Spannungs-Wandler: HiFi-Tuning Supreme Feinsicherungen

Silber, Kupfer, Blech: Die Feinsicherungen von HiFi-Tuning machen allein schon optisch mehr her als die Massenware

Silber, Kupfer, Blech: Die Feinsicherungen von HiFi-Tuning machen allein schon optisch mehr her als die Massenware (rechts)



hrm_logo_15x50Vor dem großen Umräumen des Hörraums habe ich mir noch einen letzten Test auferlegt: Mit der Feinsicherung für den DAC, deren Test vergangenen Sonntag erschein, kamen von HiFi-Tuning aus Berlin auch zwei Supreme-Feinsicherungen für den Verstärker: 6,3 Ampere träge sind sie beide, aber die eine ist aus Kupfer, während die andere – anlog zur Sicherung im DAC – ein Silber-Produkt ist. Und das macht jetzt was?


Ausführung und Qualität

HiFi-Tuning nennt seine Feinsicherungen Supreme3, denn sie sind dreifach besonders: Aus besonders erlesenen Metallen gefertigt, ihr schwarzer Keramik-Körper ist kryogenisiert und – Punkt 3 – auch Quanten behandelt.

Die beiden Sicherungen aus Berlin machen einen feinen Eindruck. Sie sind makellos zusammengefügt und mit ihrem schwarzen Korpus und den polierten Kappen wirken sie fast schon liebevoll montiert. Auch die Aufschrift ist gestochen scharf, was bei den kleinen Dimensionen, dem Material und der Rundung nicht per se vorauszusetzen ist, sagt ein befreundeter Drucker.

Den Unterschied zwischen den beiden Feinsicherungen aus der Hauptstadt macht das verwendete Metall:

Bei der Supreme3 Kupfer-Ausführung ist es 100-prozentiges Carda Grade 1 Kupfer, das als das feinster weltweit gilt. Sowohl Kappen wie auch Schmelzleiter sind aus ihm gefertigt, wobei die Kappen zudem 24-Karat vergoldet sind.

Die Supreme3 Silber-Sicherung besitzt einen einprozentigen Anteil Gold in der Legierung, auch hier sind Kappen und Schmelzleiter einheitlich aus dem selben Metall hergestellt. Vergoldet ist hier nichts, muss aber auch nicht, denn es ist ja schon integriert, quasi als natürliches Anti-Oxidanz.


Einbau

Um die Supreme3 Feinsicherungen in den Verstärker einsetzen zu können, muss dieser zuerst einmal geöffnet werden. Das dauert eine handvoll Minuten. Anschließend wird die Standardsicherung mittels einer Spezial-Zange aus ihrem Halter gezogen und die erste Supreme-Sicherung mit dem selben Werkzeug an ihrer Stelle eingesetzt. Die Reihenfolge ist Kupfer und später Silber.

Während der Testphase bleibt der Verstärker geöffnet. Das ist zum einen meiner Faulheit geschuldet, zum anderen der Option, möglichst ohne großen Zeitverlust einen Umbau vornehmen zu können, falls mich aus irgendwelchen Gründen früher oder später der Teufel reiten sollte und ich spontan Klangcharakteristika vergleichen möchte.


Hörtest-Basics

Bevor die Zeilen zum eigentlichen Höreindruck folgen, ein paar Worte vorab: Die verwendete Kette ist eher kühl-neutral in ihrem Grundklang. Dazu kommt ein Hörraum, der bei der aktuellen Aufstellung der Komponenten in Längsrichtung einige Bassfrequenzen auslöscht – daher auch der Umbau nach dem Test, aber der aktuelle Klang ist mir vertraut, daher ziehe ich den Test vor.

Dazu ist die Klangregelung des Verstärkers vollständig ausgeschaltet. Die Audio-Signale, die der Mac per Audirvana Plus 3 im Integer Mode an den DAC liefert, werden somit von diesem quasi direkt an die Endstufen des Yamaha-Amps durchgereicht. Natürlich wären unter Einbeziehung der Klangregler bestimmte Klangeffekte modifizierbar, aber zu klären, wie die Mogelpackung unter Zuhilfenahme von edlen Goodies klingt, ist ja nicht das Ziel des Tests, sondern ein reproduzierbares Ergebnis. Also bleibt alles in Neutral-Stellung.

