Denkste: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips

Die Albat LMC Loudspeaker Cable Chips sind selbst klebende Metallfolien, die den Klang positiv beeinflussen sollen

Die Albat LMC Loudspeaker Cable Chips sind selbst klebende Metallfolien, die den Klang positiv beeinflussen sollen



hrm_logo_15x50Vor einiger Zeit testete ich bereits die Albat Manufacturer Test Chips und schrieb, es gebe noch mehr, was in dem Umschlag lag, der mit der Post bei mir eingetrudelt war. Und Teil zwei der Lieferung waren Albat LMC Loudspeaker Cable Chips mit – ob man es glaubt oder nicht – Formula 1 proven Technology, wie die Aufschrift der gestreckten Sticker verspricht. Na dann geben wir doch mal Gas.


Allgemeines

Die Albat LMC Loudspeaker Cable Chips sollen analog zu den bereits getesteten Manufacturer Chips bei Geräten das Klangverhalten der Lautsprecher-Kabel beeinflussen. Das klingt mindestens so esoterisch wie die tiefgekühlte Laufrichtung von Kabeln und VooDoo-Puppen mit Beethoven-Perücke unter dem Sweet-Spot.

Um das additive Klangglück zu erzeugen, sind die Chips genannten Aufkleber informiert, will heißen, mit speziellen Frequenzen und Eigenschaften versehen, zu deren Details der Hersteller wie ein Gentleman genießt und schweigt.


Lieferumfang

Die Albat LMC Loudspeaker Cable Chips werden in einem transparenten Kunststoff-Tütchen als Vierer-Set geliefert. Ebenfalls im Tütchen befindet sich ein gefaltetes DIN A4 Blatt mit einigen grundlegenden Informationen.



Quartett im Tütchen: Die Albat LMC Loudspeaker Cable Chips gibt es als Vierer-Satz – macht für jedes Lautsprecher-Kabel zwei Sticker

Quartett im Tütchen: Die Albat LMC Loudspeaker Cable Chips gibt es als Vierer-Satz – macht für jedes Lautsprecher-Kabel zwei Sticker




Qualität und Verarbeitung

Qualitativ sind die Albat LMC Loudspeaker Cable Chips analog zu den Manufacturer Chips zu bewerten: Eine dünne aber stabile Metallfolie, die haltbar und flexibel wirkt und mit schwarzem Aufdruck versehen ist, der Aussparungen für die Beschriftung und den Albat Delphin lässt.

Das Format der LMC-Sticker beträgt 11 cm x 3 cm x hauchdünn. Das lässt auf eine gewisse Flexibilität schließen, die auch nötig ist, da Lautsprecher-Kabel fast nie schnurgerade appliziert werden.

Die Klebeschicht auf der Rückseite der Chips ist allerdings nicht sehr stark. Dazu später mehr.


Anwendung

Laut Beiblatt sollen die Chips von der Schutzfolie befreit werden und anschließend an die Kabel geklebt werden. Dafür gibt es natürlich auch eine Empfehlung: An jedes Ende eines Lautsprecher-Kabels kommt ein Alu-Sticker. Somit trägt jedes Lautsprecher-Kabel zwei Aufkleber – einen auf der Verstärker-Seite, einen auf der Seite des Boxen-Terminals.

Wer möchte, kann weitere Aufkleber in der gleichen symmetrischen Weise applizieren, dieses soll dann den Klang analog zum ersten Pärchen weiter verbessern.

Ob die Aufkleber längs oder quer aufgebracht werden, ist laut Heiko Albat übrigens egal. Hauptsache, sie kleben überhaupt am Kabel. Das soll’s dann bringen.

Also die Ohren gespitzt:


Wirkung

Weil ich (noch) nicht weiß, wie kräftig der Kleber der Albat LMC Loudspeaker Cable Chips ist, bin ich lieber vorsichtig und wähle den Weg der Wunderheiler: Erstmal Hand auflegen, in diesem Fall natürlich die LMC Chip. Und auch nicht aufgelegt, sondern mit Tesa-Streifen auf der Schutzfolie an die Lautsprecher-Kabel geklebt – einen an der Verstärker-, einen an der Boxen-Seite.



