Ostern im skandinavischen Klangkleid: Torbjørn Dyrud – Out Of Darkness

Turbjørn Dyrud - Out Of Darkness_bg

hrm_logo_15x50Skandinavische Möbel sind reduzierte Ästhetik. Skandinavische Architektur ist reduzierte Äathetik. Skandinavische Popmusik ist muntere Perfektion. Und skandinavische Oratorien der Moderne? Sind spannungsgeladen, zumindest wenn es sich um Torbjørn Dyruds „Out Of Darkness“ handelt, die Ostergeschichte, vertont.

Holzblock-Trommeln. Knallerbsen. Chorgesänge. Xylophonklänge. Choralartige Blechbläser. Harmonischer Chorgesang. Dissonanter Chorgesang. Es liest sich wie Patchwork, klingt aber überraschend schlüssig. Modern, ja. Zerrissen und gerupft bei Zeiten. Und dabei in stetiger Kommunikation mit dem Inhalt der Texte. Schnatternde Snares in Marschrhythmen zu den römischen Ordnungshütern, während der Chor „Violence“ klagt. Stille, die von Piccoloflöten eisig durchpfiffen wird, als Jesus verhaftet wird und seinen Peinigern Rede und Antwort steht. Der Chor singt leicht verklärt „My Kingdom is not of this world“, und das ist auch die Musik nicht so ganz.

Torbjørn Dyrud fordert seine Zuhörer. Klanglich arg reduziert, umsingt der Chor vor allem Schlagwerk, flankiert mal von ein paar Streichern, dann von ein paar Bläsern. Das alles sehr weiträumig, mit Hall im Ausgang, getragen und ruhig wie auf einem Begräbnis (was es ja auch ist), luftig bis sporadisch ausnotiert. Verdichtet nur für besonders intensiver Momente, wenn beispielsweise der Chor „Crucify“ ruft, erst ein paar Stimmen unisono, dann in kleiner werdenden Gruppen zunehmend verschachtelt wie eine Menge, die sich in Extase zu rufen beginnt.

Es ist spannend zu verfolgen, wie der ausgebildete Kirchenmusiker Dyruds die Passion Christi in Tonalität widerspiegelt. Insbesondere, da er sich viel Zeit lässt. Die eingeworfenen gesprochenen Passagen, die wesentliche Momente in Englisch berichten, bleiben tonal unterfüttert und stehen immer in der Spannung zwischen dem Gewesenen und dem nächstfolgenden Ereignis.


Album-Daten

Titel: Out Of Darkness
Interpret: Torbjørn Dyrud
Genre: Klassik
Label: 2L
Jahr: 2013
Spielzeit: 55:30 min
Format: FLAC 192/24
Preis: 21,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio



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Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: 2L/em>

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