Entspannter Brückenbau: Thomas Siffling – Flow

Kombiniert Ambient und Jazz zu einer entspannten Performance: Thomas Siffling auf seinem jüngsten Album Flow

Kombiniert Ambient und Jazz zu einer entspannten Performance: Thomas Siffling auf seinem jüngsten Album Flow



hrm_logo_15x50Als Flow bezeichnet man gemeinhin ein Stadium ungestört zielerfüllenden Wirkens, zumindest in der ergebnisorientierten Sachlichkeit einer Immer-mehr-und-immer-weiter-Gesellschaft. Flow ist aber auch der Name des jüngsten Albums von Trompeter Thomas Siffling, und das, weil er gerne Energie freisetzen möchte – beim Zuhörer.

Die Idee klingt erstmal esoterisch. Wie bitteschön soll Musik Energie freisetzen? Ok, hopsewütige Kinder in der Disco, da mag das funktionieren. Aber in der ergebnisorientierten Sachlichkeit?

Den Schlüssel soll die Konzeption der fünf Stücke liefern, so der Begleittext für die Presse: Horizontal-spärische Musik, die entschleunigend im Aufbau, mit Grooves unterlegt und mit Melodien verziert zum Eintauchen einlädt.

Nun gut… –  horizontal, vertikal oder diagonal-sphärisch, auffällig ist in jedem Fall, dass die Stücke tatsächlich ein durchgängiges Schema eint: mittlere Tempi, eingängige Beats, viel Hall, viele lange stehenden Töne aus Synthesizern und dazu Sifflings Trompete mit Dämpfer säuselnd. Ein bisschen, als würde Ambient-Music mit Miles Davis gepaart.

Flow vereint fünf Stücke mit einer Gesamt-Lauflänge von 53 Minuten und 26 Sekunden, inklusive zwei Bonsu-Tracks sogar eine Stunde, 17 Minuten und 43 Sekunden. Macht im Schnitt etwas mehr als zehn Minuten pro Stück. Und tatsächlich stoppt das kürzeste von ihnen bei 7:58, während das längste bei 13:23 verklingt. Und das ist auch der Opener:

Move heißt es und wird getragen von Christian Hubers gewuschelten Besen und einer von Dirk Blümlein so relaxed gleichmäßig gezupften Bassline, dass allein das schon entspannt. Worin definitiv eine die Stärke des Albums liegt: Entspannung.

Dazu tragen auch die clever genutzten Elektronics bei, von Huber und Alex Gunia bedient. Gunia ist zudem für die charmanten Gitarren-Klänge verantwortlich, die sich weniger in Riffs als in stehenden Klängen und akustischen Effekten im Hintergrund äußern. Wie überhaupt viel auf Atmosphäre, tiefe Räume und Hall gesetzt wird bei Flow.

Fehlen noch Tasten von Piano und altehrwürdigem Fender Rhodes. Sie gehorchen Konrad Hinsken, zum Beispiel in Real Flow, in dem das Rhodes während der Solo-Passagen glöckchen-plauderig durch die Skalen jazzen darf.

Diese Solo-Passagen sind übrigens die Orte, in denen Siffling und sein Begleit-Qartett den Jazz vornehmlich verstecken. Die Grooves und die globale Melodik folgen dagegen akustisch harmloseren Mainstream-Üblichkeiten. Wobei auch die sich und dem Zuhörer sehr viel mehr Ruhe gönnen als in den Top-100 von Radio Irgendwo.

Was der CD fehlt, sind zwei Bonus-Tracks, die der akustischen Entschleunigung weiter 25 Minuten hinzufügen. Sie bekommt, wer das Album als digitalen Download erwirbt. Vorhören lassen sich die Stücke auch auf der Website zum Album.

Ob die Musik zum Flow anspornt, mag im Einzelfall entschieden werden. Dass sie Entspannungs-Potenzial freisetzt, ist dagegen gewiss – und ganz offenbar Absicht. Denn jeder CD liegt eine schwarze Schlafmaske bei, und auch bei Konzerten wird die Maske verteilt. Und auf ihr steht: I’m in the Flow. Fehlt nur das Don’t distrurb!


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Album-Daten

Titel: Flow
Interpret: Thomas Siffling
Genre: Jazz
Label: Jazznarts Records
Jahr: 2017
Spielzeit: 53:26 min (1.17:43 inkl. Bonus-Tracks)
Format: FLAC 96/24
Preis: 15,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 2, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Lautsprecherkabel-Tuning: in-akustik Referenz Cable Base
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil



Abbildungen: JAZZNARTS RECORDS


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