Ohrjustage: IsoTek – The Ultimate System Set-Up Disc

Verspricht mehr Klang durch gezielt gespitzte Ohren: die Isotek Ultimate System Set-Up Disc

Verspricht mehr Klang durch gezielt gespitzte Ohren: die Isotek Ultimate System Set-Up Disc



hrm_logo_15x50Wer kennt es nicht? Die Anlage aufgebaut, die Lautsprecher aufgestellt, vielleicht mit einem Online-Tool vorab berechnet, und dann – klingt es gut? Steht es wirklich richtig? Also einen Schwung Musikstücke zum Testen ausgraben und probieren. Mitunter stundenlang. Und trotzdem unsicher. Schneller und verlässlich geht es mit der IsoTek – The Ultimate System Set-Up Disc – zumindest verspricht das IsoTek. Also probieren wir es einfach mal aus.


Lieferumfang

Die IsoTek – The Ultimate System Set-Up Disc entspricht in ihrem Lieferumfang einer normalen CD: Die Silberscheibe in einem gefalteten Pappschuber, dazu ein Booklet, das Zweck und Anwendung der CD erläutert und zusätzlich zu den Musikfiles informiert, die zusätzlich zu den Justage-Klängen auf der CD sind. Die Musikstücke sind nämlich sämtlich vom schwedischen Label Opus3 http://www.opus3records.com, das mit besonders audiophilen Abmischungen glänzt.



Cover, CD, Booklet – mehr braucht die Isotek Ultimate System Set-Up Disc nicht

Cover, CD, Booklet – mehr braucht die Isotek Ultimate System Set-Up Disc nicht




Einsatzzweck

Zweck der IsoTek – The Ultimate System Set-Up Disc ist – ihr Titel verrät es – das Audio-System korrekt aufzustellen. Was im Kern natürlich die Lautsprecher meint, denn wo Verstärker und sonstige Peripherie stehen, ist im Prinzip herzlich egal.

In meinem Fall ist dank strenger Symmetrie die Frage der Rack-Platzierung ehedem fertig beantwortet: In der Mitte, zwischen linker und rechter Box. Also werde ich mich auf’s Boxenschieben beschränken. Weisungsgemäß.


Einsetzen

Die IsoTek – The Ultimate System Set-Up Disc lässt sich ganz simpel nutzen: Einlegen, starten, zuhören und den Anweisungen Folge leisten. Zwar sind die Ansagen auf Englisch, aber auch einfaches Schulenglisch genügt, um die Anweisungen zu verstehen.

You should hear me now from your left speaker

ist in der Tat so kompliziert nicht. Und auch die übrigen Anweisungen strotzen nicht gerade von Fachvokabular und sind dazu sehr deutlich gesprochen.

Die Testläufe umfassen elf Stationen:

  1. Einführung (Introduction)
  2. Kanaltest (Channel Evaluation)
  3. Fokus-Test (Phase Test)
  4. Lautsprecher-Aufstellung (Loudspeaker Position & Adjustment)
  5. Bühne (Soundstage)
  6. Räumlichkeits-Test (360-Degree Test)
  7. Stereo-Klang Tiefe 1 (Stereo Image Depth)
  8. Stereo-Klang Tiefe 2
  9. Stereo-Klang Tiefe 3
  10. Frequenzband-Test zunehmend (Frequency Range Test increasing)
  11. Frequenzband-Test abnehmend (Frequency Range Test decreasing)

Jeder neue Schritt wird mit einer Beschreibung eingeführt. Praktisch ist, dass diese Ansagen in der Regel den eigentlichen Test-Files voran gestellt sind. Damit können die Justage-Hilfen beliebig wiederholt werden, bis die jeweilige Einstellung passt und ohne dass jedes Mal eine unnötige Ansage wiederholt wird.

Zur Anwendung sind keine genauen Angaben gemacht – im Kern bieten sich aber nur zwei Varianten an: Zuerst alles einmal durchhören und schauen, ob es global schwächelt oder nur punktuell nachgebessert werden muss. Oder gleich jede Lektion gründlich abarbeiten, bevor zur folgenden gewechselt wird.


Hören und schieben

Ich habe mich für die Variante 2 entschieden und alles durchgehört. Zugegeben, es dauert ein bisschen – hier eine gute Stunde – auch wenn eigentlich gar nicht so viel schief liegt. Aber das weiß man dann hinterher mit Sicherheit. Und auch, welche kleinen Schwächen es gab, so dass beim nächsten Set-up per Ohr von Beginn an etwas genauer auf diese Aspekte geachtet werden kann.

In meiner Aufstellung fanden sich Schwächen im Fokus und im Bereich der Bühne, was nach mehreren Versuchen mit drehen und schieben fix ausgeglichen war. Wobei schieben und drehen mit Vorsicht zu genießen sind, denn es muss ja hinterher passend stehen – also nicht symmetrisch links und recht am Boxenholz schubsen, sondern erst auf der einen Seite sachte probieren, und wenn das nicht hilft, auch auf der anderen. Zeit ist also nötig. Ebenso Konzentration.

Auch wenn mein Zollstock – Verzeihung: Holzgliedermaßstab – und meine Ohren wohl doch nicht so schlecht sind… –  die CD ist definitiv hilfreich, weil sie auf Einzelaspekte fokussiert und damit die Ergebnisfindung beschleunigt und sehr gut kontrollierbar macht.

Bleibt die Frage: Klingt es jetzt besser?


