The Gloaming – The Gloaming – Review

The Gloaming

The Gloaming


hrm_logo_15x50Irish Folk ist doch die Musik, wo ein paar rothaarige Fiddler und Flutisten vor kleeblattgeschmückten Tischen guinessseeligen Zuhörern zuprosten und musikalisch einheizen. Das zumindest vermitteln einschlägige Volksfest- und Guinesskneipenklischees. Und diese Sorte von Zwangsgutelaunefolk ist geht mir gehörig auf die Nerven. The Gloaming machen auch Folk, irisch Folk. Und das ist ganz was anderes.

Dass es anders ist, verwundert nur auf den ersten Blick: The Gloaming ist zwar eine junge Band, einige ihrer Musiker sind in der Szene aber schon lange bekannt: Fiddler Martin Hayes hat die Grenzen traditionellen Irish Folk ausgelotet und verschoben, das selbe gilt für Caoimhin Ó Raghallaigh, der zudem eine zehnsaitigen norwegisch Hardanger Fiddel spielt. Zu ihnen gesellt sich Sänger Iarla Ó Lionaird. Zu den drei Iren sind zwei US-Amerikaner gestoßen: Pianist Thomas Bartlett aus New York und Gitarrist Dennis Cahill aus Chicago.

The Gloaming spielen Irish Folk. Und spielen ihn doch nicht. Die Grundmuster der Musik und die Instrumentierung können ihre Herkunft von der grünen Insel nicht verleugnen. Angereichert um New Yorker Einflüsse entwickeln die Musiker Klänge, die traditionell angehaucht doch ganz neue Klangwelten eröffnen. Kein munterer Fröhlichkitsch, kein flötiges Hirtenklischee (was eh nicht geht, denn eine Flute ist im Ensemble gar nicht vertreten), sondern intensive Akustik-Songs sind das Ergebnis der Einspielung, die das Album The Gloaming präsentiert.

Das Debut-Album ist eine Mischung aus Gesangsstücken und Instrumentals. Zu letzteren gehört Hunting The Squirrel, das seine Jagd nach dem Eichhörnchen ruhig und wie beobachtend angeht, statt loszustürmen, und damit exemplarisch für die Musik von The Gloaming steht – die Klänge möchte sich entwickeln, und sie erwartet, dass sich die Zuhörer Zeit nehmen. Mit Ruhe zuzuhören lohnt sich klanglich und musikalisch wie emotional. Denn die Stücke von The Gloaming berühren mit ihrer eher stillen Intensität.

Das gilt für die Instrumentals wie auch für die Gesangsstücke. Der Album-Opener Song 44 stimmt schon mit seinen ersten Klängen auf die neue Welt ein, die The Gloaming auszeichnet. Reduziert und stimmungsbildend eingesetzt, tupfen gezupfte Fiddeln ein Gerüst, das der Gesang umflechtet. Der Schluss-Song Samhradh Samhradh – Irisch für Sommer., erzählt sich wie ein schwerer Augustabend ins Ohr, mit strohtrocken rauh zirpender Fiddel und Gesang, der sich zufrieden mit demTagwerk durch die Zeilen schleppt und sich wie das Album zufrieden und entspannt verabschiedet.

Es sind besonders die vielen Klangdetails der Saiteninstrumente und die reichen Transienten, Anzupfgeräusche, Anstriche des Bogens, die zum Erlebnis beitragen. Besonders das 48/24 FLAC-Album bringt sie schön zur Geltung. Die Musik klingt so nah, dass man fast glaubt, den Musikern auf die Schulter klopfen zu können für das schöne Album. So nah ist Studio Master dann aber leider doch noch nicht.



Album-Daten

Titel: The Glaoming
Interpret: the glaoming
Genre: Folk
Label: Society of Sound
Jahr: 2014
Spielzeit: 60:12 min
Format: FLAC 48/24
Preis: Im Jahresabo für 40 Euro enthalten
Zu finden bei Society of Sound



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Society of Sound

Das könnte Dich auch interessieren …