Erstmal vorsichtig: Damit die Kabel nicht eventuell Schaden nehmen, werden die Albat-Chips erst mal mit Tesa-Band befestigt

Erstmal vorsichtig: Damit die Kabel nicht eventuell Schaden nehmen, werden die Albat-Chips erst mal mit Tesa-Band befestigt



Die Wirkung lässt ein bisschen auf sich warten, scheint es. Die ersten Minuten passiert nämlich gar nichts. Nach einer Weile scheint sich ein leichter Schleier zu lichten, der Raum nimmt zu, die Räumlichkeit auch – holografisch heißt es dann in anderen Beschreibungen. Instrumente und Schallquellen lassen sich noch eine Spur besser lokalisieren, dazu klingen sie ruhiger, authentischer und ausgewogener.

Schön, könnte man denken, aber für 119 Euro den Vierer-Satz scheint das etwas dünn. Aber bevor ich vorschnelle Schlüsse ziehe, dürfen die Chips noch ein paar Tage länger an den Kabeln bamseln. Macht ja keinen Schaden.

Und in der Tat wird über die Tage der Klang noch etwas ruhiger, etwas feiner, etwas fülliger, etwas balancierter, räumlicher, lokalisierter. Aber eben nur etwas. Und die Frage bleibt: Lohnt sich die Ausgabe? Nun ja…


…und wieder weg damit

Nach dem gefühlt leichtgewichtigen Ergebnis zog die die Tesa-Prothesen wieder ab. Und siehe da: Die Lokalisierung war plötzlich gar nicht mehr so sauber, Brooke Sharkey sang auf einer deutlich schmaleren Bühne, mit weniger Fülle, gekapptem Bass, einer Gitarre ohne Körper und die vielen feinen Gesangs-Transienten und -Spielereien soffen in einem Allgemein-Genuschel ab – zumindest gefühlt.

Das meiste, was vorher angenehm zu hören war, schien plötzlich schüchtern, matt und ohne Esprit. Nicht direkt flach, aber die Nuancen platt gebügelt und dem Schimmer das Licht ausgeknipst. Das ist es nun auch nicht wirklich, selbst wenn sich nach einigen Tagen die Wahrnehmung der neuen Situation anpasst – irgendwas fehlte. Also: Aufkleber wieder dran, aber dieses mal richtig.


Jetzt mal richtig

Um die Aufkleber richtig aufkleben zu können, müssen sie natürlich von Ihrer Schutzfolie gelöst werden. Und hier wartet die erste Überraschung: Waren die Albat Manufacturer Chips eine durchgehende und vollflächig klebende Alufolie, sind die Albat LMC Loudspeaker Cable Chips gestreift – klebendes Alu, nicht klebender schwarzer Kunststoff, klebendes Alu.



Alu, Kunststoff, Alu. Oder: Klebt, klebt nicht, klebt auch. Die Albat LMC Loudspeaker Cable Chips sind anders aufgebaut als die Albat Manufacturer Test Chips

Alu, Kunststoff, Alu. Oder: Klebt, klebt nicht, klebt auch. Die Albat LMC Loudspeaker Cable Chips sind anders aufgebaut als die Albat Manufacturer Test Chips



Die zweite Überraschung tut sich beim Versuch auch, die Lautsprecher-Chips auf das Lautsprecher-Kabel zu kleben. Denn das Straight Wire Meolody ist ein ziemlich steifes Ding mit einer fein rauen Oberfläche. Dass der Kleber der Albat-Chips von der rücksichtsvollen Fraktion ist, hilft da genau so wenig, wie die relative Steifigkeit ihrer Metallfolie. Es passierte, was so nicht geplant war (jedenfalls nicht von mir): Der erste Chip legte sich rund um das eingesteckte Kabel auf der Boxen-Seite, zeigte mir für einen Moment, wie hübsch das aussehen kann, und hopste dann von dannen.

Da hilft nur der Griff zur Tesa-Rolle, sagte ich mir selbst und holte das transparente Allzweck-Adhäsiv. Für den zweiten Versuch zog ich das Kabel aus der Box und versuchte, es möglichst gerade und gestreckt zu halten, während ich den Folien-Aufkleber aus dem Hause Albat längs und damit vollflächig anbrachte. Anschließend noch die einander gegenüber liegenden offenen Enden mittels Beiersdorfer Halteband aneinander ketten, schon war der erste kleine Erfolg erzielt.

