Respighi: Sinfonia drammatica & Belfagor Overture

Gewaltiger Klang: Resphighis Sinfonia drammatica & Belfagor Overture, eingespielt vom Orchstre Philharmonique de Liège unter der Leitung von John Neschling

Gewaltiger Klang: Resphighis Sinfonia drammatica & Belfagor Overture, eingespielt vom Orchstre Philharmonique de Liège unter der Leitung von John Neschling


hrm_logo_15x50Stimmt. Ottorino Respighi ist nicht immer leichte Kost. Neue italienische Instrumentalmusik heißt das, was er komponiert. Was sich gegen Verdi und die verstrische Oper stellte. Und bei der Sinfonia drammatica mit gehörig Wucht antritt.

Respighis mochte die Klangsprache von Ravel, aber dass er sich in Russland aufhielt und in Berlin bei Max Bruch studiert hat, ist gleichfalls zu merken. Seine knapp einstündige Komposition bietet Herausforderungen in Harmonik und Dynamik. Aber gerade das macht auch ihren Reiz aus – abgesehen von manch eher ungewöhnlichen Klängen in der Klassik, die nebenbei aufhorchen lassen.

Das Orchestre Philharmonique de Liège hat unter der Leitung von John Neschling die Sinfonnia drammatica, P.102 nebst Belfagor Overture, P.140 eingespielt. Und das Adjektiv drammatica par excellence ausgeführt.

Schon mit dem ersten Satz folgt das Orchester dem Titel der Sinfonie wie auch seiner Spiel-Anweisung Allegro energico stichwortgetreu. Die Spanne von feinstem Geigenstrich bis zu opulenter Explosion des Orchestern einschließlich Pauken und Gong fordern Musiker wie Wiedergabetechnik. Die Musiker meistern die Herausforderung bravourös, so dass schon allein deshalb das Album zum Lackmustest für manche HiFi-Kette gereichen wird.

Nun ist ein Satz kein ganzes Album. Wer aber Abstriche in der Qualität befürchtet, ängstigt sich unnötigerweise. Orchester und Dirigent liefern konstant hohe Qualität ab. Wer dem Album lauschen möchte, muss allerdings Geduld mitbringen. Schon die Sinfonia drammatica beansprucht fast exakte eine Stunde konzentrierte Aufmerksamkeit. Die Overtüre begnügt sich da mit fast schon bescheiden 11 Minuten 22 on top. Doch die Geduld lohnt sich.

Zu hören gibt es eine wuchtige Darbietung auf kompakter Bühne mit hoher Dichte bei zugleich großer Fülle an Details. Lieber etwas konventioneller? Da die Aufnahme ihre Bühne nicht sonderlich breit und tief aufstellt, schwemmen gerade die dichten, klangmassiven Passagen mit erheblicher Wucht aus den Lautsprechern. Dennoch bleibt die Instrumentierung transparent:

Die Klänge verwuscheln auch bei intensiver Dynamik nicht. Die Instrumentalgruppen sind klar getrennt und sauber identifizierbar. Und wenn es etwas weniger dramatisch zu Werke geht, liefert die Aufnahme neben reichlich Klang auch eine Fülle an Details – inklusive ploppiger Querflötenklappen, dezenter Triangelanschläge und entschiedener Bassbögenstriche.

Allerdings: Wo welcher Musiker steht, ist nicht immer zu sagen. Das ist jedoch nicht der Aufnahmetechnik anzulasten, sondern einem anderen Phänomen geschuldet. Das Orchester spielt entschieden harmonisch und präzise:

Der Strich der Violinen ist so synchron, dass sie wie ein dicht verwobener Klangteppich wirken und den Unterbau tragfähig auspolstern. Die Hörner schallen unisono. Überhaupt wirkt vieles „wie ein Mann“. Zum Vorteil der Akzente durch Harfen, Flöten, Klarinetten, Oboen und wer sonst noch etwas zu herauszuheben hat. Dabei drängeln sich die Solisten aber nicht in den Vordergrund, sondern sind klar im Orchestergefüge platziert.

Die Aufnahme in 192 kHz und 24 MBit bietet ein klares und harmonisches Klangbild mit leicht warmem Charakter und ein Musikerlebnis, das von Diskant bis Bass die Frequenzpalette naturgetreu ausschöpft. Und nutzt. Das sorgt für spürbare Intensität und zusätzliche Freude, Respighi zu entdecken. Oder zu genießen.

Das ist mit der Aufnahme des Orchestre Philharmonique de Liège unter der Leitung von John Neschling ein Leichtes.


Album-Daten

Titel: Respighi: Sinfonia drammatica & Belfagor Overture
Interpret: Orchestre Philharmonique de Liège, John Neschling
Genre: Klassik
Label: BIS
Jahr: 2016
Spielzeit: 70:02 min
Format: FLAC 96/24
Preis: 15,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: BIS

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