Elektro-Klassik: Jens Harald Bratlie – Vers la LUMIÈRE

Brückenschlag: Auf Vers la Lumière verbindet Jens Harald Bratlie mit David Bratlie klassische Klavierwerke mit elektro-akustischen Klangwelten

Brückenschlag: Auf Vers la Lumière verbindet Jens Harald Bratlie mit David Bratlie klassische Klavierwerke mit elektro-akustischen Klangwelten



hrm_logo_15x50Elektro-Klassik? Klingt nach Kraftwerk reanimated. Meint aber, Elemente klassischer Musik mit elektronischen Klängen zu kombinieren. Eben das, was der norwegische Pianist Jens Harald Bratlie gemeinsam mit dem Elektro-Akustiker David Bratlie auf dem Album Vers la LUMIÈRE macht.

Tatsächlich machen Bratlies auf Vers la Lumière noch mehr: Sie integrieren Werke klassischer Komponisten mit eigenen Kompositionen und mischen hierbei Pianowerk und Elektroakustik. Was das bedeutet? Tabellarisch aufgeschlüsselt dieses:

Nr. Komponist Stück
1 Antonio Bibalo Sonate nr. 2 for klaver "La Notte"
2 David Bratlie Vers la Lumière I
3 Franz Liszt Années de pèlerinage: Vallée d’Obermann
4 David Bratlie Vers la Lumière II
5 Olivier Messian Vingt Regards sur l’Enfant Jésus: X. Regard de l’Esprit de joie
6 David Bratlie Vers la Lumière III
7 Olivier Messiaen Vingt Regards sur l’Enfant Jésus: I. Regard du Père


Wer nun aber denkt, David Bratlie würde bei seinen Kompositionen munter ins Mischpult greifen und die Effekte-Regler drahtig drehen, während Jens Harald Bratlie die Klassiker klassisch sein lässt, der liegt exakt falsch. Eigene wie fremde Stücke sind bearbeitet, die Übergänge zwischen den modifizierten Klassikern und den klassisch angehauchten Eigenwerken ist fließend, eine Pause ist nicht auszumachen, und auch das ist Konzept. Bratlies wollen eine Brücke schlagen zwischen den Welten. Und dabei das Spiel von Licht und Dunkel klanglich akzentuieren.

Gewiss werden eingefleischte Verehrer Liszts und Messiaens erstaunt bis irritiert den Kopf schütteln und die Ohren zu verschließen suchen ob der überraschenden Ergänzungen und Modifikationen. Wer mit offenen Ohren durchs Leben hört wird dagegen einhalten und lauschen. Denn:

Bratlies überführen die bekannten Notationen in Klangwelten. Bibalo ist von dunklen Tönen unterfüttert. Liszt ist mit synthetischen Elementen verwoben, Messiaen durch Piepsen und Fiepsen partiell fragmentiert. Das liest sich allerdings schlimmer als es klingt, denn das Album verfolgt ein Konzept integrativer Kommunikation zwischen den Welten, den Perioden und den divergierenden musikalischen Auffassungen.

Die in unserm Fall als MQA dargereichten FLAC-Files mit entfalteten 352,8 kHz und 24 bit liefern diesen Versuch als sehr dynamisches und lebendiges Klangbild. Der bestechend klare Klang füllt eine veritable Bühne in wie mit Hülle und Fülle. Die Pianoläufe sind fantastisch zu verfolgen. Zugleich bietet die Raumakustik Entspannung, vermag aber auch die teilweise Dramatik der Interpretationen zu forcieren.

Das Album Vers la Lumière ist von der Klang-Auffassung gänzlich anders als viele Alben des norwegischen Labels 2L. Von der Klangdarbietung aber ist es wieder auf höchstem Niveau. Und in Summe ist es ein spannendes Werk.


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Album-Daten

Titel: Vers la LUMIÈRE
Interpret: Jens Harald Bratlie
Genre: Klassik
Label: 2L
Jahr: 2016
Spielzeit: 55:47 min
Format: MQA (auch: FLAC 96/24, FLAC 192/24 und weitere)
Preis: 21,00 Euro
Zu finden bei 2L




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 2, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil



Abbildungen: 2L


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