Jazzer im Mafia-Look: Itamar Borochov – Boomerang

Unterhält mit Variabilität und vielfältigen kulturellen Einflüssen: Itamar Borochov mit seinem neuen Album Boomerang

Unterhält mit Variabilität und vielfältigen kulturellen Einflüssen: Itamar Borochov mit seinem neuen Album Boomerang



hrm_logo_15x50Wann genau sahen Jazz-Musiker auf ihrem Plattencover aus wie südländische Mafiosi? Eigentlich nie, wären da nicht der israelische Trompeter Itamar Borochov und das Label Laborie Jazz. Gemeinsam haben sie für Boomerang ein Cover gestaltet, das den Charme vergangener Tage versprüht – und die Erwartung vollständig auf’s Eis führt. Denn hinter der Hülle wartet ganz etwas anderes.

Swingig, melodiös, offen und frisch sind die Stücke, die Borochov auf seinem gerade neu veröffentlichten Album Boomerang versammelt hat. Was gleich auffällt: Die Rhythmik ist so konsequent durchgängig, dass manche Stücke wie Jaffa massiv in die Beine gehen. Und das trotz des durchgängig munteren Solospiels Borochovs.

War’s das schon? Kurz gelobt, alles fertig? Das wäre natürlich nicht fair bei insgesamt zehn Stücken und bei der Fülle an Einflüssen, die von Israel über arabische und nordafrikanische Elemente bis hin zu dem klassischen Jazz der New Yorker Clubs reicht, quasi ein klangliches Abbild von Borochovs Vita. Die bunte Mixtur sorgt entsprechend für eine Fülle an Details, spielerisch wie akustisch.

Akustisch muss man einfach nur die Ohren spitzen und vielleicht ein paar Kopfhörer seines Vertrauens mit einbeziehen, um sich an feinen Transienten, Anblasgeräuschen, Besenanstrich und anderem mehr zu erfreuen.

Spielerisch zeigen sich die charmanten Details beispielsweise in Avir’s Tune, einem sehr zart interpretierten, gefühlvoll vorgetragenem Stück, das mit einem dynamischen Push in Minute 2, der nebenbei so clever vorbereitet ist, dass er direkt unter die Haut geht. Oder Ça va bien, dessen französischer Titel zweierlei verspricht, das Borochov auch hält: Leichtigkeit und gute Laune. Dazu trägt auch das wirbelnde Pianosolo von Michael King bei.

Überhaupt, das Ensemble: Den Bass zupft und rupft Borochovs Bruder Avri in beeindruckender Manier, und Jay Sawyer an den Trommeln schafft einen munteren wie sensiblen rhythmischen Unterbau, auf dem sich die übrigens Instrumente verlässlich tummeln können.

Womit das Cover auf’s Glatteis geführt hätte: Es bedeckt kein zweifelhaftes Hörvergnügen, sondern beherbergt eine Auswahl von zehn melodiösen bis swingig-jazzigen Stücken, die eine Vielfalt von Einflüssen in ein harmonisches Ganzes integrieren. Ein netter Zeitvertreib.




Album-Daten

Titel: Boomerang
Interpret: Itamar Borochov
Genre: Jazz
Label: Laborie Jazz
Jahr: 2016
Spielzeit: 52:08 min
Format: FLAC 88.2/24
Preis: 15,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup

Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 2, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 2, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Laborie Jazz



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