Tom Cawley’s Curios – Captive (Review)

Tom Cawley's Curios – Captive - als SoS 74 derzeit bei der Society of Sound erhältlich

Tom Cawley’s Curios – Captive – als SoS 74 derzeit bei der Society of Sound erhältlich


hrm_logo_15x50Vor Kurzem frotzelte ich, im Jazz sei schon alles gespielt worden, nur noch nicht von jedem. Das stimmt so natürlich nicht, wenn auch der Eindruck besteht, dass viele Label besonders bei HighRes- und Studio-Master-Files bevorzugt den Mainstream bedienen, der einfach mehr Umsatz verspricht. Das ist verständlich, aber unerfreulich. Dass es – zumindest teilweise – auch anders geht, beweist zum Beispiel die Society of Sound mit Tom Cawley’s Curios Album Captive.

Der gleichnamige Titelsong leitet Captive wenig spektakulär ein. Zart trashige Background-Klänge zu seicht-melodischem Mainstream-Jazz senken die Berührungsängste und lullen in Vertrautem ein. Das Folgestück Coanda beginnt auch so vertraut, bricht aber zur Mitte hin mit mehr Dynamik und rhythmisch herausfordernderen Elementen, quasi ein erster Weckruf, dass auch noch anderes möglich ist als Stangenware. The Corridor of Uncertainty löst seine Ankündigung dann zwar eher nicht ein, dafür spielt Meat Semantics mit ineinander geschobenen Phrasen und Rhythmen der beteiligten Musiker. Him nimmt sich sehr zurück, dafür spielt Mistakes Have Started To Creep Into My Game mit dem perkussiven Fundament, das etwas offbeat um die meldoischen Phrasen trudelt. Ähnliches geschieht im Schluss-Song Bokeh, bei dem das Piano die rhythmischen Spielereien übernimmt, übrigens auf einem glatten Bass-Snare-Bass-Snare 4/4-Beat. Revolution?

Sicher nicht. Und Evolution in Maßen, in einzelnen Stücken und da mitunter auch nur in Teilen. Eher liefern die insgesamt zehn Stücke ein Spiel mit den Möglichkeiten, als Variation bekannter, aber nicht so häufig gewählter Ausdrucksformen, gemischt mit leichterer Kost. Immerhin kein durchweg berechenbares Mainstreamdudeleinlull-Jazzalbum, sondern ein phasenweise verspieltes, den Zuhörer zwar nicht aufrüttelndes, aber zumindest aufweckendes 46-Minuten-Vergnügen, das Tom Cawley am Piano, Sam Burgess am Kontrabass und Joshua Blackmore am Schlagwerk bieten.

Die Aufnahme in 48 kHz und 24 Bit präsentiert das Spiel in klar gestaffelter Struktur auf eher schmaler Bühne mit geringer Tiefe. Das kommt der Trio-Formation durchaus entgegen, die weniger zum Eintauschen als zum Zuhörern auffordert. Klanglich ist sie eher weich und eine spur weichgezeichnet. Wer HighRes hört, um sich auf die Jagd nach Transienten zu machen, sollte sich lieber ein anders Revier suchen.


Album-Daten

Titel: Captive
Interpret: Tom Cawley’s Curios
Genre: Jazz
Label: Society of Sound
Jahr: 2014
Spielzeit: 46:09 min
Format: FLAC 48/24
Preis: Im Jahresabo für 40 Euro enthalten
Zu finden bei Society of Sound



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Society of Sound

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