Sternensänger: David Bowie – Blackstar

Blackstar - das jüngste und zugleich letzte Album des jetzt verstorbenen David Bowie

Blackstar – das jüngste und zugleich letzte Album des jetzt verstorbenen David Bowie


hrm_logo_15x50Vor wenigen Tagen veröffentlichte David Bowie sein Album Blackstar. Und starb zwei Tage darauf. Wie geht der Rezensent damit um? Ein Album als Manifest? Ein Nachruf praehum? Ein glücklicher (für den Fan) oder bedauerlicher (für den Künstler) Zufall?

Seit 18 Monaten wusste Bowie, dass er an Krebs erkrankt war. Sein neues Album erzählt auch hiervon – schon im Titel: Blackstar. Schwarzer Stern. Der Text des Titelsongs sind die letzten Gedanken eines Menschen, der vor seiner Hinrichtung steht. Bowie?

Wir wissen es nicht, weil wir nicht wissen, wer Bowie eigentlich war. Sagen die Nachrufschreiber unisono. Als ob sie bei anderen Prominenten abends händchenhaltend an der Bettkante sitzen und sich wie Muttern mit den Tagesgeschehnissen beplaudern lassen. Wissen können wir es trotzdem nicht, aber immerhin munter spekulieren.

Was wir sicher wissen, ist, wie Blackstar klingt. Das neue Album, in dem sich, wie immer, noch einmal ein neuer Bowie zeigt. Jazz, habe ich hierzu gelesen. Wer das schreibt, hört keinen Jazz. Oder solchen, wo Jazz draufsteht und irgend ein buntes Geschwurbel drin ist. Selbst Fusion wäre zu hoch gegriffen. Es ist, was Bowie schon immer gut konnte. Es ist Pop, meine Damen und Herren, allerdings mit einer sehr eigenen Stimmung, die dunkler ist es als der Mainstream, und nachdenklich. Es quellen also keine zuckerstangenbuntgeringelte Leichtigkeitsflocken aus den Lautsprechern, Gefälligkeit war nicht Bowies Ziel.

Das beginnt schon beim ersten Reinhören, bei den ersten Klängen von Blackstar, dem Titel- und Anfangsstück des Albums. Es läuft fast 10 Minuten, ist karg und gibt dem Album einen Touch von verweigernd stumpf. Halbfertig aus dem Mischpult in den Markt gekippt. Zumindest wenn Heros, China Girl und Let’s Dance als Referenz herhalten sollen. Aber der Klang ist Konzept, belegen die übrigen sechs Stück in den nachfolgenden 31 Minuten und 16 Sekunden. Und die FLAC-Dateien in 96/24 liefern zusätzliche Details, die es bestätigen: Konzept.

Das Geplauder um Bühne und Tiefe und Platzierung der Instrumente spare ich mal aus, denn weit wichtiger ist: Mit Blackstar hat es Bowie also wieder getan. Grenzüberschreitung. Oder Grenzverweigerung, ganz wie man es sieht. Und dass er nun gestorben ist, sollten wir bedauern. Denn wer, wenn nicht er, kann das noch?


Album-Daten

Titel: Blackstar
Interpret: David Bowie
Genre: Pop
Label: Sony / Columbia
Jahr: 2016
Spielzeit: 41:13 min
Format: FLAC 96/24
Preis: 15,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Sony / Columbia

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