Qobuz – Alternative zur Musik-Sammlung zu Hause?

Streaming in vier Qualitäts-Stufen: Qobuz macht es möglich

Streaming in vier Qualitäts-Stufen: Qobuz macht es möglich



hrm_logo_15x50Vor einer Weile haben wir einen Artikel zum Streamingdienst Tidal veröffentlicht. Das hat natürlich Kritiker auf den Plan gerufen: Tidal habe ja höchstens CD-Qualität, daher wäre ein Blick auf Qobuz viel interessanter. Wenn das so ist, schauen wir doch mal.


Allgemeines

Qobuz ist ein französischer Gemischtwarenladen für Audio-Degustation. Zum einen stehen dort Alben zum Download-Kauf im Katalog, parallel kann der geneigte Ohr-Connoisseur seine Ware auch bittchen-weise auf die heimische Kette gestreamt bekommen. Und anders als bei anderen bietet Qobuz auch im Streaming je nach gewähltem Abo-Modell tatsächlich Hi-Res Aufnahmen mit bis zu 192 kHz und 24 Bit an.

Allerdings – Qualität hat ihren Preis. Und der ist bei den Hi-Res Streams nicht ganz ohne. Das Jahresabo liegt bei entspannten 349,99 Euro, also unter 30 Euro pro Monat. Allerdings wird nicht gestottert, sondern geklotzt: Der Betrag ist vorab als ganzes zu leisten.

Da wird sich mancher denken, 30 Euro sind der Gegenwert von zwei Hi-Res Alben im Download. Die gehören einem natürlich und sollten auch nicht verloren gehen, ordentliches Back-up vorausgesetzt. Ob ein Streamingdienst für immer streamt muss noch bewiesen werden.


Lieferumfang

Qobuz ist zwar auch ein Streamingdienst, aber das Angebot ist deutlich weiter als Musik zum Download, im Stück oder in Scheiben.

Damit der Kunde allzeit Zugriff auf die üppige Bibliothek hat, stellt Qobuz auch spezielle Apps zur Verfügung. Die gibt es selbstredend für iOS und Android, dazu auch für Amazon Kindle. Die Apps laden sogar die Lieblingssongs auf das jeweilige Gerät, so dass selbst offline Hi-Res an die Ohren kommt, und zugleich das mobile Datenvolumen geschont wird.

Parallel gibt es Software für Mac und PC sowie einen Webplayer, der im Browser aufgerufen werden kann. Der Webplayer liefert aber maximal CD-Qualität aus, Hi-Res ist mit ihm nicht möglich.

Ebenfalls zu haben ist die Integration des Steaming-Dienstes in Endgeräte bekannter Hersteller, darunter Advance Acoustic, Auralic, AVM, Burmester, Cabasse, Devialet, Electrocomaniet, JBL, Klipsch, LG, Linn, Marc Levinson, Martin Logan, McIntosh, Melco, Naim, Onkyo, Pioneer, Raumfeld, Rotel, Samsung, Silvercrest, T+A, Teac und Yamaha. Nicht alles schaut nach wählerisch aus…

Und schließlich ist Qobuz auch in Software-Playern zu finden, darunter Audirvana Plus 3. Und es ist in den Wiedergabe-Protokollen von AirPlay, Bluetooth und GoogleCast integriert. Also: Feuer von allen Seiten.


Anwendung

Um Qobuz zu nutzen, ist ein Abonnement nötig – es gibt auch ein 15-tägiges Test-Abo. Das ist tatsächlich ein Abo, das sich automatisch in ein Premium- oder Hi-Fi Abonnement verwandelt, wenn nicht zeitig genug gekündigt wird.

Das Hi-Fi Abonnement für 19,95 Euro im Monat ist mit CD-Qualität von FLACs in 44,1 kHz/16 Bit die Minimalanforderung, um sich ein erster Bild von dem Dienst zu machen.



