Herzschrittmacher: Living Colour – Shade

Acht Jahre Warten haben ein Ende: Shade heißt das neue Album von Living Colour

Acht Jahre Warten haben ein Ende: Shade heißt das neue Album von Living Colour



hrm_logo_15x50Sie können es noch: Auch acht Jahre nach ihrem Letzten Album The Chair in The Doorway verstehen sich die Jungs von Living Colour noch immer auf Powerplay und Druck. Shade heißt das Album, das am 9. September auf den Markt kam, und das im Kern bekannt klingt.

Auf den Punkt getaktete Beats, Vernon Reids beißende Gitarre und der ausdruckstarke Gesang von Corey Glover schnüren auch auf dem jüngsten Album des New Yorker Rock Ensembles ein solides Paket. Die Band macht aber noch mehr.

Alternative Metal und Funk Metal sind die Attribute, die an Living Colour kleben. Auf Shade bedienen sie beides, und manchmal vergessen sie es auch mal mehr, mal weniger. Dann nämlich, wenn sie sich dem Blues zuwenden.

Preachin’ Blues ist das erste dieser Stücke, das zweite des Albums. Es ist rund gemischt wie der Rest. Es klingt eher rockig als bluesig, ist mit ausreichend Höhen für Detail gemischt. Aber es nutzt auch Riffs, die wie von Little Axe geborgt klingen. Das ist ein Spagat zwischen den Genre, zumal Living Colour gewohnt kräftig zur Sache gehen. Aber es gelingt, und zwar mehrfach.

Bei Who’s That liegt die Sache etwas anders, aber wirklich nur etwas. Hier spielen Living Colour mit Blues-Klischees, die schließlich in einem sehr rockigen 12-Takter aufgelöst werden. Das hätte auch Luther Allision bringen können.

Die reineweg rockigen Nummern stehen dagegen weiter in gewohnter Living Colour-Tradition. Freedom Of Expression (F.O.X) stürmt zur Begrüßung der Fans gleich zu Beginn des Albums mit Wucht und Wonne in den Raum.

Black Out huldigt ebenfalls dem bewährten Rezept von erdigem Punch und klaren Riffs. Und auch Pattern in Time (Skin In The Game) tut das, indem es kompromisslos nach vorne marschiert, aber mit einer Art Chorgesang im Refrain schmunzen lässt. Ob das Absicht ist?

Zwischen Rock und rockigem Blues pendeln Stücke wie Who Shot Ya, dem der Biss ein bisschen abgeht, oder Always-Wrong, in das von irgendwoher Pop-Feel eintröpfelt. Der Pop-Anteil bricht aber im Refrain, sowohl vom Klang wie durch den schleppenden Rhythmus. Das macht wiederum Spaß.

Living Colour typisch ist der Gesamtklang eher hell für ein Metal-Album. Das kann bei hoher Lautstärke schnell nerven, ist bei Shade aber noch im Rahmen geblieben. Dafür erfreuen Transparenz und solide Bühne das Ohr, ebenso wie der Druck aus dem Basskeller.

Shade ist sicher nicht der revolutionäre Wurf, der Vivid und Time’s Up markierten. Aber das ist auch 20 Jahre her, und da war eine schwarze Heavy Metal Band noch etwas sehr spezielles. Heute ist Living Colour etabliert. Ausgeruht haben sie sich darauf nicht, sondern vorsichtig modifiziert. Das lohnt einen Hörtest.


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Album-Daten

Titel: Shade
Interpret: Living Colour
Genre: Rock/Heavy Metal
Label: Megaforce/H’Art
Jahr: 2017
Spielzeit: 48:24 min
Format: AIFF 44,1/16 (CD)
Preis: 14,99 Euro
Zu finden bei Amazon




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Geräte-Tuning: je 1 Albat Manufacturer Test Chip
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
DAC-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: Audio Selection Creaktiv Sound Control Base
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecherkabel-Tuning: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev

Raum-Tuning:
E-Smog: Kemp Elektronik Schumann Resonanz Plug
Strom: Gigawatt Sicherungs-Automat G-C20A
Strom: Gigawatt Steckdose G-044

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil



Abbildungen: Megaforce/H’Art


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