Spannende Mischung: Seba Kaapstad – Tagore’s

Das Album Tagore's von Seba Kaapstad ist eine Überraschung – besonders dank Sängerin Zoe Modiga

Das Album Tagore’s von Seba Kaapstad ist eine Überraschung – besonders dank Sängerin Zoe Modiga



hrm_logo_15x50Im Herbst bekam ich ein Album, das heißt, ich bat um ein Album. Eines, das mich vom ersten Moment an überraschte und in seinen Bann zog und das ich besprechen wollte. Ich hörte es und hörte es und hörte es und… – schrieb kein Wort. Ladehemmung. Wortblockade. Audiophile General-Legasthenie.

Nun probiere ich es erneut. Immerhin, ein Absatz ist geschafft und die Musik läuft im Hintergrund: Seba Kaapstad – Tagore’s. Zehn Stücke, knapp eine Stunde Musik, ein Konglomerat rheinischer, schwäbischer, koreanischer und südafrikanischer Einflüsse. Jip, richtig gelesen: Ungewöhnlich und sehr spannend.

Seba Kaapstad ist ein Projekt, das der Musiker Sebastian Schuster 2013 anschob, als er ein Jahr in Kapstadt verbrachte. Dort lernte er den Sänger Ndumso Manana und die Sängerin Zoe Modiga kennen, spielte mit ihnen ab und an und fragte sie schließlich, ob sie mit ihm ein Album aufnehmen würden. Das führte zu fleißigem Treiben und sieben gemeinsamen Stücken, dazu zwei von Sebastian und seiner Schwester Franziska. Und zu einem Album: Tagore’s, dessen Name auf ein Lokal in Kapstadt Bezug nimmt.

Was besonders auffällt ist die Art, wie die sechsköpfige Band immer wieder Gesang und Rhythmus in Unisono-Passagen verflechtet. Oder wie der Gesang von Ndumso Manana und Zoe Modiga harmoniert und sich im Wechselspiel ergänzt. Überhaupt, Zoe Modiga. Kennen Sie nicht? Sollten Sie aber:

Modiga hat die 2016-er Staffel der südafrikanische Ausgabe von The Voice gewonnen. Und schon vorher hat sie ihre musikalische Qualität hinreichend unter Beweis gestellt. Neben ihrer Gabe, Musik zu leben und Geschichten mit Mimik und Gestik ausdrucksstark zu flankieren – was auch dem Album natürlich nicht zu sehen ist. Aber so wie sie (auch) hier klingt, wird sie (auch hier) nicht still und brav hinter dem Mikrofon gestanden haben. Gut so.

Der Charme ihrer Stimme entfaltet sich beispielhaft in Constantly Floating, das Modiga zuerst nur von Gee Hye Lee, der koranischen Pianisten des Sextetts, gestaltet. Später setzen auch Schuster am Bass und Thomas Wörle am Schlagzeug ein, aber nur, um die Basis zu verstärken und die Dynamik anzufachen. Was brennt, ist der Gesang Modigas.

Spannend auch der Wechselgesang Modigas mit Ndumso Manana bei Hello. Das pendeln, das hin und her der Stimmen im Refrain schafft eine ungewöhliche Stimmung und illustriert zugleich die Qualität der Aufnahme mit Blick auf Transparenz und Bühne. Er links, sie rechts, dahinter Piano, Schlagzeug, Bass, sehr aufgeräumt und trotzdem raumfüllend im Klang. Eine feine Akustik.

Musikalisch bewegt sich die Formation zwischen Jazz, Hip-Hop und jeder Menge Spaß und wird dafür vermutlich als World Music eingetütet. Die Stücke sind frisch, abwechslungsreich, überraschend. Manchmal ein bisschen zu ordentlich, beispielsweise wenn in Flatline der Refrain in die Strophe zurückfällt und plötzlich etwas leer wirkt, wobei das wohl bloß den Fokus leichter auf die Sängerinnen – Modiga mit Frankziska Schuster – halten soll. Und auf den Zwischenspielen.

Sei’s drum. Tagore’s ist ein schönes und spannendes Album mit einer prima Band, tollem Zusammenspiel, feiner Nuancierung und einer beeindruckenden jungen Sängerin aus Südafrika. Allein sie ist schon ein Grund, in die Titel hinein zu hören.


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Album-Daten

Titel: Tagore’s
Interpret: Seba Kaapstad
Genre: Jazz/World Music
Label: JAZZNARTS Records
Jahr: 2016
Spielzeit: 57:16 min
Format: WAV 88,2,/24
Preis: 15,00 Euro
Zu finden bei JAZZNARTS RECORDS (CD!)





Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 2, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (4 St.)
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7



Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 2, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: JAZZNARTS Records


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