Der Test erfolgte bei jeder Sicherung in zwei Schritten: Der Höreindruck direkt nach dem Umbau bildet die Basis, die von einem weiteren Durchgang nach drei Tagen ergänzt wird. Dazwischen lag jeweils eine achtstündige Nachtschicht mit rosa Rauschen und eine zweite mit einer Endlosschleife Isotek Full System Enhancer sowie permanent anliegendem Strom über den gesamten Testzeitraum, damit die Sicherungen aklimatisieren können.

Was noch zu tun wäre? Anfangen!


Wirkung der Supreme3 Cardas-Kupfer Feinsicherung



Sieht aus wie Gold, ist aber vor allem Kupfer: Die Supreme Feinsicherung aus Cardas Kupfer ist 24 Karat vergoldet

Sieht aus wie Gold, ist aber vor allem Kupfer: Die Supreme Feinsicherung aus Cardas Kupfer ist 24 Karat vergoldet



Zuerst darf die Supreme3 Cardas-Kupfer Feinsicherung ans Werk gehen. Ihre stromführenden Elemente sind alle aus diesem hochwertigen Kupfer gefertigt, die Kappen für den Kontakt zur Außenwelt sind zusätzlich 24-karat vergoldet, damit sie nicht korrodieren.

Den Auftakt des Hör-Tests bilden Dire Straits mit You And Your Friend. Erster Eindruck: Der Klang ist offener, feiner und sauberer. Dazu wächst die Bühne insbesondere in der Tiefe, allerdings auf den Zuhörer zu, statt sich im Nirwana eines Wand-Jenseits zu verflüchtigen. Das ist sehr sauber, hat allerdings ein Manko: Die Bass-Fettigkeit geht zugunsten einer besseren Ortbarkeit und mehr Präzision ein klein wenig verloren. Ob mir das gefällt? Mal weiter hören.

Brooke Sharkey hat in ihrem Your Tomorrow einen schönen runden Kontrabass an Bord. Und der klingt auch schön und rund. Und etwas dünn. Die zahlreichen Details des Stückes allerdings, die sind in solcher Nähe und Feinheit zu vernehmen, dass kaum noch ein Unterschied zu den bisherigen Kopfhörer-Darbietungen besteht (wobei die ja auch noch zu probieren sind). k

Cassandra Wilson intoniert Good Morning Heartache so dicht vor mir, dass ich meine, ihren Stimmbändern bei der Arbeit zusehen zu können. Und auch hier: Ein Plus an Detail und Transparenz, Tiefe und Fülle. Und einem eher akademischen als prolligen Bass, allerdings mit einem erfreulichen Plus an Musikalität in der Feinstruktur.



Aufgeräumter, sensiblerer Klang – ein Plus der Supreme-Feinsicherung aus Cards Kupfer

Aufgeräumter, sensiblerer Klang – ein Plus der Supreme-Feinsicherung aus Cards Kupfer



Da ich nun die ganze Zeit über zu wenig Bassbutter auf dem Brot maule, greifen wir doch mal direkt in die Kiste Dick-und-Fettig. Stone Sours Sadist brummelt angenehm und breit in die Ohren – und erstmals freundlich, statt nur präsent. Ein Plus an Obertönen und ein Minus an Minimal-Matschigkeit scheinen die Formel zu sein, die diese neue Chemie erschafft.

Dazu klingen die Trommeln füllig und die Attacks sind sauber, ja geradezu zackig genau. Wirbel zum Mitlesen (oder -schreiben), falls mal eine Analyse fällig sein sollte. Mir drängt sich dagegen ein Grinsen ins Gesicht, und da ist es gut aufgehoben.

Der Holy Drinker (Live in Frankfurt) von Steven Wilsons Album Drive Home liefert ein ähnlichen Effekt, als Nicolas Beggs mit dem Chapman Stick einsetzt: Sehr präzise ortbares Grummeln, knackig und warm. Und den erneuten Beleg, dass Wilson geniale Musik schreibt, die er im dann als Gesamtbild mäßig abmischt. Geschenkt.

