Ola Gjeilo – Piano Improvisations

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hrm_logo_15x50Kennt jemand Keith Jarret? Das ist jener US-Amerikaner, der sein Klavierspiel durch gelegentliches Gesumme, Geschnaufe und Getrampel begleitet, während es sich von melodischem Beginn zu dissonantem Fast-Forward steigert. Jener Keith Jarret hat sich mal in Köln vor ein Klavier gesetzt und sich beim Improvisieren aufnehmen lassen. Das sinniger Weise „The Köln Concert“ genannte Album ging in die Musikgeschichte ein.

„Me, too!“, dachte sich Ola Gjello eventuell. Vielleicht war ihm Keith Jarret auch egal. Auf jeden Fall hat sich auch der Norweger beim Improvisieren aufnehmen lassen. An einem Klavier. Und auch an zwei und drei Klavieren. Gleichzeitig, versteht sich. Jedenfalls für den Zuhörer, denn Gjeilo ist weder sechshändig noch nennenswert langarmig mutiert.

Gjeilos Album heißt sinniger Weise „Piano Improvisations“ und ist bei 2L heraus gekommen. Wer das Label von Tonmeister Morten Lindberg kennt, freut sich vielleicht schon jetzt ein Loch in den Bauch, denn es steht für exzellent eingefangene und abgemischte Musik, die in CD-Qualität, manchmal – wie bei Piano Imprvisations – auch in Vinyl und in jedem Fall als Studio Master mit 24bit/192kHz verkostet wird. Wer will, kann sogar 5.1-Aufnahmen bekommen, die uns hier aber nicht interessieren. (Ein bisschen oldschool mag auch bei Bits&Bytes-Musik erlaubt sein.)

Da sitzt er also nun, der Ola, sitzt in Oslos Sophienberg Kirche, und improvisiert sich ein-, zwei- oder dreiflügelig durch insgesamt 18 Stücke und fast 1 Stunde und 10 Minuten Spieldauer. Weder schnauft er dabei, noch stampft er mit dem Fuß. Selbst die Mechanik der Instrumente ist erstaunlich leise. Er beschränkt sch darauf, mit den Fingern zu sprechen, und er erzählt dabei sehr viel von Musik: Dass sie Emotionen viel feiner und unmittelbarer transportiert als jedes Wort. Dass sie in Wärme hüllen und Zweifel säen kann. Dass sie beschwingt durch die Tür tanzt oder sich schwer aus dem Lautsprecher schleppt.

Die Aufnahme in dem großen Kirchengebäude gibt den Klavierklängen viel Bühne und Raum. Hierdurch entsteht eine sehr luftige Atmosphäre, die auch die Wucht dreier Klaviere in ein fein verwobenes Klangspiel überführt, bei dem jeder Ton identifizierbar bleibt. Das ist beispielsweise bei Cloudless sehr schon zu hören, bei dem die drei Flügel herrlich transparent verzahnt sind. Auch die aufschäumende Klangfülle bei Susanne, der vertrackte Rhythmus der drei Flügel in Seven Eight oder das fast tänzerische Zusammenspiel der beiden Flügel bei Nebraska – nie verlieren die Töne gegen die Dynamik, und jazzige Passagen und Läufe fangen sich in melodischen Ausklängen. Das hat Keith Jarret nicht gemacht. Und deshalb hören ihm viele auch nicht so lange und entspannt zu, wie Ola Gjeilo.





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Album-Daten

Titel: Piano Improvisations
Interpret: Ola Gjeilo
Genre: Jazz / Klassik Crossover
Label: 2L
Jahr: 2012
Spielzeit: 1.09:02 min
Format: FLAC 192/24
Preis: 21,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio


Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Society of Sound

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