Schwebender Klang: TritonAudio NeoLev

Die NeoLevs von TritonAudio sind Enkoppler, die mit Magnetismus arbeiten

Die NeoLevs von TritonAudio sind Enkoppler, die mit Magnetismus arbeiten



hrm_logo_15x50Vor einer Weile haben wir diverse Methoden zum Entkoppeln von Lautsprechern verglichen und kurz danach die Audio Exklusv c.D.c. Feet ergänzt. Trotzdem fehlt noch etwas: magnetische Lösungen. Auf die hat uns ein Leser aufmerksam gemacht, und zwar auf ein ganz spezielles Produkt: Die NeoLevs von TritonAudio aus den Niederlanden. Warum die keiner kennt? TritonAudio konzentriert sich auf die Ausstattung von Tonstudios. Das soll uns aber nicht stören.



Allgemeines

TritonAudio verkauft seine NeoLevs direkt im hauseigenen Online-Shop und dazu einzeln. Für knapp 40 Euro das Stück kann man sich so die benötigte Menge magnetischer Abstandshalter zusammen stellen – wer leichtere Boxen oder Endgeräte besitzt und diese gerne auf drei statt vier Füße stellen möchte, kann also auch Sets in 3-er Schritten bestellen. Das ist schon mal praktisch.



Lieferumfang

Die NeoLevs kommen in einer Papprolle und sind in einen Zipper-Bag eingewickelt. Dazu gibt es noch ein kleines Rundholz von 3 cm Länge, das als Platzhalter (oder Platzmacher) unter das jeweilige Gerät oder den Lautsprecher gestellt werden kann, damit anschließend der NeoLev leichter appliziert werden kann.



Qualität. Maße, Verarbeitung

Die Triton NeoLevs sind magnetische Abstandhalter und halten beim Auspacken kräftig zusammen. Das liegt daran, dass die Unterseite des Deckels in die Unterseite des Fußes gesteckt ist, wodurch gegensätzliche Pole aufeinander gerichtet sind und natürlich einander anziehen. Und die Neodynium-Magnete sind sehr engagiert bei der Arbeit.



Zwei Hälfte, ein Glück: Die Oberseite eines NeoLev bilden ein flacher Deckel und ein Stift, die Unterseite ein solider Fuß mit Aufnahme für den Stift.

Zwei Hälfte, ein Glück: Die Oberseite eines NeoLev bilden ein flacher Deckel und ein Stift, die Unterseite ein solider Fuß mit Aufnahme für den Stift.



Sobald die NeoLevs getrennt sind, hält man in der einen Hand den eigentlichen Fuß. Er ist massiv, aus Metall gefräst, misst 2 cm in der Höhe und 4,8 cm im Durchmesser. Auf seiner Unterseite hat er einen Gummiring eingearbeitet, der den Boden schützt und zugleich noch etwas gegen den Boden entkoppelt. Auf der Oberseite hat er mittig eine verchromte Metallhülse eingearbeiet, die in ihrer Mitte eine Bohrung aufweist, so dass hier ein Stift eingeführt werden kann.

Dieser Stift findet sich an der Unterseite des – sagen wir mal: Deckels. Der Stift ist ebenfalls verchromt, der Deckel selber ist schwarz und gleichfalls aus Metall. Sein Durchmesser entspricht dem des Fußes, hoch ist er 3 mm ohne und 2,8 cm mit Stift. Auf der Oberseite des Deckels ist außerdem noch der weiß ausgelegte Firmenname TritonAudio eingefräst.



Verwendung

Die NeoLevs arbeiten mit Magnetismus. Das heißt, sie bestehen aus zwei Teilen, die sich gegenseitig abstoßen – und wenn kein Gewicht auf ihnen lastet, wirft der Fuß seinen Deckel ein paar Zentimeter in die GEgend, bevor der irgendwo auf dem Fußboden zum Liegen kommt.



Nur mit Tesa möglich: Um einen zusammen gesteckten NeoLev solo fotografieren zu können, müssen die magnetischen Teile mit Klebeband fixiert werden.

Nur mit Tesa möglich: Um einen zusammen gesteckten NeoLev solo fotografieren zu können, müssen die magnetischen Teile mit Klebeband fixiert werden.



Um die NeoLevs zu platzieren, muss zuerst der Deckel in den Fuß gesteckt werden. Das ist ein bisschen Puzzelei, weil die gleichpoligen Magnete einander abstoßen und der Stift ständig nach außen drückt. Mit etwas Geduld und Kontrolle ist dem aber schnell begegnet, und dann müssen Deckel und Fuß nur noch so lange händisch zusammen gedrückt werden, bis sie platziert sind.

Sobald ausreichend Gewicht auf den NeoLevs lastet, hält die Verbindung quasi von selbst (was physikalisch nicht korrekt ist, aber das ignorieren wir mal). Der Stift des Deckels taucht in die Öffnung des Fußes ein und nivelliert sich je nach Belastung mehr oder weniger weit oben.

Die Hans Deutsch HD 311 Retro wiegen jeweils gut 21 Kilogramm, was deutlich unter der Maximalbelastung der vier NeoLevs liegt – diese beträgt 32 Kilogramm. Daher tauchen die Deckel nicht vollständig ein. Bekommt die Box einen kleinen Schubs, schwingt sie leicht hin und her. Das erinnert entfernt an einen Kistenteufel, der auswackelt, ist aber nicht dramatisch und setzt die Lautsprecher keiner ernsthaften Kippgefahr aus.



