Stefan Aeby Trio – Utopia

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hrm_logo_15x50Die Schweizer. Ruhig. Bedächtig. Langsam. Und dann das: Vevey, der Opener auf Utopia des Stefan Aeby Trios. So ein kleiner, gemeiner Anschleicher, der sich bolerohaft aus dem Fast-Nichts ins Ohrturbulente aufschwingt und dann. Nach einem Schrei. Mit Rasanz. Stoppt. Ins Nichts fällt. Und das nächste Stück beginnt. Der Auftakt verrät, was folgt: Überraschungen allerorten, verteilt auf acht Songs, die jeder für sich stehen kann und deren Klammer die nicht endende Spielfreude und Erfindungsgabe eines bemerkenswerten Jazz-Trios ist. MEHR

Ein Name wie Utopia lässt auf mächtig Programm schließen: Thomas Morus machte daraus einen veritablen Roman. Für die antiken Griechen war es gleich der wünschenswerte Zustand der Welt. Jetzt ist es ein Jazz-Album. Ein Begriff auf dem Rückzug also, könnte man unken. Wenn da nicht.

„Eine Welt im Umbruch. … Und mittendrin ein Piano-Trio“, schreibt die Pressemeldung. Frei sein, Grenzen aushebeln, das ist das Programm von Pianist Stefan Aeby, Bassist André Pousaz und Trommler Julian Sartorius. In der akustischen Dichte eines Clubs verpackt, lässt Utopia Ihnen dabei trefflich auf die Finger hören und eine Überraschung nach der nächsten entdecken.

Beginnt September mit einem Gong? Spielt John Zorn am Piano mit? Woher kommen die subbasshaften Trommelschläge? Und wie erklärt sich harmonische Dissonanz? Wer dem Stefan Aeby Trio aufmerksam durch sein akustisches Utopia folgt, findet am Wegesrand und auch direkt vor den eigenen Ohren lauter kleine und große Klangschätze. Spannend ist, wie das Trio die Trommeln einsetzt, um eine Grundunruhe zu stiften und über immer neue Klänge – Holztrommeln, Flaschen, Hotrods (die von Promark, nicht die von Mattel ;-) – konstant intensiven Drive schafft. Um diesen herum spielt sich Stefan Aeby ein ums andere Mal in einen Rausch, wirft immer wieder mal Harmonien über den Haufen, um sie dann doch pfiffig kurz darauf ein- und aufzufangen. Und unter allem ruht der Bass. Zupft bedächtig, zupft zuverlässig, zupft antithetisch seine Rhythmen, schafft das Fundament, auf dem sich die anderen zwei unermüdlich umspielen und anheizen.

Spielen ist überhaupt ein guter Begriff für dieses zweite Album des Stefan Aeby Trios. Sie spielen mit allem: Den Instrumenten, den Harmonien, den Rhythman, den Klischees, den Klängen und den Entdeckungen. Den musikalischen Utopien, wenn man so will, indem sie das Spiel selbst zur Utopie erheben, die sich durch ihre Ausführung manifestiert und zugleich ins Absurde verabschiedet, denn in ihrer Präsenz macht sie sich selbst obsolet.

Leider haben wir die Aufnahme nur als CD bekommen, als High-res Files gibt es sie in 44/24. Das ist auch nicht üppig, aber verspricht noch ein bisschen mehr Dynamik und Präzision, als die Silberscheibe. Deren Detailfülle ist so hoch, dass jedes Mehr gewiss noch eine Spur mehr Spaß bringen wird, wobei insbesondere die größere Bitrate der FLAC-Files punkten dürfte. Trotzdem: Utopia des Stefan Aeby Trios ist ein tolles Album, das erzählt, warum Jazz mit jedem Ton überraschend, munter und hörenswert sein kann.

Album-Daten

Album: Utopia
Interpret: Stefan Aeby Trio
Genre: Jazz
Label: Ozella Music
Jahr: 2013
Spielzeit: 46:59 min
Format: FLAC 44,1/24
Preis: 15 Euro
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: LABEL

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