Herz-und-Nieren-Test: AYA – Authentic Audio Check

Systematische (Auf-)Klärung: Mit der Authentic Audio Check CD gibt AYA dem Audiophilen ein sehr erhellendes Werkzeug an die Hand

Systematische (Auf-)Klärung: Mit der Authentic Audio Check CD gibt AYA dem Audiophilen ein sehr erhellendes Werkzeug an die Hand



hrm_logo_15x50Mitunter hilft eine der Zufall auf die Sprünge oder, wie in diesem Fall, auf die Ohren. Bei einer Live-Vorführung hörte ich kürzlich in einem Percussion-Stück einen exorbitant bodenständigen Tiefbass. Auf die Frage, was für ein Album das sei, bekam ich eine überraschende Antwort: Authentic Audio Check, herausgegeben von Are You Authentic, kurz AYA. Das ist eine Gruppe Musikbegeisterter, die sich für authentischen Klang engagieren – im Auto!

Nun ist zwar auch ein Auto streng genommen ein Hörraum, aber einer, der allein durch die vorgegebene Sitzposition für Fahrer, Beifahrer & Co. per se für akustischen Ohrenschmaus denkbar benachteiligt ist, sollte man nicht mittig auf der Rückbank Platz nehmen und sich nach vorne beugen. Das macht Engagement für guten Klang gerade in diesem Kontext auf der einen Seite natürlich nachvollziehbar, hat aber auf der anderen Seite auch den Schatten des Scheiterns im Gepäck. Theoretisch zumindest.

Trotz allem war die CD schwer beeindruckend mit ihrem Tiefbass, weshalb ich sie mir besorgte, um sie auf Herz und Nieren respektive Bits, Bytes, Bass und Beiwerk zu prüfen. Tatsächlich gibt es für die geforderten 17,99 Euro mehr als nur eine CD für’s Geld – Label Stockfisch liefert tatsächlich eine Hybrid-Disc aus, die eine einfache CD und eine SACD kombiniert.

Insgesamt beherbergt die CD/SACD-Scheibe 20 Tracks, die jeweils zu einem bestimmten Zweck in die Sammlung aufgenommen wurden. Es sind:

# Interpret Titel Zweck
1 McKinley Black Introduction & Left-Right Test Kontrolle & Korrektur
2 Pinknoise Level Test System-Einstellung
3 Carl Cleves & Parissa Bouas Sharpening A Knife Tiefbass
4 Percussion-Enselbmel Improvisation Tiefbass
5 David Munyon A Hard Rain's A Gonna Fall Bass
6 The Bassface Swing Trio Oh Lady Be Good Bass & Höhenstaffelung
7 Allan Taylor Scotty Grundton
8 McKinley Black Hunger Grundton
9 Anne-Marie Jean & Sebastian Sternal Les mains d'Elsa Mittelton
10 Dennis Kolen For Cloud Dog And Jane Mittelton
11 Percussion-Ensemble Improvisation Hochton
12 Allan Taylor Firefly Hochton
13 Bärbel Bürkle & The Bassface Swing Trio Easy To Love Balance
14 Sara K. Sizzlin Balance
15 Dejmbe Walk Breite & Tiefe
16 The Tiptons Saxophone Improvisation Fokus
17 Johanna Single Am Springbrunnen Feindynamik
18 Percussion-Ensemble Glockenspiel Feindynamik
19 Drumset Bonus (Dynamik bei 84dB)
20 Firework Bonus (Dynamik bei 84dB)


Was nun zu tun ist? Einlegen und starten! Aber dabei nicht vergessen, das Booklet aus der Hülle zu nehmen, denn das verrät im Detail, welche Instrumente zu welchem Zeitpunkt wo zu hören sein sollten.

Eine freundliche junge Dame – es ist die Sängerin McKinley Black, die später noch mit einem fein ziselierten Stück vertreten sein wird – begrüßt den Zuhörer auf Englisch, aber klar und einfach gesprochen, so dass kein zusätzlicher Sprachkurs nötig ist, um die CD zu nutzen.

Black erläutert kurz AYA und geht dann gleich zum Kanal-Test über: Erst zentral – hier soll man sie bei korrekter Einstellung des Audiosystems auf der Motorhaube wahrnehmen. In Ermangelung einer solchen tut es natürlich auch das Rack, wenn es zwischen den Boxen steht. Es folgen ein paar Worte von links und einige Worte von rechts mit der nachfolgenden Bitte, wenn bisher alles korrekt sei, den Lautstärke-Level auf 74 dB einzustellen und fortzufahren – mit rosa Rauschen.

Das Rauschen eignet sich übrigens perfekt zum Einstellen des Lautstärke-Pegels, beispielsweise mit Hilfe eines Smartphones und passender App. Die gibt es unter anderem von den Hals-Nasen-Ohren-Ärzten als LärmApp. Die Crux: Der Test mit drei verschiedenen Apps ergab drei verschiedene dB-Werte. Wem also glauben? Ich habe mich für den Mittelwert entschieden, was ein Stück über Zimmerlautstärke ist.

Danach ging es an die akustische Verköstigung. Die ist, was die Auswahl der Songs betrifft, tatsächlich sehr gut für die jeweiligen Zielstellungen geeignet. Die Tiefbässe der ersten beiden Titel reichen tatsächlich beachtlich weit in den Frequenzkeller hinab und drücken zugleich schubkräftig aus den Boxen – und zwar mit neutral gestellten Potis. Noch beachtlicher wird die Performance, wenn die Bassregler in Volleinschlag justiert sind. Manche Box wird da ins Pusten kommen.

