Ruhe, bitte: Audiophile Innovationen Abschluss-Stecker 75 Ohm

Schlichter Anzug, feiner Effekt: Der 75 Ohm Abschlussstecker von Audiophile Innovationen kann das Klangbild positiv beeinflussen

Schlichter Anzug, feiner Effekt: Der 75 Ohm Abschlussstecker von Audiophile Innovationen kann das Klangbild positiv beeinflussen



hrm_logo_15x50DAC, CD-Player, Streaming-Receiver – Manches Gerät in der Audio-Kette hat einen digitalen Ein- oder Ausgang. Und ist der nicht verkabelt, kann das den Klang beeinflussen. Denn offene digitale Ein- und Ausgänge können wir kleine Antennen wirken und Störsignale einfangen, die sie dann munter in das Geräteinnere weiter reichen. Damit das nicht passiert, gibt es von verschiedenen Herstellern sogenannte 75 Ohm Abschluss-Stecker. Wir haben einen ausprobiert.

Bekommen haben wir den Stecker von Audiophile Innovationen aus Dorsten. Er ist ein händisch konfektioniertes Produkt aus eigenem Hause und von der reinen Beschreibung klingt er nach etwas sehr ordentlichem:


Produkt-Beschreibung

Dem Audiophile Innovationen 75 Ohm Abschluss-Stecker dient ein Neutrix NYS 373 Cinch/RCA-Stecker als Basis. Seine Kontaktflächen sind vergoldet, dazu ist sein Massekranz geschlitzt. Hierdurch soll er besonders gut auf der Cinch-Buchse aufliegen, was die Übergangs-Widerstände besonders klein hält.

In dem Neutrix-Stecker befindet sich zwischen Plus und Minus ein 75 Ohm Metallflim-Widerstand, der eine Toleranz von nur einem Prozent aufweist. Verlötet ist er lauft Hersteller mit Silberlot. Auch das macht erstmal einen guten Eindruck.

Im VErbund soll das Trio den Klang beruhigen, indem es Einstrahlungen von außen vom empfindlichen digitalen Innenleben des – in diesem Fall – DAC als dem ausgewählten Digitalgerät fern hält. Nur:

Bringt es auch akustisch etwas? Oder ist es bloß eine Papier-Optimierung?



Neutrix-Stecker, Metallflim-Widerstand, Silberlot – an Qualität hat Audiophile Innovationen bei seinem 75 Ohm Abschlussstecker nicht gespart

Neutrix-Stecker, Metallflim-Widerstand, Silberlot – an Qualität hat Audiophile Innovationen bei seinem 75 Ohm Abschlussstecker nicht gespart




Anwendung und Wirkung

Wie ein Cinch-Stecker verwendet wird, bedarf eigentlich keiner Erklärung: Digitale Anschlusbuchse identifizieren. Stecker aufschieben. Fertig.

Und ist auch was zu hören?

Laut Herstellern – davon gibt es ja mehrere – soll solche in Stecker mögliche Einflüsterungen von außen wirkungsvoll unterbinden und das Klangbild sofort deutlich beruhigen.

Nun hatte ich schon an andere Stelle berichtet, dass die Zahl der Störquellen im Umfeld meiner Kette nicht so üppig ist, was mögliche Wunderwaffen ein wenig die Spitze nimmt. Und dem Abschluss-Stecker?

Vielleicht ist mein DAC nicht sonderlich antennig veranlagt. Oder es ist wirklich zu unterversorgt mit Störungen. Eine dramatische Klangberuhigung jedenfalls ist nicht wahrzunehmen. Oder meine Phantasie war angesichts der Prospektbeschreibungen etwas zu erwartungsfroh? Denn ohne Wirkung ist der Stecker auch nicht.



Am Digitalausgang des DAC eingesteckt scheint der 75 Ohm Abschlussstecker zuerst kaum etwas zu verändern. Wohlgemerkt: zuerst.

Am Digitalausgang des DAC eingesteckt scheint der 75 Ohm Abschlussstecker zuerst kaum etwas zu verändern. Wohlgemerkt: zuerst.



Was sofort auffällt: Die Musik bekommt etwas mehr Körper und Wärme. Die Bass-Artikulation fällt straffer aus und die Mitten treten freundlicher auf. Auch die Höhen präsentieren sich sanftmütiger, ohne dass sie an Dynamik einbüßen. Tatsächlich scheint die Musik in Summe sogar etwas sensibler aufzuspielen. Wie ich das meine?

Nehmen wir Brooke Sharkey und ihr Your Tomorrow. Der Einsatz des Kontrabasses ist spontaner, die Klangentfaltung schneller, der Ton dunkler und voller. Alles nicht in Möbelwagen großen Dimensionen, aber wahrnehmbar. Auch die mit Schlegeln gespielten Wirbel auf dem Crash-Becken im späteren Verlauf ist früh und deutlich wahrzunehmen, als er im Hintergrund eigentlich noch heranflüstert und nicht schon im grellen Licht der Bühnen-Beleuchtung steht.

