Filter-Turm mit Indizes: ifi Audio AC iPurifier

Der ifi Audio AC Purifier ist ein interessanter Netzfilter, der zudem verrät, ob er korrekt platziert ist

Der ifi Audio AC Purifier ist ein interessanter Netzfilter, der zudem verrät, ob er korrekt platziert ist



hrm_logo_15x50Da fängt man mal an zu filtern, und schon nimmt es kein Ende mehr: In gepflegtem Weiß stellt sich jetzt der ifi Audio AC iPurifier vor meiner Steckerleiste an, um sein Können unter Beweis zu stellen. Der AC iPurifier ist ein Netzfilter, dem sein Hersteller ifi Audio aus Großbritannien bescheinigt, intelligent zu sein. Was das bedeutet, wollen wir herausfinden.


Allgemeines

Der ifi Audio AC iPurifier ist im Kern ein Stromfilter, der zudem in der Lage ist, selbsttätig mitzuteilen, ob er phasenkorrekt angeschlossen und korrekt geerdet ist. Hierzu hat er zwei grüne LED an Bord, die jeweils grün oder rot leuchten.



Alles in Ordnung? Der ifi audio AC Purifier zeigt mit roten und grünen LEDs an, ob Erdung und Phase stimmen

Alles in Ordnung? Der ifi Audio AC Purifier zeigt mit roten und grünen LEDs an, ob Erdung und Phase stimmen



Auf der Verpackung verspricht der Hersteller, sein ifi Audio AC iPurifier würde Störgeräusche im Stromnetz um das 100-fache reduzieren, also alle Signale, die von Netzteilen und anderen Quellen auf die eigentlichen 50 Hz Sinus des Wechselstroms aufgesattelt werden, weitgehend tilgen. Dazu gibt es sogar eine hübsch stachelige Grafik, die in bunten Strichen kurz und knapp visualisiert, was da genau passiert:



Active Noise Cancellation geht auch im Stromnetz: der ifi Audio AC Purifier ermittelt die Störfrequenzen auf dem 50 Hz-Signal und löscht sie mit gegenläufigen Frequenzen aus

Active Noise Cancellation geht auch im Stromnetz: der ifi Audio AC Purifier ermittelt die Störfrequenzen auf dem 50 Hz-Signal und löscht sie mit gegenläufigen Frequenzen aus



Das Verfahren ist aus dem Kopfhörerbau bekannt und heißt Active Noise Cancellation. Hierbei analysiert ein Chip die Störgeräusche und spielt gegenphasige Signale ein, die dann die Störungen auslöschen. Im Stromnetz ist das allerdings wesentlich leichter, denn das Signal hat genau und ausschließlich 50 Hertz, im Gegensatz zu den möglichen 20 bis 20.000 Hertz eines üblichen Audiosignals.

Zudem räumt der ifi Audio AC iPurifier mit Erdungsbrummen auf, das entsteht, wenn Komponenten falsch oder gar nicht geerdet sind, während andere per Schutzkontakt mit Mutter Erde verbunden sind. Hierzu gibt es eine Buchse, die im Normalfall mit einer Silikonkappe geschützt ist. Wird sie benötigt, muss man einfach ein Kabel mit Klinkenstecker in die Buchse und das Kabel an andere Stelle mit einer Erdung verbinden. Fertig.

Als Ergebnis dieser Strom-Wäsche verspricht ifi seinen Kunden eine größere Dynamik, gleichmäßigeren Klang und einen wesentliche dunkleren Hintergrund. Um zu schauen, ob das auch alles so hinhaut, ist allerdings ein bisschen Vorbereitung nötig – vulgo: ein Technik-Strip im Hörraum.


Test-Vorbereitung

Da mein Hörraum schon ein gutes Stück weit stromoptimiert ist, steht dem eigentlichen Test ein Rückbau voran. Dazu ein bisschen Musik-Hören. Und ein Schub in Richtung Steckdose.

Das war im Detail zu tun:

  • Den HiFi-Tuning Fremdgeräusch-Zerstörer und den HiFi-Tuning Quantenstecker aus den beiden Steckdosen ziehen und das Stromnetz von den diversen Störquellen wieder verwuseln lassen.
  • Die creaktiv-Erdung von DAC und Verstärker sowie dem Rack lösen, so dass die Geräte nicht mehr untereinander und weder sie noch das Rack mit der Erde des Stromnetztes verbunden sind.
  • Anschließend die Testbench durchhören, zum einen per Lautsprecher und dann per Kopfhörer, um ein Bild der Lage zu bekommen.
  • Schließlich durfte es sich der ifi Audio AC iPurifier in der Gigawatt Doppelsteckdose gemütlich machen und seine Tätigkeit aufnehmen.

