Stephanie Proot – Beethoven Klaviersonaten

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hrm_logo_15x50Gehörig gelobt hat sie vor einer Weile der Bonner Generalanzeiger, nicht die schlechteste Adresse, wenn es um vertrauenswerte Würdigung von musikalischen Klassikdarbietungen geht. Jetzt hat die Gelobte ihr Debut-Album veröffentlicht. Eingespielt hat die 26-jährige Belgierin Stephanie Proot darauf vier Sonaten von Beethoven. Spritzig und munter wirkt das ganze, jedenfalls überwiegend. Denn manchmal kommt es auch ganz anders.

Da ist zum Beispiel das fast schon schülerhaft korrekt ausgezählte Auftakt der Eröffnung mit dem ersten Satz der Sonate in Es-Dur Op. 27 Nr. 1. Doch der Schreck währt nur kurz, mit dem Übergang fließt er doch feinfühlig dahin. Der Auftakt gibt aber schon einen Vorgeschmack auf das, was folgt. Nicht dass Proot schlecht wäre, ganz und gar nicht. Nur manchmal ist sie nicht mutig genug, dem munteren Herzschlag zu folgen, den sie aus der Musik herauszukitzeln vermag, und fällt in das akademische Sicherheitsnetz der auszählbaren Notierung. Das ist zwar korrekt, aber darin liegt eben auch die Crux: Korrekt korreliert nicht immer mit dem möglichen Ausdruck, und er ist es schließlich, für den der Interpret geliebt und gelobt wird.

Es geht allerdings auch in die andere Richtung. Im ersten Satz der Mondscheinsonare verzögert Proot die Einsätze um ein minimales Bisschen zu viel und überzieht den Spannungsbogen ins Gewollte. Das legt sich im zweiten Satz dann aber. Ihn spielt sie ohne Pathos und betonte Emotionalität, wie sie auch den Schwung des dritten Satzes herrlich munter losjagen lässt, um ihn dann pfiffig aufzufangen und erneut herumtoben zu lassen, ohne die Musikalität zu verlieren. Beispielhaft für ihr sensibles Spiel ist auch der erste Satz der Sonate in F-Dur Op.10 Nr. 2, den Proot gleichfalls belebt und munter aufspielen lässt.

Das Album vom niederländischen Label Aluid ist insgesamt eher leise eingespielt. Der Flügel wirkt etwas karg, insbesondere in den unteren Mitten und den Tiefen. Das ließ sich allerdings mit den Hans Deutsch Light Style II Boxen und einem Straight-Wire USB-Kabel als Verbindung zwischen Mac und dem Cambridge Audio DAC Magic Plus ausgleichen. Bei der Verwendung von Kopfhörern fiel noch etwas anderes auf. Je nach verwendetem DAC und Kopfhörer ist die Akustik zwischen spitz und wohlig. Besonders der Bose QC15 tat sich mit überkorrekter Wiedergabe hervor, selbst am eher warmen Meridian Explorer wurde der Flügel deutlich zu spitz und kühl und das gesamte Album verlor nachhaltig an Flair. Der AKG K495 NC gab dagegen an beiden DACs die Darbietung ausgewogen und rund wieder. Das Noise Cancelling der AKG war hierbei nicht aktiv.


Album-Daten

Titel: Beethoven Piano Sonatas
Interpret: Stephanie Proot
Genre: Klassik
Label: Aliud Records
Jahr: 2013
Spielzeit: 1.08:20 min
Format: FLAC 192/24 / DSD 64
Preis: 21,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio


Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Aliud Records

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