Test: BitPerfect, der iTunes-Turbo

Lautsprecher mit Sternchen: BitPerfect hält sich diskret im Hintergrund und treibt iTunes die Akustik-Flausen aus

Lautsprecher mit Sternchen: BitPerfect hält sich diskret im Hintergrund und treibt iTunes die Akustik-Flausen aus


hrm_logo_15x50Musik kann mehr als iTunes ist der Slogan von HighResMac, denn der Apple-Player ist, flankiert von seinem Midi-Gedöns eher ein aufgehübschter MP3-Pumper, als ein Freund exquisiten Klangs. Dazu kann er keine FLAC-Files und ALAC machen schon bei 96 kHz Schluss. Wer trotzdem mehr aus dem Player holen will, greift zu Helfern, die allerdings eines gemeinsam haben: iTunes ist damit im Grunde nur noch das Verwaltungswerkzeug für die Audio-Files. Die Klangarbeit verrichtet jemand anderes.

Dass verschiedene Player einen iTunes-Mode anbieten, ist spätestens nach unseren Tests von Audirvana, Audirvana Plus 2 und Amarra bekannt. Diese Player bieten allerdings eine eigene, native Oberfläche, auf der Stücke und Alben gemanagt werden können, Audirvana+ 2 sogar ziemlich clever und in Teilen besser als iTunes, spätestens seit dem jüngsten Update, bei dem ein Klick auf das Cover genügt, um sämtliche Titel des Albums abzuspielen.

Einen anderen Weg geht BitPerfect. Ohne eigene Oberfläche und Management-Funktion für Titel und Alben ausgestattet konzentriert sich die Software auf das Wesentliche: Den guten Klang. Die Organisation an der Oberfläche überlässt BitPerfect iTunes, was vielen Mac-Usern entgegen kommen wird: Sie müssen nicht umlernen.

Integer-Mode

Ist mindestens Max OS X 10.7 Lion installiert und der Rechner mit 64-Bit Intel-CPUs ausgestattet, schaltet BitPerfect unter der Haube einfach die systemoptimierte Wiedergabe ab und übernimmt das Kommando. Die Zauberformel heißt ein Minimum an System-Einflüssen für ein Maximum an Klang. Das macht natürlich auch Audirvana, nur eben nicht als iTunes-Add-on.

Integer-Mode nicht aktiv, weil zwar OS X unterstützt, aber nicht die Apple-Hardware

Integer-Mode nicht aktiv, weil zwar OS X unterstützt, aber nicht die Apple-Hardware

Integer-Mode aktiv, wenn ihn der angeschlossene DAC unterstützt

Integer-Mode aktiv, wenn ihn der angeschlossene DAC unterstützt


Dezent sichtbar

BitPerfect siedelt sich als kleines Icon in der Menüleiste an und erlaubt von hier die Kontrolle. Allerdings muss die Software erst noch gesagt bekommen, wo sich die Musik-Dateien befinden. Das geschieht mit einem einfachen Dialog Change Music Directory, was lediglich ein Auswahldialog ist.

Das Mini-Icon in der Menüleiste öffnet bei Bedarf eine Ausklapp-Auswahl

Das Mini-Icon in der Menüleiste öffnet bei Bedarf eine Ausklapp-Auswahl


Dateiformate

Neben den iTunes-Typischen Dateiformaten MP3, AAC, AIFF, WAV und ALAC unterstützt BitPerfect auch DSD-Dateien der Formate DSF, DFF/DSDIFF und DST. Allerdings muss der angeschlossene DAC hier mitspielen und außerdem ist die DSD-Master-App aus dem Mac Store zu beschaffen. Streaming-Formate wie Apple Music, Spotify oder Tidal kann BitPerfect dagegen nicht wiedergeben. Der Grund ist, dass die Software für die Wiedergabe den vollständigen Pfad zu der Originaldatei benötigt, die von Streamingdiensten naturgemäß nicht übermittelt wird.

Der einfachste Weg, mit BitPerfect Musik zu hören, ist, die Software unter ~/Systemeinstellungen/Benutzer/Anmeldeobjekte einzutragen. Dann startet BitPerfect bei jedem Log-in des Benutzers automatisch und übernimmt die Klangkontrolle, sobald iTunes geöffnet wird. Und wie klingt das dann?

Klang

Gut. Sehr gut sogar. Tatsächlich ist die Klangqualität von BitPerfect sehr dicht an Audirvana+ 2 – offen, klar, präzise und natürlich ausgeglichen, soweit es auf der einen Seite die jeweilige Aufnahme und das Dateiformat hergeben, auf der anderen Seite der DAC und die jeweilige Version des Betriebssystems. Denn für guten Klang wesentlich ist der Integer-Mode und den unterstützen lediglich OS X 10.6 Snow Leopard, OS X 10.9 Mavericks, 10.10 Yosemite und das aktuelle El Capitan.

Fazit

Wer schwer in iTunes verliebt ist, nur iTunes-kompatible Musik sein Eigen nennt und lediglich den Klang des Apple-Players auf das mögliche Klang-Niveau eines Macs anheben möchte, ist mit BitPerfect perfekt bedient. Zumal auch der Preis der Software mit 9,99 Euro denkbar günstig für einen HighRes-Player ist. Damit eignet sich BitPerfect auch hervorragend zum ersten Kontakt mit der HighRes-Welt, denn ist man erstmal auf den Geschmack gekommen, lässt sich ja immer noch erweitern. Und BitPerfect ist eine prima Option für mobile Macs, zumal in Kombination mit einem kleinen mobilen DAC wie dem Meridian Explorer. Damit lässt sich handliches High-End Audio mit bis zu 192 kHz/s und 24 bit realisieren, ohne ein NAS mitschleppen oder die Festplatte mit ALAC- und WAV-Alben fluten zu müssen.

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