Mit Viper und Python: Aerie – Hatch And Host

Hatch And Host heißt das neue Jazz-Album von Aerie

Hatch And Host heißt das neue Jazz-Album von Aerie


hrm_logo_15x50 Der Auftakt ist fast Klassik: Zwei Saxophone, die einander tonal ergänzend umspielen. Das ändert sich aber schnell und was folgt ist anspruchsvoller Könnerjazz. In insgesamt acht Stücke zeigen Aerie auf ihrem neuen Album Hatch And Host, was das Genre Jazz 2015 zu leisten vermag – und zu bieten hat.

Die Quintett mit Musikern aus Irland, der Schweiz, Estland und Deutschland mischt für seine Stücke Jazz mit rockigen Grooves und kombiniert beides mit Einflüssen aus den vier Ländern, aus denen die Musiker kommen. Diese sind übrigens Saxophonist Sam Comerford und Schlagzeuger Matthew Jacobson aus Irland, der Este Peedu Kass zupft den Bass, das zweite Saxophon spielt der Deutsch-Schweizer Ingo Hipp und der Schweizer Laurent Méteau ist der Gitarrist.

Was die Musik von Aerie hörenswert macht, ist zum einen die musikalische Qualität und Vielfalt. Jedes der Stücke hat seinen eigenen Charakter, den es durchaus auch mal zwischendurch und spontan wechseln kann. Manches erinnert dabei an Granden wie Gentle Giant oder Yes, wobei die temporeicher waren und zudem mit Hochfrequenzgesang den kontinentaleuropäischen Gegenpol zu den Kanadiern von Rush bildeten und allesamt eher Jazzrocker sind. Aber das nur am Rande.

Ganz besonders arg treiben es die fünf von Aerie mit ihrem musikalischen Wechselspiel bei Antagonism: von einem wuscheligen Start, der ein bisschen an das Stimmen im Orchestergraben erinnert, über gehustete Trommelwirbel und eine rockige offbeat betonte Acht-Viertel-Passage, die zu munterem instrumentellem Durcheinanderquatsche führt, später die Acht-Viertel wieder aufnmimt und in einem leisen, harmonischen Gestus ausklingt. Aber so ein Song-Name verpflichtet. Natürlich.

Auch Viper, Python, Traveler, Whatever… und die übrigen Stücke des Albums liefern spielerische Finessen, Abwechslung und Überraschungen. Die Files in WAV 96/24 gönnen dem Zuhörer aber noch mehr. Seien es knarzige Präsenz der Basssaiten im Raum, die Luft, die aus dem Saxophon streicht und ihre detaillierten Anblasgeräusche, Kopf und Bauch eines Crash-Beckens – akustische ist das Album gleichfalls gelungen.

Die Aufteilung im Raum ist hierbei der Größe der Gruppe angemessen. Das Quintett gastiert auf einer Bühne in Clubformat, kompakt gestellt, aber gut differenzierbar. Sie kommt direkt und unumwunden ans Ohr und wirkt direkt greifbar.

Mit Hatch And Host legt Aerie in Summe ein hörenswertes und durchweg spannendes Album vor, und wer sich hinein hört, wird sicher nicht dem Titel seines vorletzten Stückes folgen: I quit.

Übrigens: Wer die Combo live erleben möchte, hat dazu im Dezember Gelegenheit:
03.12.15 – Schlosskeller, Emmendingen (D)
04.12.15 – Esse Bar, Winterthur (D)
05.12.15 – Hemmingway Lounge, Karlsruhe (D)
06.12.15 – Jazzlounge Rieselfeld, Freiburg (D)



Album-Daten
Titel: Hatch And Host
Interpret: Aerie
Genre: Jazz
Label: Neuklang
Jahr: 2015
Spielzeit: 54:46 min
Format: FLAC 96/24
Preis: 15,00 EUR
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus 2, Amarra 3.0
Betriebssystem: OS X 10.7 Lion
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m; Straightwire USB-Link
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus 2, Amarra 3.0
Betriebssystem: OS X 10.10 Yosemite
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Aerie

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