Test: Cambridge Audio DacMagic XS



Cambridge Audio DacMagic XS - Lifestyle-Foto


hrm_logo_15x50 Mit dem DacMagic XS betritt Cambridge Audio neues Terrain: Bisher haben die Londoner stationäre DACs angeboten. Der XS ist ihr erster mobiler DAC mit USB-Anschluss. Sein Gehäuse in gebürstetem, schwarz eloxiertem Aluminium misst 53 x 30 x 10 mm und ist damit sehr klein. Die Folge ist eine minimale Ausstattung: USB-Micro Buchse, eine 3,5 mm Klinkensteckerbuchse, eine LED als Indikator der aktuellen Samplingrate und zwei Tasten für lauter und leiser – das war’s fast schon. Ob das für beispielhaften Sound reicht?

Allgemein

Der kleine DAC ist wahrlich XS: In der Hand ist er kleiner als ein Feuerzeug und kaum größer als der clipbare iPod Shuffle. Sein Lieferumfang umfasst den DAC, ein USB-Anschlusskabel, einen samtenen Transportbeutel und den obligatorischen Quickstart-Guide. In seinem aparten schwarzen Karton und mit der wertig bedruckten Hülle ummantelt wirkt der 149 Euro-Kauf durchaus konkurrenzfähig.

Cambridge Audio DacMagic XS - Größenvergleich

Ausstattung

Konkurrenzfähig sagt auch das Blatt mit den technischen Daten: Integrierter Kopfhörerverstärker mit maximal 150 mW Ausgangsleistung, ein D/A-Wandler mit der maximalen Auflösung von 24bit/192 kHz und asynchrone Taktung für USB Class-1 und USB Class-2 Audio klingen vielversprechend. Die aktuelle Samplingrate zeigt der DAC mittels einer LED neben der Kopfhörerbuchse an.

Anschließen an den Mac

Der Mac erkennt den neuen DAC sofort als Audiogerät und bietet ihn als Option für die Klangausgabe an. Auch Software, die wie Audirvana Plus selber die Hand auf dem Audio-Ausgang hat, bietet den DacMagic XS sofort an. Also beschickten wir den audiophilen Kleinstrechner kurzerhand mit der Playlist.

Cambridge Audio DacMagic XS am Mac

Klang

Der erste Höreindruck: Der Cambridge Audio DacMagic XS klingt luftig, aber nicht duftig. Seine Höhen sind ausdifferenziert, filigran und präzise, die Mitten sind sauber abgebildet, und Tiefen verschweigt er auch nicht prinzipiell. Gerade bei Klassik stehen sie aber zurück, und so klingen ausgewogene Aufnahmen wie die Brahms-Einspielung von Christian Thielemann ungewohnt verhalten und dürr. Stimmen wirken ein Spur zu dokumentiert, beispielsweise im Refrain von Ayos „I Need You“, der zwar in seiner Dynamik mitgeteilt, aber nicht in Fülle erlebbar wird. Auch Details wie Transienten gehen zu leicht verloren. Das liegt zum Teil auch daran, dass der DacMagic XS die Bühne eher eng stellt. Praktisch alle Stücke der Playlist wirkten kompakt gestaffelt, während sie beispielsweise mit dem Meridian Explorer räumlich, füllig und weit klangen. Ein Beispiel hierfür ist Tranquil Fjord von Gisle Torvik, aber auch die Klassikaufnahmen könnten mehr Bühne und tiefer gestaffelten Raum vertragen.

Kabelwechsel

Der Klangeindruck ändert sich eine Spur weit, als das mitgelieferte Kabel gegen ein No-Name Kabel getauscht wird. Und auch mit einem USB-Kabel von Nokia ist der Klang besser. Hier hat Cambridge Audio offenbar am falschen Ende gespart. Noch etwas mehr Schub gibt es mit dem Aqvox USB-Netzteil, dass dem kleinen Cambridge Audio volle 5 Volt Betriebsspannung spendiert. Doch der Grundcharakter des DAC bleibt bestehen: Der Cambridge Audio DacMagic XS ist zu vorsichtig und wirkt zu stumpf im Vergleich zu seinen Mitbewerben – jedenfalls wenn es um mobile USB-DACs geht. Denn für seinen Preis gibt es aktuell im Markt nichts vergleichbares. Und damit sind wir bei der Kehrseite der Medaille.

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Bedienung

Natürlich muss ein günstiges Angebot auch Defizite haben, sonst ist es für den Hersteller nicht sinnvoll. Dazu gehört neben dem Klangvermögen auch, dass sich der DAC weder über die Abspiel-Software, in diesem Fall Audirvana Plus, Pure Music und iTunes, noch über die Audiosteuerung des Systems regeln lässt. Einzig die Plus- und Minus-Tasten auf dem Gehäuse verändern die Lautstärke. Das ist praktisch, wenn der Bildschirm im Sleepmodus ist, aber für jemanden, der viel am Bildschirm arbeitet, ist das nicht die optimale Lösung, sofern er den DAC mit der optimalen Signalstärke von 0 dB versorgen will.

Fazit

Der Cambridge Audio DacMagic XS ist derzeit der preisgünstigste mobile DAC. Er ist für den Einstieg in HighRes-Audio und Menschen, die nur gelegentlich das Plus an Klang genießen möchten, eine Überlegung wert. Wer regelmäßig mit hochwertigen Komponenten hochauflösende Musik hören möchte, wird mit dem derzeit kleinsten DAC des Marktes vermutlich nicht glücklich. Im Zweifel gilt aber immer: Mit den eigenen Ohren und dem eigenen Equipment hinein hören. Der Cambridge Audio DacMagic XS ist ab sofort bei Amazon erhältlich, der Button „Kaufen“ auf der Website von Cambridge Audio führt auch zum Websupermarkt.



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Produktdaten

Hersteller: Cambridge Audio

Modell: DacMagic XS

Eingänge:
_ 1 x USB Micro

Ausgänge:
_ 1x 3,5 mm Stereo-Kopfhörer

Technische Daten:
_ D/A-Wandler Sabre ESS 9023 24bit
_ Impedanz: 12 Ω
_ Frequenzgang 20 – 20.000 Hz
_ Auflösung in kHz:
_ 16, 44,1, 48, 88,2, 96, 176,4, 192
_ Maße 30x10x53,5 mm
_ Gewicht 100 g

Besonderheiten:
_ Lautstärkeregelung
_ Kopfhörerverstärker und -buchse

EVP:
149,00 Euro

Vertrieb: Taurus High-End GmbH

Hersteller-Website: www.cambridgeaudio.com


Abbildung: Cambridge Audio, HighResMac



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