Wobei mir da einfällt, dass Bernd C. Ahne gesagt hatte, die Sicherungen bräuchten ein bisschen Einspielzeit, so dass direkt nach der Operation festgehalten werden kann: Mehr Detail, Präzision und Bühne gibt es vom Fleck weg. Und Tage darauf?

Wird der Klang noch etwas feiner, der Bass eine Spur konturierter, aber die Fülle der einfachen Werkssicherung in Glas und Blech erreicht er nicht. Dazu im Fazit später noch ein Wort (denn der Mangel hat mit zu viel Qualität zu tun).


Wirkung der Supreme3 Silber-Sicherung



Optisch weniger spektakulär als die vergoldete Kupfer-Sicherung, aber aus dem elektrisch besseren Leiter gefertigt: Die HiFi-Tuning Supreme Feinsicherung aus (beinahe) Rein-Silber

Optisch weniger spektakulär als die vergoldete Kupfer-Sicherung, aber aus dem elektrisch besseren Leiter gefertigt: Die HiFi-Tuning Supreme Feinsicherung aus (beinahe) Rein-Silber



Der bessere Leiter als Kupfer heißt Silber. Daher gibt es von HiFi-Tuning die kleinen Schmelzsicherungen auch aus Argentum Magicum, denn, wie schon berichtet, ist es eigentlich gar nicht möglich, Sicherungen aus Reinsilber zu fertigen. Die Berliner machen es trotzdem, vermutlich mit Magie.

Die wesentlich wichtigere Frage ist allerdings, ob es auch magischer klingt, wenn Silber die erste Kontrollinstanz darstellen darf. Also raus mit der Cardas-Kupfer-Sicherung und hinein mit dem goldlegierten Silberling der Supreme3 Serie. Und jetzt?

Die selben Protagonisten gehen ans Werk: Brooke Sharkey ist schon direkt nach dem Umbau etwas feiner aufgelöst als gerade eben noch. Selbiges gilt auch für Dire Straits, was insbesondere bei der schepprigen Präsenz der Dobro auffällt. Die Bassstrukturen von Samuel Yirgas Abet Abet sind toll differenziert, Merci Streets von Peter Gabriel ist sehr offen und weit, die Schellen singen mehr als dass sie klingen, und der Bass schmeichelt sich sehr harmonisch in den Gesamtklang ein.

Die Bühne ist bei allen Aufnahmen noch eine Spur luftiger, weiter, offener. Instrumente sind klarer, die Ortung in komplexen Passagen noch leichter. Das danken Seiji Ozawa und das Mito Chamber Orchestra mit einer Aufführung, die das Klang-Werk wunderbar, fast blumig bunt und duftend im Raum entfaltet, dabei eine erstaunliche Feindynamik offenbart und das näselnde Holz der Violinen ebenso leicht hörbar macht wie das Flöten-Silber.



Ent-schärft den Klang ohne ihn zu berauben: die HiFi-Tuning Supreme Feinsicherung aus Silber

Ent-schärft den Klang ohne ihn zu berauben: die HiFi-Tuning Supreme Feinsicherung aus Silber



Was hierbei – wie überhaupt – auffällt: Die Schärfe, die manchem Musikstück oder auch nur manchem Instrument in einem Stück inne wohnt, ist gebannt. Alles klingt feiner und sanfter, aber nicht nach adhäsivem Weichspüler oder verwischendem Weichzeichner. Es ist einfach ent-schärft.

Und was macht die Bass-Macht? Nun, sie ist im Vergleich zur Werksausstattung auch im Silber-Modus zurückhaltend, dabei allerdings außerordentlich präzise und aufgeräumt. Kein Gewuschel, kein Genuschel, kein Gedröhn, dafür blitzgeschwind im Attack, präzise im Ton und warmherzig im Ausklang. Das ist über Lautsprecher schön, über Kopfhörer noch schöner wahrnehmbar. Der Kontrabass von Brooke Sharkes Your Tomorrow, der bei seinem ersten Einsatz die Elektrostaten sonst schnell zum Flatter bringt, brummt nun glatt und stimmig durch.