Oder nehmen Black Night White Light von Frankie Goes To Hollywood. Nicht für die Musik per se, sondern für ein Detail darin: Die herabrollende Metall-Jalousie, bei der man das Quietschen im Anlauf ebenso deutlich hören kann, wie sich die Metall-Lamellen fast schon abzählen lassen. Das lässt auf Wirkung schließen.

Und was sagen die Klassiker dazu? Beginnen wir mit Chor-Musik. Katie Melua und der Gori Choir stimmen Little Swallow an und belegen: Die Zischlaute im Diskant äußern sich sanfter, das Stimmvolumen nimmt zu, die Gesamtdarbietung gewinnt eine Spur an Wärme.

Und wenn noch ein Orchester dazu kommt? Marianne Torsen und die TrondheimSolistene tragen den ersten Satz von Mozarts Violinenkonzert in D-Dur KV 218 mit Verve vor. Und obwohl die MQA-Fassung per se schon schön natürlich ist und Morten Lindberg sehr feinfühlig abgemischt hat, gewinnt auch dieses exquisite Klangwerk noch hinzu. Wiederum sind es die Höhen, die in den Spitzen einige Widerhaken einbüßen, die bisher unbemerkt im Ohr schmirgelten. Ein nennenswerter Zugewinn an Harmonie oder Wärme ist dagegen nicht auszumachen – dafür ist die Aufnahme einfach zu gut, zumal wenn als MQA abgespielt.

Anders verhält es sich dagegen bei der Sinfonia drammatica von Respighi, einbespielt vom Orchestre Philharmonique de Liège unter John Neschling. Nach dem sägerauen Einstieg entwickelt sich das Auftakt-Drama des ersten Satzes in Gestalt von hart an der Eskalation entlang schrammender Violinen im intensiven Zusammenspiel mit anderen Hoch-Tönern dank des Steckers zu einem spannenden akustischen Vergnügen.

Zieht man den Stecker ab, schaut das schon anders aus: „Lärmend“, war der Kommentar der Begleithörer, wobei die dB auch der Provokation Halber knapp an den 100 lagen. Eindeutig kratzt dann das sägerau unbehauen-bedrohlich am Trommelfell, das vor wenigen Sekunden noch interessierte Impulsauswertung betrieb und jetzt lieber schnell verschwinden möchte. Zumindest aber einen Beschwerdebrief an die Störquellen des akustischen Vergnügens schreiben mag.

Dass der Stecker auf der Digitalbuchse platziert für ein wenig mehr Ruhe im Klangbild sorgt und hierdurch die orchestrale Darbietung bereichert, ist somit ein zusätzliches Plus, das er sich anheften darf.


Fazit

Der Abschluss-Stecker 75 Ohm von Audiophile Innovationen stellt nicht die Welt auf den Kopf, aber er sorgt für ein Plus an Freude im Ohr. Das ist per se schon mal gut, bei einem Preis von unter 10 Euro aber noch viel besser. Ein Plus an Transparenz, ein Minus an Schärfe, ein Extra an Fülle, eine Spur mehr Wärme sind sonst für diesen Preis im HiFi-Markt nicht zu haben. Und dazu ist der Stecker denkbar simpel zu handhaben – die notwendige Bewegung hat jeder schließlich schon zig mal ausgeführt.

Da sollte kein Widerstand mehr bleiben, mal den Stecker mit dem Widerstand zu testen.


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Produkt-Daten

Produkt: Stecker
Hersteller: Audiophille Innovationen
Modell: 75 Ohm Abschlussstecker
Besonderheit: hochwertige Materialien und Verarbeitung
Preis: 9,90 Euro
Hersteller-Website: Audiophile Innovationen




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Albedo Air I
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Geräte-Tuning: je 1 Albat Manufacturer Test Chip
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
DAC-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: Audio Selection Creaktiv Sound Control Base
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Rack-Tuning: Creaktiv Erdungs-Set ci2p
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecherkabel-Tuning: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev
Stromleisten-Tuning: creaktiv Systems Power-Plug Optimizer Abschlußstecker
An diversen Stellen: biophotone Magic Akasha Sound Chips
Steckerleiste NAS und Router: iFi Audio AC iPurifier

Raum-Tuning:
E-Smog: Kemp Elektronik Schumann Resonanz Plug
Strom: Gigawatt Sicherungs-Automat G-C20A
Strom: Gigawatt Steckdose G-044
Strom: HiFi-Tuning Fremdgeräuschzerstörer & Quantenstecker
Raum: Creaktiv Air Field-Equalizer
Heizkörper: 4 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar
Fenster Hörraum: 2 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar
Spiegel Bad gegenüber Hörraum: 2 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: HighResMac/Tom Semmler

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