Der Zwischenstand nach dem die gewohnten Klang-Helfer entfernt waren fiel ernüchternd aus: Die Musik klang gelinde gesprochen nicht so präzise, detailliert und dynamisch. Es fehlte an Tiefer und Breite des Raums. Der Diskant wurde zumal in dynamischen Passagen scharf, die Bässe flachten ab und büßten an Fülle ein, einzelne Chorstimmen waren kaum zu differenzieren, Hintergrunddetails verschwammen oder verschwanden gleich ganz – wer es nicht anders kennt, würde wohl sagen, es klinge nicht schlecht. Aber es war definitig nicht halb so gut wie vor der Demontage der Berliner Ohr-Stecker und der Bad Honnefer Kabel.

Also viel zu tun für den ifi Audio AC iPurifier. Ob er es schafft?


Wirkung

Was sofort auffällt: Die Musik klingt entspannter. Die Frequenzen spielen fülliger und vielfältiger. Der Gesamtklang ist harmonischer in jeder Beziehung – in der Dynamik, in der Transparenz, in der Natürlichkeit. Der ifi Audio AC iPurifier scheint also positives zu bewirken.

Beispielsweise ist der Gesang in Alone von dem neuen Bahamas Album Earthtones nicht länger flach und harsch, sondern wieder warm und rund. Auch die halbakustische Gitarre klingt realistisch, dazu artikuliert sich der Tiefbass im Bodensatz des Stückes vernehmbar und klar. Die Hintergrund-Sänger setzen gelockert ein und in Summe ist zu hören wieder Genuss statt analytischer Suche nach vermissten Klängen.



Platz da: der ifi Audio AC Purifier stakt gute 7,5 Zentimeter aus der Steckdose heraus

Platz da: der ifi Audio AC Purifier stakt gute 7,5 Zentimeter aus der Steckdose heraus



Brooke Sharkey bestätigt die erste Wahrnehmung mit Your Tomorrow vom Album Wandering Heart. Ihre Stimme ist wieder dreidimensional und in einen räumlicheren Klang eingebettet. Die reichen Details ihres Gesangs kommen erfrischt zum Tragen, der Kontrabass schwingt mit Körper und Volumen, und der Raum ist nicht länger bloß Effektgerät, sondern echter Klang-Platz.

Die subsummierten Chorstimmen aus dem zweiten Satz von Brahms Requiem in der Einspielung des LSO unter Velery Gergiev bleibt etwas eng gestaffelt, aber das Jerusalem Jerusalem aus dem Album Himmelrand (Holistic Mix) des Uranienborg Vokalensemble differenziert der ifi Audio AC iPurifier zu ansprechenden Einzelphänomenen. Er erreicht das auch durch die weitere Bühne, die den Chor besser spreizt und fülliger auftreten lässt, wobei auch die Differenzierung des Chros gegen die Orgel gut gelingt.

Im populären Genre schaut es etwas durchwachsener aus: Dominosteine von Loukas Album Lametta trägt etwas dick auf und verschwimmt hierdurch im Detail, das einen wesentlichen Reiz des Stückes ausmacht. Always Wrong vom Living Color Album Shade ist leicht mattiert und Joe Satriani versprüht Energy von seinem jüngsten Longplayer What Happens Next mit matschigem Punch im Bass der Drums und gleichfalls verwuscheltem Tieffrequenz-Knurren des flankierenden Viersaiters.

Das ist ein Mischergebnis, das nach einer zweiten Kontrolle verlangt.


Wirkung wo anders

Da meine Kette noch immer über spezielle Sicherungen, die GigaWatt HiFi-Steckdose und die biophotone-getunte Audioplan-Netzleiste bevorzugt bestromt wird, ist ein zweiter Test fällig: An der Anlage des uneingeweihten Ohrs. Der Amp mit Eurostecker ohne Schutzkontakt. Die Lautsprecher zwei Hans Deutsch HD 304, klein dimensioniert und mit dem Verstärker auf dem selben Sideboard beheimatet. Die Stromzufuhr über eine IKEA-Dreierleiste an einer einfachen Steckdose – das lässt im Zusammenspiel arges befürchten. Oder doch nicht?

