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Caroll Vanwelde Sings Shakespeare Sonetts - Cover

Caroll Vanwelde sings Shakespeare Sonetts


hrm_logo_15x50 Vor einer Weile haben wir Caroll Vanweldens Album Shakespeare Sonetts 2 vorgestellt und dabei auf Album 1 verwiesen. Denn während das zweite Album die Frauen-Sonette vertont, hat das erste Album die Herren zu Wort kommen lassen. Und das mit ganz anderem Klang, der sich mir nicht gleich ins Ohr pflanzte. Bis heute Mittag. Aber der Reihe nach.

Nach der Besprechung der zweiten Gruppe von 16 Sonetten hatte mir Caroll auch ihr erstes Shakespeare-Album zugeschickt, quasi als Kontrastprogramm. „Nun gut“, dachte ich mir, „hörst’e mal rein.“ Das tat ich auch und fand, die 16 Songs des ersten Albums, die Männerstücke, sozusagen, wirkten nicht so leichtfüßig. Stimmt. Aber…

Das Erwachen ereilt einen manchmal durch Zufall. In diesem Fall war es der unbeabsichtigte Zufall, durch den Druck auf Play die Titel beider Alben zufällig gemischt vorgespielt zu bekommen. Spot the difference, hieß das Spiel für die nächsten knapp 120 Minuten. Zur Belohnung gab es interessante Erkenntnisse.

Das erste Album ist nicht einfach nur dunkler im Klangcharakter, gefühlt langsamer in der Dynamik, etwas dicker im Ton und ruppiger (oder bestimmter?) in der Rhythmik. Der Unterschied hat System, das sich aber erst im gemischten Doppel offenbart.

Ja, die Damen trillieren leichter, luftiger und im Ton weit gefächert. Ja, die Herren treten deutlicher auf, sind härter in der Sache, aber natürlich nicht ohne Ausnahme. Schließlich sind es Liebes-Sonette. Und spätestens bei The Marriage Of True Minds werden auch die Herren lockerer, beschwingter, temporeich und sanft. Da schnurrt das Ohr im Wohlgefühl.

Formal stehen Shakespeare Sonetts den Einspielungen von Shakespeare Sonetts 2 etwas nach. Die Bühne ist nicht so offen, die Klangvielfalt nicht so groß, die Rhythmusgruppe etwas kantiger – sie hat zwischen den Alben gewechselt. Trotzdem ist es eine tolle Aufnahme, denn der Klang hat – wie gesagt – System. Er ist Teil der Aussage und überträgt die Texte quasi in Noten. Sind die Alben für sich genommen schon klasse, gewinnen sie im bunten Mix abgespielt noch einmal deutlich hinzu. Ein überraschender Hörspaß.



Album-Daten

Titel: Carol Vanwelden Sings Shakespeare Sonetts
Interpret: Carol Vanwelden
Genre: Jazz / Crossover Jazz
Label: Jazznarts Records
Jahr: 2012
Spielzeit: 57:43 min
Format: FLAC 96/24
Preis: 17,50 Euro
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus 2, Amarra 3.0
Betriebssystem: OS X 10.7 Lion
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m; Straightwire USB-Link
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus 2, Amarra 3.0
Betriebssystem: OS X 10.10 Yosemite
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Jazznart Records

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