Glücksfall: LAN Trio – Atlântico

Atlântico, das zweite Album des LAN Trios, ist ein wundervoll sanftes Jazz Album und ein Highlight dieses Jahres
Atlântico, das zweite Album des LAN Trios, ist ein wundervoll sanftes Jazz Album und ein Highlight dieses Jahres

hrm_logo_15x50LAN Trio – IT-affine könnten direkt der Idee verfallen, es gehe um Musik  rund um oder aus dem Local Area Network, dem heimischen Netzwerk. Das ist im Fall von HighResMac zwar insofern korrekt, als die Musik des LAN Trios aus dem LAN geliefert wird, genauer vom NAS über den Router zum Mac, aber das war es dann auch schon mit dem LAN. Der Rest ist großartige analoge Handarbeit mit Feingefühl und Verve und heißt Atlântico.

Eingespielt haben Atlantico  der portugiesische Pianist Mario Laginha gemeinsam mit dem britischen Syxophonisten Julian Argüelles und dem norwegischen Schlagzeuger Helge Andreas Norbakken. Wer die drei kennt, ahnt, dass die Kost exotisch gewürzt sein könnte. Weil?

Laginha ist zum einen der langjährige musikalische Partner der Portugiesischen Sängerin Maria Joao und hat nebenbei ein Herz für allerlei aus der Füllhorn der Musik: Afrika, Indien… – you name it, he played it.

Argüelles steht in seinem facettenreichen wie neugierigem Spiel seinem Pianopartner in nichts nach. Auch er ist eine gestandene und vielfältig interessierte Persönlichkeit im Musikbusiness, Solist, Bandleader und immer für eine Überraschung gut.

Und Norbakken – der fiel das erste Mal Mitte der 1990-er Jahre auf, als er den Rhythmus bei Mari Boine angab, mit einem Schlagzeug, das an ein Sammelsurium zwischen Resteverwertung beim Schlagzeugshop und Testumgebung für schlagbare Reste erinnerte – Autofelgen und selbst gedengelte Bleche inklusive. Daran hat sich so wenig geändert wie an seiner unkonventionellen Spielweise: Mit Hot-Rods, mit Händen oder mit selber gebauten… – Dingsies?

Nun also als zweites Album des LAN Trios Atlântico. Im Atlântico Blue Studio in Lissabon aufgenommen, in Rufweite des Namenspaten Atlantik, verschenkt es an geneigte Ohren zwölf wunderbare Stücke. Lyrisch, mit mal afrikanischen, mal amerikanischen Spuren, ein bisschen Folksong hier und da, ausgeführt im Jazz-Kleidchen, sanft, unaufdringlich, einprägsam und mit Suchtpotenzial. Das wäre die Grobfassung.

Feiner wären ein paar Beispiele: Das wuchtige Antritt von Jaamm Rek als Türöffner der Ohrenstunde zum Beispiel, das Laginha mit rhythmischem Klavierspiel auffängt, unterbaut und seinen wie den Solopassagen von Argüelles melodischen Grund schafft. Oder Sweetie, das wie ein Kinderkaramell auf der Zunge zergeht. Juróom, das unter anderem viele kleine Klangeffekte aus dem Schlagwerk-Kästchen hervorzaubert. Oder Singla, das groovig und synkopig durch die Takte tanzt, unterbrochen nur von kleinen Abschweifungen, die zusätzliche Spannung aufbauen. Mein heimlicher Held ist allerdings Triple Ripple, das geradezu liebevoll die Noten in die Luft verteilt. 

Akustisch ist das etwas andere Trio gleichfalls auf der Höhe abgemischt: Eine handliche Bühne füllt rechts der Flügel, mittig ereifert sich das schwingende Blättchen und im Hintergrund wuscheln Besen und anderes die Taktgrundlagen über die volle Breiteseite der Bretter, die die Welt vortäuschen. 

Was da noch zu schreiben bleibt? Vielleicht das:

Atlântico ist sicher eines der interessantesten und damit besten Jazz-Alben, die das Jahr hervorgebracht hat.

Muito Obrigado!

 

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Album-Daten

Interpret: LAN Trio
Titel: Atlântico
Genre: Jazz
Label: Edition Records
Jahr: 2020
Spielzeit: 54:24 min
Format: WAV 48/24
Als Studio Master für 7,99 Euro bei Edition Records


Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Kabel Amp > Koss E90: in-akustik NF-104 Micro Air
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Albedo Air I
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Geräte-Tuning: je 1 Albat Manufacturer Test Chip
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Hoerwege DAC-Tuning
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
DAC-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: Audio Selection Creaktiv Sound Control Base
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Rack-Tuning: Creaktiv Erdungs-Set ci2p
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecherkabel-Tuning: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev
Stromleisten-Tuning: creaktiv Systems Power-Plug Optimizer Abschlußstecker
An diversen Stellen: biophotone Magic Akasha Sound Chips
Steckerleiste NAS und Router: iFi Audio AC iPurifier

Raum-Tuning:
E-Smog: Kemp Elektronik Schumann Resonanz Plug
Strom: Gigawatt Sicherungs-Automat G-C20A
Strom: Gigawatt Steckdose G-044
Strom: HiFi-Tuning Fremdgeräuschzerstörer & Quantenstecker
Raum: Creaktiv Air Field-Equalizer
Heizkörper: 4 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar
Fenster Hörraum: 2 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar
Spiegel Bad gegenüber Hörraum: 2 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil



Abbildungen: Edition Records


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