Einfühlsam: Marc Coppey, Deutsches Symphonie Orchester – Dvořák, Bloch

Mark Coppey nimmt sich gemeinsam mit dem Deutschen Symphonie Orchester sehr einfühlsam den Werken von Dvořák und Bloch an

Mark Coppey nimmt sich gemeinsam mit dem Deutschen Symphonie Orchester sehr einfühlsam den Werken von Dvořák und Bloch an



hrm_logo_15x50Antonín Dvořák? Kennen Sie. Ernest Bloch? Kennen Sie auch? Sicher? Das ist nicht aber der Philosoph Ernst Bloch. Der hat ein “e” weniger und komponiert auch nicht. Was uns nicht weiter stören soll, seit sich der Cellist Mark Coppey zusammen mit dem Deutschen Symphonie Orchester unter Kiril Karabits seiner Angenommen hat. Und natürlich auch Dvořáks.

Fast eine Stunde und 10 Minuten unterhält Coppey mit sanftem Strich. Drei Stücke sind es, die er auf dem jetzt vorgestellten Album versammelt hat: Das Cello Concerto in b-Moll, Op. 104 sowie Klid, der fünfte Satz der Komposition Aus dem Bähmerwald, Op. 68, für die jeweils der romantische Tscheche verantwortlich zeichnet.

Das Album eröffnet aber mit Schelomo. Rhapsodie Hébraïque für Violoncello und Orchester von eben jenem Ernest Bloch, der nicht der Philosoph ist. Über 22.33 Minuten füllt die Komposition die Spanne von sanfter Ruhe über dramatisch erregte Passagen bis zum Ruhe sanft.

Schelomo ist König Salomon, und mit der Komposition schloss Bloch seinen Jüdischen Kreis, eine Reihe von Werken, mit denen er sich mit seinem Verständnis des Judentums auf der einen und seiner musikalischen Selbstfindung auf der anderen Seiten auseinander setzten. Schelomo gilt hierbei als Schlüssel, in dem sich die musikalische Stimme Blochs gefestigt formuliert.

Ursprünglich hatte Bloch übrigens vor gehabt, die Komposition mit einer Gesangsstimme zu flankieren – allerdings konnte er sich nicht entscheiden, in welcher Sprache der Text verfasst sein sollte. Derweil spielte sein Freund, der Cellist Alexandre Barjansky, mit derart musikalischer Finesse, dass Bloch schließlich den Gesangspart ersatzlos strich. Das Cello intonierte menschlich genug.

Was genau so ein Cello gesanglich zu bieten hat, lässt sich auch im Strich Marc Coppeys 100 Jahre nach der Premiere Schelomos nachverfolgen. Coppey lässt sein Instrument klagen, jubilieren, sich erregt äußern und entspannt plaudern. Dem steht das Deutsche Symphonie Orchester nicht nach und flankiert den Solisten wie aus einem Guss.

Dieser Güte an Klang und Interpretation erfreut sich auch Dvořák. Sein Klid ist ein sechsminütiges Kleinod an Klang, das weniger dramatisch als Schelomo, aber gleichfalls feinfühlig das Ohr erfreut.

Ganz anders verhält es sich da bei Dvořáks Cello Konzert in b-Moll, allerdings nur zeitlich: Über annähernd 40 Minuten entfalten sich ihre drei Sätze, aber die Spielgüte von Cellist und Orchester lassen nichts missen: Schon der Auftakt des Allegro ist ein fein ineinander verwobener und miteinander ausgerollter Klangteppich, dessen Fluss bis hinein in das Crescendo und wieder hinaus von hoher Kunst sprechen lässt.

Hilfreich ist hierbei allerdings auch die sensibel geführte Aufnahme, in der die Musiker sehr gut differenzierbar sind. angesiedelt auf einer orchestralen Bühne ist der Klangkörper in Breite und Tiefe sehr gut gestaffelt und fein differenzierbar. Coppey hebt sich etwas weiter vorn auf der Bühne positioniert von seiner Begleitung klar ab, ohne den räumlichen Kontakt zu verlieren oder in dramatischen Passage vom Orchster-Klang überspült zu werden.

Ein gelungenes Album, das durch seine Auswahl interessant und eines einfühlsame Interpretation zugleich entspannend ist. D’accord!


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Album-Daten

Titel: Dvořák: Cello Concerto & Klid – Bloch: Schelomo
Interpret: Marc Coppey, Deutsches Symphonie Orchester, Kiril Karabatis
Genre: Klassik
Label: Audite
Jahr: 2017
Spielzeit: 1.08:00 min
Format: FLAC 96/24
Preis: 16,50 Euro
Zu finden bei HighResAudio




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7

Technik-Tuning:
Geräte-Tuning: je 1 Albat Manufacturer Test Chip
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecherkabel-Tuning: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev

Raum-Tuning:
E-Smog: Kemp Elektronik Schumann Resonanz Plug
Strom: Gigawatt Sicherungs-Automat G-C20A
Strom: Gigawatt Steckdose G-044

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil



Abbildungen: Audite


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