Spekulation: Otis Redding – Dock Of The Bay Sessions

Mit 50 Jahren Verspätung: Otis Redding - Dock Of The Bay Sessions versucht, ein Album zu rekonstruieren, dass hätte erscheinen sollen, aber nicht mehr konnte

Mit 50 Jahren Verspätung: Otis Redding – Dock Of The Bay Sessions versucht, ein Album zu rekonstruieren, dass hätte erscheinen sollen, aber nicht mehr konnte



hrm_logo_15x50Es hat schon etwas seltsames, wenn exakt 50 Jahre nach dem Tod eines Musikers plötzlich ein brandneues Album auf den Markt geschoben wird, flankiert von spekulativer Authentizität. So gerade geschehen bei dem neuen Otis Redding Album Dock Of The Bay Sessions.

Otis Redding kam im Dezember 1967 bei einem Flugzeug-Absturz ums Leben, gerade als er dabei war, ein neues Album zu konzipieren und aufzunehmen. Er wollte neue musikalische Einflüsse erkunden, spielte verschiedene Sessions ein. Und konnte das Projekt nicht beenden.

Das haben jetzt andere getan. Das heißt, sie haben die Aufnahmen genommen, gemastert und als Dock Of The Bay Sessions zusammen gestellt. Schließlich könne man nicht wissen, wie es Redding hätte klingen lassen wollen, aber immerhin könne man eine Idee liefern, wie es hätte klingen können. Indem man es jetzt klingen lässt. Das hat fast den Charme von alternativen Fakten in der Musik.

Und Otis Redding? Singt zum Auftakt, wie könnte es anders sein, (Sittin’ On) The Dock Of The Bay, der posthume Nummer-1 Hit, der im März 1968 die Charts eroberte. Etwas bassdünn ist der Song, mit Meeresrauschen als Untermalung, mit smartem Charme in der Stimme, und dem bekannten Pfeifen zum Schluss. Keine drei Minuten lang und trotzdem immer wieder schön.

Auch schön: Think About It. Redding singt mittig auf einer gewaltig gespreizten Bühne, die rechts außen den Flügel, links die Halbakustik und die Bläser platziert. Das ist sehr gesangsfokussiert und im Kontrast zu den heutigen, oft dicht gepackten Einspielungen aus Pop und anderen beliebten wie publikumswirksamen Genre, eine äußerst erhellende Erfahrung – abgesehen von der rein musikalischen Güte des Stückes, versteht sich.

Insgesamt hat Redding im Zuge seiner Session zwölf Titel einzuspielen geschafft. Schöne ruhige Midtempo-Nummern, und auch da, wo es etwas zügiger wird, wie zum Beispiel bei Love Man, bleibt es soulig, cool und rund.

Die Dock Of The Bay Sessions sind nicht, wie zu erwarten wäre, ein müder Abklatsch möglicher 68-er Einspielungen. Vielmehr haben sich die Produzenten bemüht, die Atmosphäre der Zeit zu konservieren. Keine spitz polierten Höhen, keine Bassdrum mit dem Punch einer Abrissbirne, alles zart und zahm, mit Dynamik aus dem Zusammenspiel statt aus dem Mischpult.

Den Produzenten ist zu meiner Überraschung ein Album gelungen, das tatsächlich so hätte erschienen sein können, hätte Otis Redding noch selber Hand anlegen können. Und selbst wenn es dann doch anders geworden wäre: Auch so ist es ein schönes Album.


1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (No Ratings Yet)



Album-Daten

Titel: Dock Of The Bay Sessions
Interpret: Otis Redding
Genre: Soul
Label: Rhino / Warner Music
Jahr: 2018
Spielzeit: 31:49 min
Format: AIFF 44,1/16
Als CD für 11,90 Euro bei Amazon




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Albedo Air I
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Geräte-Tuning: je 1 Albat Manufacturer Test Chip
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
DAC-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: Audio Selection Creaktiv Sound Control Base
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Rack-Tuning: Creaktiv Erdungs-Set ci2p
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecherkabel-Tuning: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev
Stromleisten-Tuning: creaktiv Systems Power-Plug Optimizer Abschlußstecker
An diversen Stellen: biophotone Magic Akasha Sound Chips
Steckerleiste NAS und Router: iFi Audio AC iPurifier

Raum-Tuning:
E-Smog: Kemp Elektronik Schumann Resonanz Plug
Strom: Gigawatt Sicherungs-Automat G-C20A
Strom: Gigawatt Steckdose G-044
Strom: HiFi-Tuning Fremdgeräuschzerstörer & Quantenstecker
Raum: Creaktiv Air Field-Equalizer
Heizkörper: 4 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar
Fenster Hörraum: 2 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar
Spiegel Bad gegenüber Hörraum: 2 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil



Abbildungen: Rhino/Warner Music


icon artikel mailen

You may also like...