Waren in beiden Tiefbass-Fällen Trommeln für den Frequenzboden zuständig, ist es bei David Munjon ein gestrichener Kontrabass, der die zweistelligen Hertz auszuloten hilft, ist es beim The Bassface Swing Trio die leer gezupfte E-Saite der Großgeige. Wobei dieser Track noch eine zweite Aufgabe hat: Das Bühnenabbild in puncto Höhe auszuloten. Becken, Piano und Kontrabass sollten in natürlicher Höhe erscheinen, so das Booklet, das sogar ein erläuterndes Bild mitliefert.

Die folgenden Stücke sind sehr stimmgeprägt, was die Beurteilung des Grundtons erleichtert, denn sie bieten eine gute Orientierung gegen die Zielfrequenzen 120 bis 250 Hertz. Ähnlich liegt es bei den folgenden beiden Akustik-Darreichungen, die den Mittelton bis 3000 Hertz auszuloten helfen: Gesang mit Piano bei Les mains d’Elsa, Gesang mit akustischer Gitarre und E-Bass am Flanger bei Dennis Kolen.

Wie steht es mit der Darstellung des Diskants jenseits der 3000-er? Das Percussion-Enselble improvisiert eine weitere Runde, dieses mal mit Glöckchen, Chimes, Becken – naja, und die Tiefbass absondernde Trommel macht auch mit. Wobei zugleich ausgelotet werden kann, wie weit links des linken Lautsprechers die Jujurasseln schrabbeln lassen – im Optimalfall deutlich weiter außen. Auch Firefly lässt die Höhen tanzen, allerdings mit Banjo und Fiddel, wobei auch hier ein tiefer Bass mitmischt. Gut Klang will Boden haben, ganz offenbar.

Auf die Balance haben es anschließend Bärbel Bürkle nebst Swing Trio und Sara K. abgesehen. Mal ungeachtet der ehedem grandiosen Darstellung der Instrumente in den beiden Aufnahmen stehen Bürkle und K. tatsächlich so punktgenau zwischen den Lautsprechern, dass selbst mein etwas hallige Hörraum bei Bürkle mal andächtig schweigt. Sara K.’s obere Mitten sind sich dagegen nicht jederzeit 100-prozentig einig, wo denn jetzt genau das Zentrum liegen soll.

Der Djembe Walk läuft zur Einschätzung von Breite und Tiefe im Folgenden von rechts über vorne nach links und übergibt an The Tiptons zur Saxophon-Improvisation, die auf den Fokus zu fokussieren hilft. Die vier Saxophone und das Schlagzeug müssen auf der Bühne jeweils punktuell ortbar sein, klärt das Booklet auf. Und dass die Bläser von links nach rechts einsetzen.

Ist der geschärft, kümmern sich Johanna Single und im Anschluss das Percussion-Ensemble um die Feindynamik. Die zeigt sich beim Harfenspiel in den vielfältigen Zupfgeräuschen und dem fein verwobenen Klangstrukturen, während das nachfolgende Klangwerk mit keckem Anschlag und singendem Ausklang diverser Glöckchen von links und rechts die Lautsprecher ein letztes Mal herausfordert.

Die beiden Bonus-Tracks – Schlagzeug und Feuerwerk – sind nette Gags als Nachtisch, die beide unausgesprochen das Thema Impulstreue und -festigkeit formulieren, wobei hier auf 84 dB hochgeregelt werden sollte, damit es ordentlich kracht.

Und nun?

Wer die CD durchgehört hat, weiß deutlich mehr über seine Kette, das ist mal sicher. Die Aufnahmen sind nebenbei ganz feine Hörtipps, um in den ein oder anderen Künstler mal genauer anzuhören. Damit ist die AYA CD ein doppelter Tipp. Und nützlich obendrein. Selbst ohne Auto.


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Album-Daten

Titel: Authentic Audio Check
Interpret: AYA – Are You Authentic?
Genre: Test-CD/SACD
Label: Stockfisch
Jahr: 2011
Spielzeit: 54:52 min
Format: AIFF 44,1/16 / DSD 64
Als CD/SACD für 17,99 Euro bei Amazon




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Albedo Air I
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Geräte-Tuning: je 1 Albat Manufacturer Test Chip
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
DAC-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: Audio Selection Creaktiv Sound Control Base
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Rack-Tuning: Creaktiv Erdungs-Set ci2p
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecherkabel-Tuning: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev
Stromleisten-Tuning: creaktiv Systems Power-Plug Optimizer Abschlußstecker
An diversen Stellen: biophotone Magic Akasha Sound Chips
Steckerleiste NAS und Router: iFi Audio AC iPurifier

Raum-Tuning:
E-Smog: Kemp Elektronik Schumann Resonanz Plug
Strom: Gigawatt Sicherungs-Automat G-C20A
Strom: Gigawatt Steckdose G-044
Strom: HiFi-Tuning Fremdgeräuschzerstörer & Quantenstecker
Raum: Creaktiv Air Field-Equalizer
Heizkörper: 4 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar
Fenster Hörraum: 2 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar
Spiegel Bad gegenüber Hörraum: 2 creaktiv Systems TwisterStop Glaslinsen 30 mm klar

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil



Abbildungen: Stockfisch


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