Karl Seglem – NyeSongar.no (Review)

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hrm_logo_15x50Schnee auf dem Cover und Stille in der Musik – NyeSongar.no ist kein Weinhnachts und auch kein Winter-Album. Zwar nimmt es die ruhige Stimmung der Jahreszeit auf, unterläuft aber deren Kühle. Der Norweger Karl Seglem legt mit seinem Quartett ein spannendes Album vor. Fragt sich nur, ob dessen .no-Annex als Verweis auf Norwegen oder als Absage an all zu Neues verstanden werden soll.

Oder doch ein Winteralbum? Mit Decembersongen begrüßt das NyeSongar.no den geneigten Zuhörer. Fligranes Klavier, Schlagzeug mit weichen Filzschlegeln gespielt, ein weich gezupfter Bass und ein im wahrsten Sinne luftiges Saxophon, dessen Beitrag sich teils auf Atemgeräusche am Blättchen beschränkt, sie alle treiben – ein Jazz-Mantra des melodischen Verzichts – den Puls auf Ruheniveau. Schlecht? Keinesfalls, denn das alles ist sauber austariert und greift harmonisch ineinander. Eben nur kein Erweckungsschrei zur Begrüßung, sondern ein Willkommen in der Ruhezone.

Porten, das zweite Stück, stößt da die Tür schon weiter auf, auch wenn es lediglich munter eingespielter Gefälligkeitsjazz ist, was das konsequent melodische Saxophon-Spiel unterstricht, indem es dem Jazz die Spitze nimmt. Die ersten beiden Stücke stecken damit auch schon den Rahmen ab, in dem sich Karl Seglems zweites Album bewegt: Meditativ ruhige Klänge treffen melodisch entspannten Jazz. Bliebe die Frage des High-Res Qualitäten.

Das Label Ozella schickte keinen Code für Studio-Maser Flac, sondern eine CD. Das limitiert die Aussagekarft eine Spur, wobei die grundlegenden Charakteristika des Albums natürlich schon bestimmt sind. NyeSongar.no ist ein offen und luftig eingespieltes Album, das eher Zimmer- als Bühnenatmosphöre aufkommen lässt. Das liegt insbesondere an der Detailfülle, die das Ohr an das Saxophon-Mundstäck wie die Besenspitzen auf dem Snarefell mitnimmt und viel vom Spiel jenseist der Tonalität übermittelt. Schon die CD liefert hier viel Detail, so dass ein Studio-Master zusätzlich punkten wird, auch was die Klangdynamik zwischen Attack und tragenden Tönen, Bass-Vibrato und Flöten-Diskant betrifft.

Keine Revolution, vielleicht nicht einmal Evolution. Aber in jedem Fall ein hörenswertes Album auch jenseits der Winterzeit, das mit melodischem Jazzharmonien entspannt und mit viel Detailfülle und Filigranität zum Eintauchen verführt.


Album-Daten

Titel: NyeSongar.no
Interpret: Karl Seglem
Genre: Jazz
Label: Ozella Mucic
Jahr: 2013
Spielzeit: 53:12 min
Format: FLAC 48/24
Preis: 15,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Ozella Music

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