Tom’s Diner goes funky: Nautilus – Nautiloid Quest

Funky jazzy thing: Nautiloid Quest der japanischen Jazz-Trios Nautilus ist ein echtes Spaß-Album

Funky jazzy thing: Nautiloid Quest der japanischen Jazz-Trios Nautilus ist ein echtes Spaß-Album



hrm_logo_15x50Das E-Piano plärrt herrlich! Schon der Auftakt von Nautiloid Quest, dem dritten Album der japanischen Funk-Fusion Band Nautilus, lässt hoffen. Und zu Recht: Der Einsatz von knackiger Hi-Hat und satter Bass-Drum unterstreichen, dass es groovig bleibt. Das ist fast 70-er Jahre Funk-Feel – auch dem Stück geschuldet:

Der Album-Opener We Live In Brooklyn Baby von Harry Whitaker ist schließlich aus der Ära oranger Gardinen und wallender Schlaghosen. Und zudem a tricky little thing mit 4/4 Rhthymus, der zwischendurch mal zu 6/4 wechselt, synkopiert, pausiert, irritiert. Nett arrangiert, das.

Und so geht das munter weiter: I.G.Y., auch ein Cover, dieses Mal von Donald Fagan, quäkt mit nettem Alt-Synthie-Sound “Guten Tag”, bevor es die tonale Verantwortung an ein glockiges E-Piano weiterreicht. Und zum Schluss wieder übernimmt, um das Instrumental mit einem langen Ton ausklingen zu lassen, spaßhaft nerviger Testton, als Witz der Musiker für den Zuhörer.

Sie ahnen es: Schon allein vom Sound – oder Klanggefüge, ganz wie’s beliebt – macht dieses Album von der ersten Sekunde an Spaß. Es ist sehr sauber arrangiert, räumlich gut ausbalanciert, und die Cover-Songs sind pfiffig umgesetzt. Nur einer hätte Potenzial für mehr:

Luka. Das Suzanne Vega Stück ist zwar wuchtig in Szene setzt, aber im Kern zu nah am Original, was nicht sehr originell ist. Erschwerend kommt hinzu, dass Sängerin Mizuki Kamata den englischen Text mit Akzent spricht. Bei einem Lied, das den Gesang so prominent in Szene setzt, nicht unbedingt die beste Idee, selbst mit einem Moog-Unisono zur Mitte des Songs. Und das ist schade, denn Kamata hat eine fantastische Stimme, hat Timbre, klingt warm und erfreut mit allerlei feinen Obertönen und Nuancen sicher auch Fledermausohren. Da wäre es eine Idee gewesen, die Lyrics ins Japanische zu übersetzen. Und interessanter sicher auch.

Falls inzwischen der Eindruck entstanden sein sollte, das Album bestehe nur aus Cover-Versionen, muss ich das korrigieren: Es liefert zwölf Stücke, davon sieben Eigenkompositionen, und alle zusammen bringen sie es auf 55:04 Minuten Spielzeit.

Dargeboten von Nautilus. Einem japanischen Trio, bestehend aus Trommler Toshiyuki Sasaki, Bassist Shigeki Umezawa und Pianist und Keybaorder Daisuke Takeuchi. Verstärkt haben Sie sich mit der bereits erwähnten stimmlich fantastischen Mizuki Kamata, und den gleichfalls tollen Sängerinnen Kei Owada für Lady Day And John Coltrane von Gil-Scott Heron sowie Sara Yoshida für Good Enough – übrigens ein Cindy Lauper Song.

Nautilus versteht es, druckvoll und bestrickend zu spielen. Das Trio groovt und liefert eine toll ausbalancierte, fein nuancierte Akustik, durchhörbar und detailreich. Das treibt übrigens auch das Titelstück Nautiloid Quest mit dem fantastisch knurrigen Bass besonders schön an.

Das Album Nautiloid Quest ist das dritte Albom der japanischen Jazz-Trios Nautilus, zugleich ist es ihr Europa-Debüt. Und es ist definitiv ein Hörtipp.

Übrigens: Der Bandname bezieht sich nicht auf das U-Boot von Jules Verne, sondern auf das Stück Nautilus von Bob James aus dem Jahr 1974 – selbst hier bleiben die drei Musiker stilisicher.


1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (No Ratings Yet)



Album-Daten

Titel: Nautiloid Quest
Interpret: Nautilus
Genre: Jazz
Label: Agogo Records
Jahr: 2017
Spielzeit: 55:04 min
Format: AIFF 44,1/16 (CD)
Preis: 14 Euro inkl. Vinyl-Album
Zu finden bei Bandcamp




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 2, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Lautsprecherkabel-Tuning: in-akustik Referenz Cable Base

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil



Abbildungen: Agogo Records


icon artikel mailen

You may also like...