Der ifi Audio AC iPurifier bekommt den ersten Steckplatz nach dem zuführenden Stromkabel. Das empfiehlt ifi Audio in einer Grafik, die auch den Einsatz mehrere der handlichen Filter illustriert:



Immer an den Anfang: der ifi Audio AC Purifier sollte immer den jeweiligen Gerätegruppen – analog oder digital – vorgeschaltet sein

Immer an den Anfang: der ifi Audio AC Purifier sollte immer den jeweiligen Gerätegruppen – analog oder digital – vorgeschaltet sein



Danach folgt der Verstärker, mehr ist nicht angeschlossen, da das Zuspiel über ein iPhone erfolgt. Das entspricht nicht ganz der Vorstellung von HighRes, ist dafür aber eine ordentliche Herausforderung. Und immerhin gibt es den Klang als WAV mit 44.1 kHz und 16 bit zugeliefert.

Mit den ersten Tönen ist schnell klar: Der ifi Audio AC iPurifier sorgt für ein aufgeräumtes Klangbild. Der Bass ist wärmer, die Höhen klarer, die Mitten fülliger und das musikalische Geschehen hebt sich gut gegen den geschwärzten Hintergrund ab.

Besonders charmant wird die Darbietung bei gesteigerter Lautstärke: Der Bass ist präziser, der Diskant nicht länger schrill, denn die Reaktions-Geschindigkeit der Geräte nimmt offenkundig zu. Auch die oben erwähnten leicht verwaschenen Strukturen im tiefen Klangspektrum sind nicht auszumachen. Wobei die Regalboxen auch nicht so druckvoll tief kommen.

Der ifi Audio AC iPurifier liefert in diesem Set-up in jedem Fall einen respektable Zugewinn an Musikgenuss. Und das ist die Hauptsache.


Fazit

Der ifi Audio AC iPurifier ist ein interessanter Netzfilter, der denkbar simpel zu handhaben ist: Einstecken, Musik starten, fertig. Dass seine beiden LED-Anzeigen hierbei korrekte Phase und Erdung indizieren, ist zusätzlich positiv zu vermerken.

Und der Klang? In der regulären Kette mit teiloptimiertem Strom-Zufluss ist die Wirkung gut, in der schlichten Stromversorgung für die Kette des uneingeweihten Ohrs ist die Wirkung noch besser. Der Einsatz der britischen Klang-Politur lohnt sich also, besonders dort, wo sonst noch nichts mit Blick auf sauberen Strom passiert ist.

Als einziges Manko könnte sich die Länge des ifi Audio AC iPurifiers auswirken: Während er in der Steckerleiste hochkant risikolos residiert, können seine knapp 12 Zentimeter, von denen 7,5 Zentimeter bei horizontaler Montage in den Raum staken, unter Umständen zu Kollisionen führen. Wie gut der ifi Audio AC iPurifier diese übersteht, haben wir aber nicht getestet – das Gerät musste nämlich wieder zurück zum Hersteller.


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Produkt-Daten

Produkt: Netzfilter
Hersteller: ifi Audio
Modell: AC iPurfier
Spannung: 90 – 240 V
Absicherung: max 30.000 A
Filterung: > 40 dB
Maße: ø40 mm x 115 mm
Gewicht: 126 gr
Besonderheit: Indikatoren für Polung und Erdung
Preis: 119,00 Euro
Zu finden bei Amazon




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Geräte-Tuning: je 1 Albat Manufacturer Test Chip
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
DAC-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: Audio Selection Creaktiv Sound Control Base
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Rack-Tuning: Creaktiv Erdungs-Set ci2p
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecherkabel-Tuning: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev
Stromleisten-Tuning: creaktiv Systems Power-Plug Optimizer Abschlußstecker
An diversen Stellen: biophotone Magic Akasha Sound Chips

Raum-Tuning:
E-Smog: Kemp Elektronik Schumann Resonanz Plug
Strom: Gigawatt Sicherungs-Automat G-C20A
Strom: Gigawatt Steckdose G-044
Strom: HiFi-Tuning Fremdgeräuschzerstörer & Quantenstecker
Raum: Creaktiv Air Field-Equalizer

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: HighResMac/Tom Semmler

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