Jérôme Sabbagh -The Turn – Review

Jazz meets Rock (manchmal) auf dem Album The Turn von Jérôme Sabbagh

Jazz meets Rock (manchmal) auf dem Album The Turn von Jérôme Sabbagh


hrm_logo_15x50Happy Bluenote meets Rock: Der Album-Titel The Turn ist Programm bei Jérôme Sabbagh. Er nutzt die Freiheit und Melodik des Jazz, entswingt das Genre je nach Bedarf und mischt Hard Bob, Fusion Jazz und Rock mit Einsprengseln von Bill Frisell und Marc Ribot. Da passst sogar das unkonventionelle Cover-Bild: ein Motocross-Fahrer beim flotten Wenden im Matsch.

Für seinen klangexplosiven Jazz hat sich Tenorsaxophonist Sabbagh mit Gitarrist Ben Monder, Bassist Joe Martin und Schlagzeuger Ted Poor verstärkt, mit denen er schon sein Debut-Album eingespielt hatte. Die drei Mitmusiker harmonieren als Rhythmusmaschine hervorragend, aber auch als gegenseitige Begleiter und allgemeine Stimmungsmacher im besten Sinne des Wortes sind sie sehr gut.

Bereits der Auftakt- und Titelsong zeigt, wohin die Reise geht. Ist die Eröffnung noch verspielt und zart, kippt das Stück in zuerst klassisch jazzige Klänge, die dann aber schnell mit ruppiger Rockigkeit interpretiert werden. Der folgende Titel Long Gone ist ein leiser Vertreter, in dem Sabbagh und seine Mitmusiker zeigen, dass sie durchaus klassisch jazzen können, wenn sie wollen. Aber überwiegend wollen sie nicht.

Schon der folgende Titel Banshee ist von Rhythmus ganz klar eine Rocknummer, die harmonisch aber von Jazz-Akkorden durchsetzt ist. Das stürmt nach vorne, hält den Kopf aber trotzdem bkeschäftigt und nutzt die Dramatik von Bluenotes und schrägen Sounds geschickt, um die Spannung noch zu intensivieren. Ein echtes Highlight.

So geht es munter weiter. Insgesamt acht Stücke hat das Quartett auf The Turn versammelt. Fast jeder Song tobt spritzig und frech, mal musikalischer, mal jazzig-dissonanter aus den Lautsprechern und liefert diesen eine gute Begründung, ihrem Name alle Ehre zu machen. Und wenn es – wie bei Long Gone – mal ruhiger ist, können die Lautsprecher Detailfülle und Feinheiten zeigen, die bei Zimmerlautstärke leicht mal verschwinden.

Sabbagh hat sein Quartett auf einer schmalen Bühne positioniert. Das Saxophon steht vor dem Bass, während Gitarre links und Schlagzeug rechts werkeln. Das schafft ein kompaktes Klangbild, das eher vom Hall als von der Staffelung seine Tiefe erlangt. Trotzdem ist eine klare Differenzierung der Musiker möglich, und auch Details kommen in den leisen Passagen schön zur Geltung. Das vor allem per Kopfhörer. Ein perfektes Beispiel hierfür ist Cult, bei dem Ted Poor sogar zum Teil mit Schlegeln spielt.

Über Lautsprecher abgespielt, ist der Höreindruck anders. Das Album wirkt auf Grund des Schlagzeugs zur Rechten etwas verkippt und man ist geneigt, den Sitzplatz zur Linken zu verschieben, um die Balance wieder herzustellen, die formal durchaus vorhanden ist. Eine etwas zentralere Position für die Drums wäre sicher die bessere Wahl gewesen. Dennoch:

Jérôme Sabbagh legt mit The Turn einen echten Mitreißer vor. Das Album ist frisch, frech und bewegt sich gekonnt zwischen Tradition und Spaß an der Grenzverschiebung.



Album-Daten

Titel: The Turn
Interpret: Jérôme Sabbagh feat. Ben Monder, Joe Martin, Ted Poor
Genre: Jazz / Modern Jazz
Label: Bee Jazz
Jahr: 2014
Spielzeit: 56:03 min
Format: FLAC 96/24
Preis: 15,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Bee Jazz

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