Feiner Jazzspaß: Marutyri – The Tribe (EP)

The Tribe heißt das neue Mini-Album der holländischen Jazz-Formation Marutyri

The Tribe heißt das neue Mini-Album der holländischen Jazz-Formation Marutyri


(cafm-news) hrm_logo_15x50Acht Musiker, drei Stücke, 18 Minuten und ein bisschen alles zusammen. Bass, Gitarre, Schlagzeug, Keyboards, Percussion, Posaune, Trompete, Saxophon. Klassische Jazz-Band mit spielfreudigem Bumms. Eher Joe Zawinul oder vielleicht Klaus Doldingers Passport? Wie man’s nimmt. In jedem Fall feiner Jazz-Spaß mit Wumms.

Klassiker werden natürlich monieren, das sei ja alles gar kein Jazz, sondern eher ein poppiger funkiger knackiger jazziger Dingsbums. Und beklagen, dass das Wörtchen Jazz inzwischen auf alles gelabelt wird, das nicht all zu doll nach Helene Fischer klingt. Und dann kommt das Posaunensolo bei Insanity, und sofort ist es doch wieder Jazz. Nicht ganz so verswingt wie Cannonball Adderley, aber unverkennbar.

Natürlich spielen Marutyri eher auf den Beat. Lassen der Sau freien Lauf und akzentuieren pointiert. Das machen sie mit mächtig Groove und Verve, auch bei nur drei Stücken:

Gaudi als Opener sorgt gleich für gute Laune. Tempo und munter pulsierende Grooves, dazu spannende Wechsel, ein fülliger Klang und kleine Sideeffects wie ein Wha-Wha-Pedal halten die Ohren gleich angenehm beschäftigt.

Auch Insanity läuft temporeich und rockigem in den Hörraum, breakt ab Sekunde 40 aber in ein Funkfeel, eine Minute später geht’s wieder zurück zum Eingangsthema, und so pendelt es zwischen den Genre hin und her. Die Posaune von Gastmusiker Ilja Reijngoud soliert über Swing, und zum Schluss gibt es fettem Big-Band-Sound.

Hunter mit einem Thema im 11/4-tel Takt macht gleichfalls Hinhorchen. Der Wechsel von gitarrengeprägtem Thema zu den Solopassagen ist anspruchsvoll, spielerisch abwechslungsreich und durch die divergente Dynamik und melodische Interpretation der Solisten ein schönes Highlight.

Geschrieben hat die Stücke Bassist Rik van der Ouw, Insanity gemeinsam mit Gitarrist Ruud van Halder. Die beiden nebst Mitspielern bilden seit Schultagen eine Band, und diese Vertrautheit ist den Stücken anzumerken. Flüssig und praktisch intuitiv spielen die Musiker miteinander.

Die Aufnahme in 48 kHz und 24 Bitpräsentiert sie hierbei auf gut gestaffelter Bühne mit gemäßigter Spreizung, um Raum für die einzelnen Interpreten zu geben, und mit ausreichend Tiefe, um das Schlagzeug diskret, aber nicht neblig zu halten. Sie liefert Detail, aber nicht in der Tiefe einer 96 kHz-Aufnahme.

Trotzdem ist The Tribe ein kleines Hörfest für Freunde frischen Jazz und zeigt, dass Marutyri das erreicht haben, was ihr Name ergibt, wenn man die Buchstaben ihres Namens korrekt platziert: Maturity. Da wundert es nicht, dass die Band im Juni auf dem North Sea Jazz Fest in Rotterdam mitspielte.



Album-Daten
Titel: The Tribe
Interpret: Marutyri
Genre: Rock / Modern Rock
Label: Selbstverlag
Jahr: 2015
Spielzeit: 18:44 min
Format: WAV 48/24
Preis: Bei Marutyri erfragen
Zu finden bei Direktbezug bei Marutyri



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus 2, Amarra 3.0
Betriebssystem: OS X 10.7 Lion
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m; Straightwire USB-Link
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus 2, Amarra 3.0
Betriebssystem: OS X 10.10 Yosemite
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Marutyri

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