Geschichtsstunde: Die Geburt der Symphony

Die Academy Of Ancient Music zeigt auf Birth of a Symphony die Entwicklung der Symphony

Die Academy Of Ancient Music zeigt auf Birth of a Symphony die Entwicklung der Symphony

hrm_logo_15x50Sie sind seit mehr als 30 Jahren im Geschäft und haben in dieser Zeit auf über 300 CDs eine weite Spanne klassischer Einspielungen absolviert. Jetzt legt die Academy of Ancient Music mit einem eigenen Label einen Querschnitt ihres künstlerischen Schaffens vor: Birth of the Symphony – Handel to Haydn heißt das erste Album des Eigenlabels und es zeichnet mit Werken von Händel, Richter, Stamitz, Mozart und Haydn symphonische Kompositionen dreier Generationen nach – wobei die Werke nur maximal 30 Jahre auseinander liegen.

DIY – Do it Yourself mögen sich die Musiker der Academy of Ancient Music gedacht haben, als sie vor kurzem nach mehr als 300 Aufnahmen für andere mit einem eigenen Label starteten. Und was bietet sich als Appetizer besser an als ein Querschnitt des eigenen Könnens? Gesagt, getan, spielten die Briten fünf symphonische Kompositionen ein, die drei Generationen überspannen, aber in einem Zeitfenster von nur 30 Jahren entstanden – musikalische Zeitgeschichte komprimiert, sozusagen.

Ausgewählt haben die Briten ihren Hofkomponisten Georg Friedrich Händel mit der Sinfonia of Saul (1738), Franz Xaver Richter mit Grande simphonie No. 7 in C major (1740), Johann Wenzel Anton Stamitz mit der Sinfonia a 4 in D major (1750), Wolfgang Amadeus Mozart mit der Symphony No.1 in E flat major (1764) und Franz Josef Haydn mit der Symphony No. 49 in F minor „La passione“ (1768). Eine hübsche Sammlung.

Was die Aufnahme komprimiert nachzeichnet, ist die Entwicklung von barockem Kontrapunkt und fast schon formalistischer Komposition hin zu lebendiger Musik, könnte man schreiben. Das ist natürlich zu kurz gegriffen, aber spiegelt schon ein wenig den Eindruck wider, den der getragene Händel hinterlässt, wenn er auf den putzmunteren Mozart trifft, der die Instrumente kunstvoll verwoben fröhlich aufspielen lässt. Oder auf Haydns dynamische Komposition, die mit dem Wechsel von Streichern zu Bläsern und zurück im ersten Satz eher atmet als spielt und im finalen Satz die Noten richtig gehend aufpeitscht. So schnell und eindrucksvoll erschließt sich Musikalische Entwicklung selten. Aber darum geht es ja eigentlich gar nicht.

Musik soll erfreuen und Klassik will genossen sein. Für beides schafft die Einspielung des jungen Labels Anreiz. Auf mäßig breiter Bühne verteilt sich das Orchester gut im Raum auch nach hinten. Die Einspielung ist luftig und transparent. Für den Genuss über Kopfhörer hat die Aufnahme manchmal eine Spur zu viel Hall, der über Lautsprecher mit dem solideren Bassfundament allerdings sympathische Fülle schaffen kann.

Fazit

Die Academy of Ancient Music hat unter Richard Egarr mit ihrer ersten selbst verlegten Aufnahme eine schöne Zeitreise durch die Entstehungsgeschichte der Symphonie geschaffen. Spielfreudig und genretreu bieten die versierten Briten eine akustisch attraktive Einspielung, die crisp und mit liebe zum Detail bis hin zu den Cembaloeinwürfen fein ausgespielte Kompositionen, die ihren Höhepunkt in der 49. von Haydn finden und ganz nebenbei zeigen, warum er als der Vater des im 18. Jahrhundert neu entstehenden Genre der Symphonie gilt.



Album-Daten

Name – Birth Of A Symphony
Interpreten – Richard Egarr, Academy Of Ancient Music
Label – Academy Of Ancient Music
Jahr – 2013
Spielzeit – 1.10:54 min
Format – FLAC 96/24
Preis – 16,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Academy Of Ancient Music

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