Qobuz liefert im Sublime + Abo praktisch alles aus, was der Dienst zu bieten hat – einschließlich das selbe Album mehrfach, nämlich in unterschiedlicher Qualität  - hier 44,1 kHz mit 24 Bit

Qobuz liefert im Sublime+ Abo praktisch alles aus, was der Dienst zu bieten hat – einschließlich das selbe Album mehrfach, nämlich in unterschiedlicher Qualität – hier 44,1 kHz mit 24 Bit



Wenn’s gefällt, ist ein Update auf Sublime für 219,99 Euro im Jahr mit CD-Streaming und dem Download von Hi-Res Alben zum Spezialpreis = variabel rabattiert möglich. Oder es geht gleich in die Vollen mit dem Sublime+ Abonnement für 349,99 Euro mit Hi-Res aus der Luft und auf der Platte.


Wirkung

Für diesen Artikel durften wir 14 Tage in Sublime+ hineinschnüffeln. Das ist nett, denn so ließen sich Hi-Res Aufnahmen von HighResAudio mit den Angeboten von Qobuz vergleichen. Das Resultat:

Kein Unterschied. Wenn das WLAN mitspielt, ist die Qualität von 192 kHz gestraemt oder geladen gleich. Allerdings weiß ich bei meiner Festplatte, was Hi-Res ist. Bei Qobuz weiß ich es nicht. Und das ist das dicke Manko des Services:



Mit Qobuz Sublime+ gibt es auch Hi-Res Files in STudio-Master Qualität – hier Cassandra Wilson mit 96 kHz und 24 Bit

Mit Qobuz Sublime+ gibt es auch Hi-Res Files in STudio-Master Qualität – hier Cassandra Wilson mit 96 kHz und 24 Bit



Während mit Tidal eine spezielle Auswahl für die Files in CD-Qualität bietet, lässt Qobuz den Nutzer im Dunkeln. Die Suche nach Alben fördert alles verfügbare zu Tage, und somit auch Alben in zweifacher Ausfertigung:

CD-Qualität und Hi-Res nebeneinander – und nicht explizit gekennzeichnet. Also heißt es jedes Mal anklicken, auf die Anzeige der Auflösung in Audirvana schauen und sich das richtige Album markieren.

Wöchentlich sendet Qobuz allerdings Mails an die Kunden, in denen neue Hi-Res Alben vorgestellt werden. Aber auch hier ist es nur eine Hand voll, und wenn es den eigenen Musikgeschmack nicht trifft, heißt es weiter im Nebel zu stochern. Das ist nervig, zumal für 350 Euro im Jahr.


Fazit

Akustisch ist Qobuz in einer Linie mit lokal gespeicherten Hi-Res Aufnahmen, solange Peripherie und Datendurchsatz mitspielen. Misslich ist, dass Hi-Res Alben nicht leicht zu finden sind – Suchbegriffe helfen nichts, und es gibt auch keinen expliziten Reiter ähnlich dem bei Tidal für CD-Qualität. Wöchentlich verschickte Mails mit ein paar Hi-Res Tipps reichen bei weitem nicht.



Wöchentlich zwei neue Hinweise: Über verfügbare Hi-Res Alben informiert Qobuz per Mail

Wöchentlich zwei neue Hinweise: Über verfügbare Hi-Res Alben informiert Qobuz per Mail



Damit wird der Genuss von Hi-Res Streaming überall getrübt. Wobei ich noch nicht kritisiert habe, dass eine App für iOS zwar klasse ist, Apple seine mobilen Microcomputer namens iPhone und iPad aber gar nicht mit ausreichend leistungsfähigen DAC-Chips ausgestattet hat und diese mitunter schon bei 96 kHz-Aufnahmen streiken.


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Produkt-Daten

Produkt: Hi-Res Audio Streaming Dienst
Hersteller: Qobuz
Software: Mac, iOS, PC, Android, Amazon Kindle
Preis: ab 9,99 Euro/Monat; Hi-Res Straming 349,99 Euro/Jahr
Hersteller-Website: Qobuz




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Geräte-Tuning: je 1 Albat Manufacturer Test Chip
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
DAC-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: Audio Selection Creaktiv Sound Control Base
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecherkabel-Tuning: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev

Raum-Tuning:
E-Smog: Kemp Elektronik Schumann Resonanz Plug
Strom: Gigawatt Sicherungs-Automat G-C20A
Strom: Gigawatt Steckdose G-044

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Screenshots: Qobuz durch HighResMac/Tom Semmler

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