Und dann grätscht mit die Jerusalem, Jerusalem – Orgelimprovisajion des Himmelrand (Holistic Mix) in die Zeilen: Der Tiefbass der Orgel wummert sich mal eben so klar hör- wie spürbar durch den Raum, dass ich überrascht aufhorche. Dass es ihn gibt, war mir bekannt, so deutlich konturiert wie präzisiert habe ich ihn aber noch nie gehört.

Drei Tage später dann das Update: Hat sich die Performance des Systems nach drei Tagen Einstrom-Zeit für die Silber-Sicherung geändert?

Definitv JA. Die positiven Effekte, die sich schon zu Beginn zeigten, haben sich etabliert, die Feinheit ist noch eine Spur filigraner und sensibler. Auch das Bass-Thema ist Geschichte: Präzision ja. Fülle und Körper auch. Und Spaß? Auf jeden Fall.

Fazit

Die beiden HiFi-Tuning Supreme3 Feinsicherungen aus Cardas-Kuper bezeihungsweise aus Silber sind exzellente Klangverbesserer. Der monierte Bass-Bann liegt neben dem Raum vor allem am Tempo der Signalübermittlung: Wenn es schneller geht, bleibt weniger kleben, und bei zunehmender Genauigkeit, wie sie in Diskant und Mitten leicht auszumachen ist, erfährt der Bass entsprechend auch ein Plus an Präzision.

Dieses Präzisions-Plus geht mitunter auf Kosten der herrlich-warm-pseudo-analogen Bass-Matschigkeit, an die man von Herstellern allerorten wie von selbst gewöhnt wird. Bauten sie nämlich von Beginn an hochwertige Sicherungen (und noch ein bisschen anderes) ein, wären die Klangunterschiede und -zugewinne jedem vertraut. Aber dann säße vermutlich das Geld nicht so locker für die mehrere hundert Euro teureren Komponenten der Klasse „etwas besser“. Im Ergebnis wäre das akustische Glücksgeschäft fiskalisch ein Verlustgeschäft, was ein verantwortungsvoll handelnder Unternehmer natürlich nicht riskieren kann.

Somit bleibt es in der Hand des Kunden, dafür zu sorgen, dass er sein Gerät in die Lage versetzt, sein Leistungspotenzial zu entfalten. Durch bessere Stromkabel, eine bessere Steckerleiste, eine bessere Wandsteckdose, eine HiFi-taugliche Sicherung im Hausstrom-Kasten. Und eine kleine aber feine Schmelz-Sicherung im Verstärker. Im DAC. Im CD-Player. Wo auch immer eine zu finden ist.

Für keine 40 Euro das Stück ist das ein echtes Schnäppchen. Und besser als mit der teuren neuen Komponente, die als Alternative aus dem Schaufenster winkt, ist der Klang vermutlich auch noch.


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Produkt-Daten

Produkt: Feinsicherung
Hersteller: HiFi-Tuning
Modell: Supreme3 Silber & Supreme3 Kupfer
Besonderheit: hochwertige Metalle, kryogenisiert, Quanten-behandelt
Maße: 2,0 cm x 0,5 cm ø
Preis: Silber 39 EUR; Kupfer 35 EUR Euro
Hersteller-Website: HiFi-Tuning




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Geräte-Tuning: je 1 Albat Manufacturer Test Chip
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
DAC-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: Audio Selection Creaktiv Sound Control Base
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Rack-Tuning: Creaktiv Erdungs-Set ci2p
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecherkabel-Tuning: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev
Stromleisten-Tuning: creaktiv Netzstecker mit ci2p-Technologie
An diversen Stellen: biophotone Magic Akasha Sound Chips

Raum-Tuning:
E-Smog: Kemp Elektronik Schumann Resonanz Plug
Strom: Gigawatt Sicherungs-Automat G-C20A
Strom: Gigawatt Steckdose G-044
Strom: HiFi-Tuning Fremdgeräuschzerstörer & Quantenstecker
Raum: Creaktiv Air Field-Equalizer

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: HighResMac/Tom Semmler

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