Musicscope – das Mikroskop für musikalische Bits & Bytes

Das Logo zeigt es bereits: Musicscope ist ein Mikroskop für Musik

Das Logo zeigt es bereits: Musicscope ist ein Mikroskop für Musik


hrm_logo_15x50Seit Wochen (wenn nicht Monaten) habe ich Musicscope auf dem Rechner, eine Software, die High-Res- und andere Musik-Files in ihre Qualitätsbestandteile zerlegt und optisch aufbereitet. Das ist toll: Ein Mikroskop für Bit&Bytes des Klangs. Und tatsächlich funktioniert das ganz einfach und liefert bunte Bilder. Was sie zeigen?

Kurven, Diagramme, Punktwolken – kurz alles das, was man von einem modernen Software-Dashboard erwarten sollte. Nur dass es hier nicht um Leistungsparameter von Maschinen geht oder um die Performance von Angestellten, sondern um die Qualität von Musikfilms – und um die Frage, ob das 96 kHz-Album, das da geliefert wird, auch nativ 96 kHz hat oder bloß upgescaled wurde – mehr Bits für eine gleich geringe Qualität.

Installation

Musicscope installiert sich Mac-typisch einfach, allerdings nicht über den App-Store. Stattdessen gibt es ein Diskimage, in dem sich die App befindet. Nach dem Mounten kann sie in den Programmordner oder einen beliebigen anderen Platz bewegt werden. Ein Doppelklick genügt, und das Programm startet.

Kann viel und zeigt viel: Musicscope liefert vielfältige Informationen zu diversen Musik-Dateiformaten

Kann viel und Zeigt viel: Musicscope liefert vielfältige Informationen zu diversen Musik-Dateiformaten


Übersicht

Sobald das Programm gestartet ist, kann es los gehen. Der einfachste Weg, einen File zu analysieren ist, ihn per Drag&Drop in das Hauptfenster zu ziehen. Das Programm unterstützt FLAC, ALAC, WAV, BWF, AIFF, MP3 und DSD – das sollte reichen.

Los geht’s

Ist der File am Platz, genügt ein Klick auf das übliche Play-Symbol üben links im Programmfester und die Analyse startet. Wer mag, kann mithören, aber auch ohne Ton ist der Prozess unterhaltsam: Musicscope liefert zum einen die Basisdaten des Files, also Format, Bit- und Samplerate. Dann folgen verschiedene visuelle Darstellungen, die schon während der Wiedergabe vielfältige Informationen liefern, ähnlich einem Peak-Meter natürlich aktiv. D

Die Informationen von links nach rechts und oben nach unten:

  • History zeigt Peak, Loudness und ihrem Verhältnis zueinander
  • Stereo zeigt die Ausgewogenheit des Stereosignals
  • Spektrum zeigt das lineare und logarithmische Spektrum in dB
  • Spektrogramm zeigt die Verteilung der Frequenzen über die Zeit einschließlich Grenzfrequenz – ein Klick auf COL für die Kolorierung des Spektrums macht die Erkennung noch einfacher

Verstehen

Ist das Stück oder eine ganze Playlist analysiert, geht es an die Auswertung. Leider – besser: Zum Glück! – gab es in den Testfiles keine Ausreißer und sie hielten tatsächlich, was ihre Anbieter versprachen. Und auch die für das iPhone konvertierten FLACs waren erwartungsgemäß ausgewogen.

Die Original-Datei in FLAC 96/24 bietet einen großen Dynamikumfang und ein weites Frequenzspektrum

Die Original-Datei in FLAC 96/24 bietet einen großen Dynamikumfang und ein weites Frequenzspektrum (klicken zum Vergrößern)

Fälschung: Die konvertierte ALAC-Datei hat vielfältige Einbußen zu verkraften

Fälschung: Die konvertierte ALAC-Datei in 44.1/16 hat vielfältige Einbußen zu verkraften (klicken zum Vergrößern)



Zu erkennen ist das in den Bereichen History und Spektrum. Sie bieten die Option, mit dem Mauszeiger einzelne Punkte anzufahren und die Werte sekundengenau abzufragen. Der Vergleich von Original und M4A zeigt zum Beispiel, dass der Dynamikumfang des Originals höher und das Frequenzspektrum des 96 kHz 24 Bit FLACs breiter ist – es reicht bis 48 kHz. Wie Stücke aussehen, die mir dem sogenannten Upscaling auf höhere Bitraten getrimmt werden, ist übrigens auf der Website von HighResAudio unter Qualitätsgarantie zu sehen. Dort gibt es auch eine sehr gute Erklärung des Gesamtprozesses.

Fazit

Mit Musicscope stellt Hersteller Xivero ein sehr einfach zu bedienendes Werkzeug zur Verfügung, mit dem sich die Qualität eigener Musikdateien analysieren lässt. Das ist für konvertierte Files nicht zu verachten, wichtig Asti es aber vor allem dort, wo für Musikqualität viel Geld verlangt wird – bei Alben aus den Highes-Shops. Während HighResAudio jedes Album im Vorfeld auf native Güte prüft, machen das viele andere Shops nicht, und so haben die Label leichtes Spiel, mit geringem Aufwand mehr Profit einzufahren. Fair ist das nicht, aber solange keiner kontrolliert… – mit Musicscope klappt das allerdings sehr gut.


Details

Produkt: Musicscope
Hersteller: Xivero
Preis: 29,00 Euro
Bezug: Direkt beim Hersteller

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