Die Wasserwwage zeigt es: Die TritonAudio NeoLevs halten die Box von selbst in Waage – selbst auf schwimmendem Parkett

Die Wasserwwage zeigt es: Die TritonAudio NeoLevs halten die Box von selbst in Waage – selbst auf schwimmendem Parkett



Somit bleibt alles im Lot. Übrigens auch in der Waage – eine aufgelegte Wasserwaage zeigt, dass selbst bei leicht unebenem schwimmendem Parkett die Lautsprecher-Boxen horizontal und vertikal weitgehend austariert stehen – ganz von allein und ohne viel Fummelei, Nachjustieren mittels Schraubfüßen oder Anheben mit ein paar Lagen gefalztem Papier.



Wirkung

Die NeoLevs sollen entkoppeln. Das machen auch Spikes, Gummipuffer & Co., und sie machen das ganz ordentlich. Allerdings waren Spikes in Kombination mit den Audio Exklusv c.D.c.-Feet noch etwas besser als Spitzentanz only. Mithin ist also noch Luft nach oben. Ob das mangetische Quasi-Luftkissen hier weiter hilft, zeigt der Play-Button.



Abgehoben: Die NeoLevs entkoppeln die Box mittels Magnetismus vom Boden und halten sie wie auf einem Luftkissen schwebend.

Abgehoben: Die NeoLevs entkoppeln die Box mittels Magnetismus vom Boden und halten sie wie auf einem Luftkissen schwebend.



Michel Portal darf zuerst: Domimonk vom Album Minneapolis ist bassmunter, impulsfreudig und dicht gewebt dazu. Perfekt also, um eine erste Maximalbelastung zu probieren. Das Ergebnis? Offen klingt es, aufgeräumt, transparent und – bassiger. Tatsächlich schienen die NeoLevs dem Frequenzband rundum gut zu tun.

Your Tomorrow von Brooke Sharkeys Album Wandering Heart stellt andere Anforderungen: Authentizität und Präzision sind die Leistungsparameter, die bei ihrem Gesang gefordert sind. Und auch die liefern die NeoLvs. Und noch mehr: Der Raum ist leichter zu differenzieren, die Musik ist schnell und mühelos zu erfassen. Das fordert nach mehr Komplexität:

Die gibt es mit Jerusalem, Jerusalem aus dem Album Himmelrand des Uranienborg Vokalensemble mit Inger-Lise Ulsrud & Elisabeth Holte: Chor, Orchester und Orgel geben sich ein eng durchwobenes Stelldichein, das schon ab und an Probanden vor nicht zu lösende Herausforderungen gestellt hat. Und die NeoLevs?

Beschränken sich auf Schulterzucken. Sie lassen die Musik herumtollen und bleiben gelassen. Dynamik? Bitteschön. Transparenz? Gerne. Ein luftig gefülltes Frequenzband? Sicher doch. Was erfreut und angenehm überrascht.

So geht es weiter: I Can’t Stop Thinking About You von Stings jüngstem Werk 57TH & 9TH sprudelt lebendig und klar aus den Speakern, Cassandra Wilson haucht Good Morning Heartache von ihrem Album Coming Forth By Day mit erstaunlicher Detailfülle in den Raum, Slow von Logan Richardsons Album Shift kommt mit großer Bühne und sauber differenziert

Und: Über aller Musik liegt ein warmer, klarer Bassteppich voller präziserer Add-ons wie Zupfgeräuschen, Saitenschnarren und feinen Obertönen als Extra-Würze.



Fazit

TritonAudio ist mit den NeoLevs ein ausgesprochen tolles Produkt gelungen. Die magnetischen Entkoppler reduzieren das Wechselspiel von Schallquelle und Standfläche auf ein Minimum, im Gegenzug erlauben sie mehr Leichtigkeit und Fülle.

Besonders angenehm fällt die vollere und zugleich musikalischere Basswiedergabe auf. Sie bereichert die Musik, die jetzt über das gesamte Frequenzband auf Augenhöhe spielt. Dabei klingt sie transparent und ganz natürlich, lässt sich wunderbar verorten und auch komplexe Passagen lassen sich unangestrengt verfolgen – und genießen.

Wer Freude an munter und leichtfüßig aufspielender Musik hat, wird mit den NeoLevs sicher seinen Spaß haben. Und mit ihrem Preis ebenfalls.



Test TritonAudio NeoLev - Ergebnis: 5 Sterne und Referenz


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Produkt-Daten

Produkt: Entkoppler
Hersteller: TritonAudio
Modell: NeoLev
Besonderheit: Magnetischer Entkoppler
Tragkraft: 8 kg/St.
Maße: 48 mm x min.22/max.30 mm (zusammengefügt)
Gewicht: 142 gr./St.
Preis: 39,90 Euro / St.
Hersteller-Website: TritonAudio




Audio-Setup

Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 2, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Lautsprecherkabel-Tuning: in-akustik Referenz Cable Base
Boxen-Tuning: TritonAudio NeoLevs

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil




Abbildungen: HighResMac/Tom Semmler

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