Jazz em Português: Agathe Jazz Quartet

Agathe Jazz Quartet - Feeling Alive (Cover)

Agathe Jazz Quartet – Feeling Alive (Cover)


hrm_logo_15x50Feeling Alive heißt das jüngste Album des Agathe Jazz Quartet. Klassischer Jazz, gepaart mit Latin-Einflüssen und portugiesischem Gesang. Ein nettes Konzept, gut dargeboten, wenn auch manchmal etwas berechenbar konventionell. Trotzdem: Alive klingt allemal, was das Quartett in die Bits und Bytes der Studio Master Files musiziert hat.

Kompositorisch grüßt vor allem die Klassiker-Jukebox: George Gershwin, Betty Carter, Oscar Hammerstein II – ein paar Altgranden der gepflegten Atonalität finden sich als Notengeber, genauer für acht der insgesamt 11 Stücke. Prinzipiell ja nicht schlimm, aber solche Alben gibt es eigentlich schon genug. Und wenn dann die drei alternativen Stücke aus eigener Feder dem Rest locker das Wasser reichen können, ist es eigentlich schon schade um die vertane Chance.

Geschrieben hat die drei Alternativen, das lasziv-jazzige Feeling Alive, das fantastisch lebendige Absurde Natural und das eher genrepflegende Got Lost Agathe Irasema. Tochter eines brasilianischen Bassisten und einer Französin war schon von Babybeinen an bei Paps Konzerten dabei – das fehlende Geld für einen Babysitter öffnete die Tür für eine bemerkenswerte junge Frau, eine kundige Komponistin und starke Sängerin.

Zum Glück macht das Agathe Jazz Quartett nicht den beliebten Fehler, als Hommage an die Klassiker zum Dudelrudel swingenden Einheitsbreis zu mutieren. Klar, Balladen brauchen Besenarbeit, und Latin liebt Toms. Sparsam eingestreute Piano-Akkorde, lässige Basslines, alles vertraut und formal in Ordnung. Akustisch in Ordnung wird es schon allein, weil der Klang mutig ist: Sanfte Toms, luftiges Piano, filigraner Bass in den Balladen wie dem Auftaktstück I Got A Crash On You, knackige Toms, angriffslustiges Piano und fetzender Bass in Stücken wie Favela oder My One And Only Love. Oder mal ganz anders: Blues, als spielerische Gesangsnummer nur mit Schellenkranz-Gerassel und Posaunen-Begleitung. Phasenweise erzählen die Musiker ihre Stücke sogar instrumentell, zum Beispiel wenn Trommler Tocanier im Alleingang mit Agathe in der Strophe von Droppin‘ Things den Herzschlag, den der Gesang thematisiert, durch Rimklicks erzeugt. Tick tick.

Über allem bleibt natürlich der Gesang von Agathe: Ausdrucksstark und anpassungsfreudig wuselt sie durch die Stimmungen der Stücke, macht Laune und Lächeln und trägt dabei sehr viel Wärme ins Gehör. Die Begleitung durch ihre Mitstreiter Laurent Coulondre an den Tasten, Jérémy Bruyère am Bass und Pierre-Alain Tocanier an den Trommeln, mitunter ergänzt durch Fred Wesley an der Posaune und Nicolas Folter an der Trompete.

Die Klarheit der High-Res Dateien ist ein weiteres Plus des Albums. Der Klang ist sehr natürlich und authentisch, die Aufstellung der Band schafft eine Bühne mit Club-Atmosphäre: Differenziert und trotzdem greifbar. Wobei die meisten Clubs nicht so transparent abmischen dürften. Ein prima Album.



Album-Daten

Titel: Feeling Alive
Interpret: Agathe Jazz Quartet
Genre: Jazz / Latin Jazz
Label: Neuklang
Jahr: 2015
Spielzeit: 57:43 min
Format: FLAC 96/24
Preis: 17,50 Euro
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus 2, Amarra 3.0
Betriebssystem: OS X 10.7 Lion
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m; Straightwire USB-Link
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus 2, Amarra 3.0
Betriebssystem: OS X 10.10 Yosemite
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Neuklang

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