Sarah Marie Young – Little Candy Heart

Sarah Marie Young - Little Candy Heart

Sarah Marie Young – Little Candy Heart


hrm_logo_15x50Der Titel lässt arg plüschiges Barbie-Gedudel befürchten: Little Candy Heart. Also bitte. Sind wir schon erwachsen? Oder sollten wir es nicht wenigstens sein? Nun ja, vielleicht mitunter schon. Sarah Marie Young schaut auch so aus, und ist es auch. Jazz-Sängerin auch Chicago, auf dem Montreux Jazz Festival von keime geringeren als Quincy Jones ausgezeichnet. Und tatsächlich, Ihre Stimme klingt toll. Wäre da nicht die Musik, die sich in der viel zu banalen Berechenbarkeit von US-Chart-tauglichem Jazz verliert.

Manchmal ist das Zitat eines Produzenten mehr Warnung als Lob – auch wenn der es andersherum gedacht hat. Der erzählt in einem Begleittext des Booklets, dass er Sarah und Stu (den Keyboarder) als einzige der Musiker am Tag vor den Aufnahmen zum Mittag getroffen hatte und die anderen gar nicht kannte. Aber dann: Als sich alle im Studio zusammen setzten, los spielten und ein nervenzehrendes Feinjustieren einstellen hätte können, löste sich statt dessen der Klang in Wohlgefallen auf. Nach zwei Tagen war das Album aufgenommen. Perfekt?

Wie man’s nimmt. Im Fall von Sarah Marie Young sind es Studio-Musiker, die gemeinsam ihr Album einspielen. Alle grooven, und das akademisch korrekt. Elf Songs, auf Sicherheit eingespielt. Amerikanisch perfekt, mit amerikanischem Feel, das in amerikanischen Charts seinen Platz finden und in amerikanischen Wettbewerben Preise einheimsen kann. Alles schon mal gehört, nur noch nicht genau so.

Dabei gibt es einiges an schönen Passagen, kleine, kantige Charakter-Elemente, die Hoffnung auf mehr machen: Die Rhythmus-Gruppe grooved fantastisch in der Strophe des Titelsongs Little Candy Heart. Das verstimmte Klavier im Intro von Lo And Behold ist eine herrliche Metapher, und der Song selber ist charmant soulig. Und die Harmonik des Refrains von Messing Up Your Bed ist auch ein Aufhorcher. Nur das Lied selber isn’t messing up anything. Viel zu brav, um seinem Titel gerecht zu werden. Da wird nicht durcheinander gebracht, sondern höchstens platt gekuschelt. Sorry for that.

Little Candy Heart ist ein professionell eingespieltes, akustisch gut sortiertes und fein differenziertes Album, dem aber die kleinen Brüche und charmanten Kanten fehlen, um ein echter Hinhörer zu sein. Jedenfalls für meinen Geschmack. Die Musik ist berechenbar und in weiten Bereichen kommt sie einem bekannt vor, auch wenn die Lieder bisher noch nirgends gelaufen sind.

Ich denke, Sarah Marie Young kann mehr. Just dare it!



Album-Daten

Titel: Little Candy Heart
Interpret: Sarah Marie Young
Genre: Jazz
Label: SnipRecords
Jahr: 2014
Spielzeit: 40:37 min
Format: FLAC 96/24
Preis: 21,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus 2, Amarra 3.0
Betriebssystem: OS X 10.7 Lion
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus 2, Amarra 3.0
Betriebssystem: OS X 10.10 Yosemite
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: SnipRecords

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