Ergebnis überprüfen

Um zu beurteilen, ob die Justage tatsächlich auch mit Musik funktioniert, haben die Macher der IsoTek – The Ultimate System Set-Up Disc zusätzlich sechs Musikstücke des schwedischen Labels Opus3 auf dem Silberling verewigt. Sie alle sind hervorragend aufgenommen, mit Dynamik, Frequenzbreite, klarer Lokalisierung und Räumlichkeit, dazu mit sehr natürlichem Klang der Stimmen und Instrumente.

Die Stücke sind:

  • Eric Bibb – John Henry
  • Tiny Island – Vanquero
  • Dan & The Electros – Shaken Not Stirred
  • Eva Taylor – Everybody Loves My Baby
  • Omnibus Wind Ensemble – Dog Breath Variations/Uncle Meat (Frank Zappa)
  • Matthias Wager – Toccata and Fugue in D-Minor (J.S. Bach)

Eric Bibb glänzt durch maximale Präsenz. Akustische Gitarre und Gesang lassen wenig Platz für Interpretation, wenn es um Authentizität und genaue Ortung geht. Und beides steht wie eine 1, sogar in der Position der akustischen Gitarre zum Sänger vor dem Bauch versus über dem Korpus.

Tiny Island loten die Bühne aus, sowohl in Breite und Tiefe. Und ja, es ist breit und auch tief. Die Staffelung der Musiker ist deutlich und wohlsortiert, der Klang dabei auch nicht von schlechten Eltern, und in Summe stimmen diese beiden ersten Teststücke positiv.

Dan & The Electros sind für Dynamik und Timing zuständig. Ihr 60-er Jahre Sound mit Elektroorgel, Schlagzeug und Tenorsaxophon liefert ausreichend Akzente und Swing, um genau diese Aspekte genauer unter die Ohren-Lupe zu nehmen.

Eva Taylor ist erstmal still und überlässt ihrer Jazzband das Spiel. Die helfen, die Bühne auszuloten, den einzelnen Fokus zu kontrollieren und nebenbei die Atmosphäre zu beurteilen – klinisch oder authentisch, das ist die Frage.

Das Omnibus Wind Ensemble ist noch einmal für die Bühnen-Beurteilung zuständig, was mit dem vertrackten Zappa-Doppel Dog Breath Variations/Uncle Meat sehr gut gelingt, weil die Musiker offener und verteilter aufgenommen sind als beispielsweise auf der Yellow Shark Einspielung von Zappa mit dem Ensemble Modern.

Zum Schluss liefert Matthias Wager mit Bachs Orgel-Klassiker Toccata und Fuge in d-Moll ein Test-File für Bühne, Dynamik und auch für das Frequenzabbild, das bis in Pflugtiefe gewaltig zu liefern vermag.

Die Stücke zeigten sich nach der CD-assistierten Justage in der Tat ausgesprochen luftig, raumfüllend und dynamisch. Aber Opus3 mischt ja auch genau auf dieses Ziel hin. Wie schlägt sich da andere Musik?

Her mit der Testbench: Brooke Sharkeys Your Tomorrow präsentierte sich noch etwas fixierter und eine Spur sauberer als bisher. Die Roboter von Kraftwerk fiepten und piepten noch etwas plastischer durch den Raum. Die Fülle der Prager Philharmoniker wie auch die Detailschärfe bei den sich überlagendern Instrumenten bei Ian Thomas 25.000 Days haben leicht zugenommen. Und das Orgelspiel von Jerusalem Jerusalem des Albums Himmelrand vom Uranienborg Vokalensemble mit Elisabeth Holte hebt sich noch feiner vom Chorgesang ab und flötet etwas hintergründiger.

Also auch hier scheint sich nachhaltig etwas bewegt zu haben.


Fazit

Die IsoTek – The Ultimate System Set-Up Disc ist ein probates Hilfsmittel, um die Aufstellung der eigenen Lautsprecher zu beurteilen. Die Schritt-für-Schritt Anleitung ist hilfreich, um die zentralen Aspekte schlüssig zu überprüfen und bei Bedarf fokussiert abzuarbeiten. Die Teststücke sind sehr hochwertig aufgenommen und ermöglichen es, zweifelsfrei zu beurteilen, ob tatsächlich alles stimmt. Und die eigene Testbench belegt, ob respektive dass dem so ist. Die 29 Euro für die CD sind damit gut angelegtes Geld.


1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 votes, average: 5,00 out of 5)



Produkt-Daten

Produkt: CD
Hersteller: IsoTek
Modell: The Ultimate System Set-Up Disc
Besonderheit: CD zur Justage des Lautsprecher-Setups
Preis: 29,00 Euro
Hersteller-Website: IsoTek
Zu finden unter anderem bei Amazon




Audio-Setup

Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Albedo Air I
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Geräte-Tuning: je 1 Albat Manufacturer Test Chip
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
DAC-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: Audio Selection Creaktiv Sound Control Base
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Rack-Tuning: Creaktiv Erdungs-Set ci2p
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecherkabel-Tuning: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev
Stromleisten-Tuning: creaktiv Systems Power-Plug Optimizer Abschlußstecker
An diversen Stellen: biophotone Magic Akasha Sound Chips

Raum-Tuning:
E-Smog: Kemp Elektronik Schumann Resonanz Plug
Strom: Gigawatt Sicherungs-Automat G-C20A
Strom: Gigawatt Steckdose G-044
Strom: HiFi-Tuning Fremdgeräuschzerstörer & Quantenstecker
Raum: Creaktiv Air Field-Equalizer

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: IsoTek, HighResMac/Tom Semmler

icon artikel mailen

You may also like...