Mut zum Drücken – inakustik Verteiler und Verlängerung

inakustik stellt auf der HighEnd eine Reihe neuer Kopfhörer-Kabel vor

inakustik stellt auf der HighEnd eine Reihe neuer Kopfhörer-Kabel vor


hrm_logo_15x50Im Rahmen der High End hat inakustik neue Kopfhörer-Kabel und entsprechendes Zubehör der Premium-Serie vorgestellt (hier die Meldung): Dazu gehören ein Klinken-Audioadapter, um zwei Kopfhörer parallel an einem Kopfhörer-Ausgang zu betreiben, und Verlängerungskabel für Kopfhörer, die in Länge von bis zu 10 Metern erhältlich sind. Wir haben uns den Audioadapter und die 3 Meter-Variante der Verlängerung angehört.

Allgemein

Das Kabel und der Audioadapter gehören in die Premium-Serie, sind also aufwändiger hergestellt. Unter anderem sind die Kabel doppelt geschirmt und inakustik verwendet sauerstofffreies und hochfeines Kupfer für die Litzen. Der Signalleiter ist dicker ausgeführt, damit er seine Aufgabe gut erfüllen kann. Die Hülle von Adapter und Kabel ist aus dicht geflochtenem Textilmaterial und wirkt wertig. Alle Kontakte an Steckern und Buchsen sind vergoldet. Kabel und Adapter erfüllen die EU-Richtlinie RoHS, sind also schadstoffarm.

inakustik Kopfhörer-Verlängerung Premium

Haptisch machen die Kabel von inakustik einen guten Eindruck: Stabile Metallstecker, weiße Textil-Ummantelung und ausreichende Flexiblität lassen vom Handling keine Probleme erwarten. Auch optisch wirken die Kabel attraktiv: Weiße Hüllen, matte Aluminumoptik und vergoldete Kontakte sind nicht zuletzt für Apple-User ein Grund, zuzugreifen. Für manchen potenziellen Käufer zählt allerdings auch die Akustik.


Solide und gutaussehend: Die Anschlüsse des inakustik Premium Kopfhörer-Verlängerungskabels

Solide und gutaussehend: Die Anschlüsse des inakustik Premium Kopfhörer-Verlängerungskabels




Beim Ohrenschmaus gab es in der ersten Testrunde eine Überraschung: Alles klang extrem höhenlastig. Das entsprach nicht der Erwartung und hatte eine simple Ursache: Die Federn in den Kopfhörerbuchsen sind recht stramm, weshalb ein gerüttelt Maß an Druck nötig ist, damit die Kopfhörerstecker einrasten. Das ist bei den eher filigranen 3,5 mm Steckern nicht optimal, insbesondere wenn diese wieder aus der Buchse heraus gezogen werden müssen. Hier sollte inakustik den Klammergriff etwas lockern.


Kritisch: Damit der Kopfhörerstecker korrekt in der Buchse des Kabels einrastet, ist  Druck nötig - bei filigranen 3,5 mm Steckern wie hier dem der B&W P7 ist das nicht die beste Idee

Kritisch: Damit der Kopfhörerstecker korrekt in der Buchse des Kabels einrastet, ist Druck nötig – bei filigranen 3,5 mm Steckern wie hier dem der B&W P7 ist das nicht die beste Idee


Nachdem die Kopfhörer korrekt eingeschnappt waren, folgte Testrunde zwei. Und siehe da: Das klang schon anders. Die Verlängerung reichte das akustische Schauspiel ausgewogen und weitgehend identisch zum Klang ohne Verlängerung weiter. Minimalster Abstriche in Weite, Auflösung und Brillanz waren bei den Test-Stücken von Klassik über Jazz bis Folk und Rock zu verschmerzen.

Der 6,3 mm-Adapter zum Kabel

Der zweite Teil des Kabeltest gilt nicht dem Kabel, sondern seinem mitgelieferten Adapter zum Anschluss an 6,3 mm Kopfhörer-Buchsen. Er ist clever gebaut: Optisch passend zum kleineren Stecker, fügt sich dieser so in den Adapter ein, dass der Eindruck eines ausgewachsenen 6,3 mm Steckers entsteht. Das ist elegant und auch angenehm, wenn beide zusammen aus der Kopfhörerbuchse eines Verstärkes oder DAC gezogen werden sollen.


Anschmiegsam: Der Adapter für 6,3 mm Buchsen nimmt den 3,5 mm Stecker des Kopfhörerkabels vollständig auf

Anschmiegsam: Der Adapter für 6,3 mm Kopfhörer-Buchsen nimmt den 3,5 mm Stecker des Kopfhörer-Kabels vollständig auf




Klanglich verhält sich der Adapter neutral. Sein Einfluss auf die Wiedergabe ist praktisch nicht wahrzunehmen, anders als zum Beispiel beim Adapter, der mit dem Bowers & Wilkins P7 Kopfhörer geliefert wird. Der nämlich dünnt die Musik etwas aus. Das Zubehör von inakustik macht gerade in diesem Vergleich die bessere Figur.

inakustik Klinken-Audioadapter Premium

Der Klinken-Audioadapter von inakustik hinterließ einen ähnlichen Eindruck wie das Verlängerungskabel, allerdings mit Abstrichen. Das überrascht nicht, verteilt ein solcher Splitter die Leistung des Kopfhörer-Ausgangs, die auf einen Kopfhörer abgestimmt ist, auf derer zwei. Verlust ist also Programm, wobei er in diesem Fall überraschend gemäßigt ausfällt – immerhin.


Akustik-Verzweigung: Klanglich mit Abstrichen, aber im Vergleich zu Mitbewerbern mit sehr guter Leistung

Akustik-Verzweigung: Klanglich mit Abstrichen, aber im Vergleich zu Mitbewerbern mit sehr guter Leistung




Der Klang des Doppelkablers ist per se etwas schmaler aufgestellt, und zwar auch dann, wenn nur ein Kopfhörer mit ihm verbunden ist. Kommt ein zweiter hinzu, nimmt die Leistung in hörbar jeder Dimension ab: Lautstärke, Bühne, Dynamik, Brillanz – sie alle treten eine Stufe zurück. Das ist definitiv nicht High-Res-Audio, für diesen Zweck ist der Adapter aber auch nicht gebaut. Er ist ein Helfer für alle, die gerne mit anderen teilen oder die Klangausgabe ihres Mac auf zwei Aktivboxen-Paare verteilen möchten, ohne die Musik gänzlich entfärbt wie mit einem nassen Lappen um die Ohren gepatscht zu bekommen.

Fazit

Das Fazit ist tendenziell positiv: Der Audio-Adpater macht seine Sache gut, wenn man ihm das Recht zugesteht, systembedingt keine perfekte Leistung abliefern zu können. Das Kopfhörer-Verlängerung überrascht mit erstaunlich geringen Abstrichen in der akustischen Güte bei der getesteten 3 Meter Variante.

Bleibt nur die Frage offen, wozu so eine Verlängerung eigentlich nötig ist. Ich persönlich nutze sie derzeit, um die Lücke zwischen Arbeitsplatz und Anlage zu überbrücken. Oder um gemütlich auf dem Sofa herum zu lümmeln, während exquisiter Schall das Ohr erfreut. Welches Szenario wäre noch sinnvoll?


Abbildungen: inakustik, HighResMac


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