird dann auch voll.


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Album-Daten

Titel: Music Volume I
Interpret: Herb Alpert
Genre: Jazz
Label: Herb Alpert Presents
Jahr: 2017
Spielzeit: 38:36 min
Format: AIFF 44,1/16 (CD)
Preis: ZAHL Euro
Zu finden bei HighResAudio




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev

Raum-Tuning:
E-Smog: Kemp Elektronik Schumann Resonanz Plug

Strom: Gigawatt Sicherungs-Automat G-C20A
Strom: Gigawatt Steckdose G-044

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil



Abbildungen: Herb Alpert Presents


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