Aida 2.0: Tarja – In The Raw

Metal-Göttin? Tarja bedient mit ihrem neuen Album In The Raw viel Konventionelles
Metal-Göttin? Tarja bedient mit ihrem neuen Album In The Raw viel Konventionelles

hrm_logo_15x50„Ist das Aida Zwei Punk Null?“ Die Frage des kritischen Ohrs, das dann und wann im Hörraum vorbeischaut, klang irgendwas zwischen genervt und ironisch und traf den Nagel unerwartet präzise auf den Kopf: In The Raw, das neue Album von Tarja, hat für ein Symphonic-Metal-Album erschütternd wenig Metal, aber dafür einen deutlichen Überhang des Genres, in dem die Madame Turunen zu singen gelernt hat: Der Oper. Schlimm?

Wie man’s nimmt. Wer ein Album à la Nightwish erwaret, wird sicherlich enttäuscht werden. Wer dagegen für Phänomene wie Genre-Mix und Passt-in-keine-Schublade offen ist wird an dem Album Freude haben können. Denn:

In The Raw ist musikalisch durchaus charmant und akustisch keinesfalls langweilig. Auch das Label Symphonic Metal passt phasenweise durchaus. Trotzdem ist das Album anders. Zehn Songs hat Tarja geschrieben, und diese sind sanfter und lyrischer in ihrer Musikalität. Auch wenn sie mal massig auftreten, sind sie nicht bombastisch an jeder Ecke.

Mit dicker Hose tritt Serene auf: Fette Gitarren, satte Bässe, wuchtiges Schlagzeug, darüber der Oper-Sopran. Passt. Selbst wenn der Refrain ein wenig  – Helene Fischerig? – ist mit seinen drolligen Modulationen.

Nett als Einstieg ist der Einstieg des Openers Dead Promises. Als hätte jemand die Sekunden vor dem eigentlichen Start mitgeschnitten, gibt es erste Akkorde, Verstärker-Brummen, ein paar Gesprächsfetzen – das versprüht Übungsraum-Charme, bevor die Musik Sekunden später wie ein Naturereignis aus den Lautsprechern bricht.

Goodbye Stranger präsentiert sich als gewaltig runder Symphonic Shuffle, und schaufelt munter groovy Beats in den Hörraum, liefert ein sehr stimmungsvolles Gitarren-Solo aus und bereitet den Boden für ausgiebiges Tarja-Toben.

So weit, so nett, denn auch die Abmischung ist in weiten Teilen genregerecht: Unten ordentlich rund, oben manchmal eine #spur zu scharf und mittendrin exakt in die Mitte getroffen.

Aber dann sind da auch so komische Aspekte: Dass in Silent Masquerade Tarja und ihr Co-Sänger Tommy Karevik auf praktisch den selben Platz im Raum gemischt werden, ist irritierend und hilft der Darstellung so wenig wie einer verstärkten Aussage des Textes.

Und beim Intro von In the Rain erwartet man fast schon zwingend, dass David Bowie wieder aus der Kiste springt, so sehr erinnert die Struktur an Let’s Dance.

Dass bei solchen Effekten mein Favorit-Song Railroads ist, überrascht nicht: Der Titel versucht gar nicht erst, Symphonic Metal oder sonst was zu sein, sondern plätschert als klangsatt gemischte Ballade recht ungetrübt in die Ohren.

Und was sage ich jetzt zusammenfassend?

In Summe ist In the Raw ein solides Album, das vor allem bekannte Erwartungen bedient und wenig überrascht, sieht man ab von der zum Teil sanfteren Interpretation des Begriffs Symphonic Metal und von einigen mehr oder weniger gekonnt bedienten Effekten.

Trotzdem reinhören?

Klar. Meine Ohren könnten ja irren.

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Album-Daten

Interpret: Tarja
Titel: In The Raw
Genre: Rock
Label: earMUSIC / Edel
Jahr: 2019
Spielzeit: 57:24 min
Als CD mit AIFF 44,1/16 für 15,99 Euro bei Amazon
Als Studio Master für ZAHL Euro bei HighResAudio




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Albedo Air I
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Geräte-Tuning: je 1 Albat Manufacturer Test Chip
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Hoerwege DAC-Tuning
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
DAC-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: Audio Selection Creaktiv Sound Control Base
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Rack-Tuning: Creaktiv Erdungs-Set ci2p
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecherkabel-Tuning: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev
Stromleisten-Tuning: creaktiv Systems Power-Plug Optimizer Abschlußstecker
An diversen Stellen: biophotone Magic Akasha Sound Chips
Steckerleiste NAS und Router: iFi Audio AC iPurifier

Raum-Tuning:
E-Smog: Kemp Elektronik Schumann Resonanz Plug
Strom: Gigawatt Sicherungs-Automat G-C20A
Strom: Gigawatt Steckdose G-044
Strom: HiFi-Tuning Fremdgeräuschzerstörer & Quantenstecker
Raum: Creaktiv Air Field-Equalizer
Heizkörper: 4 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar
Fenster Hörraum: 2 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar
Spiegel Bad gegenüber Hörraum: 2 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil



Abbildungen: earMUSIC / Edel


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