Nach dreifacher Wiederholung dieses kleinen Stunts folgte der Moment der Wahrheit: Alle Bananen-Stecker wieder zurück an ihre Kontaktstellen, die Ausgänge am Verstärker wieder aktivieren und ein erstes Lied starten: Christian Grøvlen durfte in die Tasten greifen und Johann Sebastian Bachs Chromatic Fantasia und Fuge in B minor BV 903 – Fantasia aus dem Album Inside Polyphony vortragen, das ich schon die ganzen Tage davor im Zuge einer Rezension gehört hatte. Das Resultat war verblüffend:



Richtig herum und trotzdem mit Tesa: Die Albat LMC Loudspeaker Cable Chips kleben zwar selbst, aber erst ein zusätzlicher Streifen Tesa hält sich zuverlässig auf dem Kabel fest

Richtig herum und trotzdem mit Tesa: Die Albat LMC Loudspeaker Cable Chips kleben zwar selbst, aber erst ein zusätzlicher Streifen Tesa hält sich zuverlässig auf dem Kabel fest



Unmittelbar stand ein anderer Klang im Raum. Luftig und frisch kam der Flügel aus dem Boxen geflattert, entspannt und natürlich im Klang, offen und strukturiert die Bühne, harmonisch das Gesamtgebilde aus Diskant, Mitten und Bass. Wobei der eigentliche Charme darin lag, dass dies alles bei Zimmerlautstärke mit Spitzenwerten von 60 dB passierte. Hier verhalten sich die HD 311 Retro sonst eher zurückhaltend und fordern mehr Leistung für mehr Klang.

Als sie den bekamen, öffneten sich Tür und Tor noch weiter. So offen und sortiert habe ich Your Tomorrow von Brooke Sharkey bisher nicht gehört, jedenfalls nicht aus meinen Boxen. Detailfülle fast auf Kopfhörer-Niveau, ohne mit der Lautstärke das Dach abdecken zu wollen. Dazu eine wesentlich entspanntere Präsentation, gelassener und offener mit einer erstaunlich holografischen Bühne.

Als nächstes durfte Seiji Ozawa mit dem Mito Chamber Orchestra den 3. Satz Scherzo Allegro aus Beethovens Symphony No. 5 in C minor Op. 67 intonieren. Und auch hier: Ein sattes Bassgefüge, darüber klare Hörner, die sich fantastisch von den Streichern trennten, ohne die tonale Einheit aufzugeben. Und die dynamischen Passagen spritzig und munter, präzise ohne Schärfe, weniger spitz als bisher, aber auch nicht plan geschliffen.

Wenn es um Ortung geht, ist Cluster One von dem Pink Floyd Album The Division Bell eine Idee. Auch hier: Mehr Raum, offener, klare Position der Instrumente, die gewollte Wanderung des Synthesizers zu Beginn ausgenommen, die sich prima verfolgen lässt. Der Sound von Gitarre, Piano und Co waren auch hier fülliger, wärmer und realistischer als bisher.

John Metcalfe reduzierter mit Appear die Klangwelt auf Piano und Violine, wobei hier der Anstrich im zweiten Durchgang besonders spannend ist, da der Bogen auf der Saite zittert und feine Transienten das Ohr erfreuen. Das klappte jetzt auch bei mittlerer Lautstärke über die Boxen. Wiederum mit Leichtigkeit, unangestrengt, entspannt und wie direkt im Raum platziert.

Zum Schluss der ersten Session durften Nautilus mit Nautiloid Quest noch ein bisschen das Bassfundament ausloten. Resultat: Schön knurrig und gesättigter als bisher, wobei mir auch das schon gut vorkam. Aber wie das so ist: Der Feind des Guten ist das Bessere. Und das hier ist besser, eindeutig und durch das gesamte Lautstärke-Band, was besonders die Leise-Hörer freuen wird.


Fazit

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Und die Ratgeberin der Feiglinge ist sie in diesem Fall auch: Die Albat LMC Loudspeaker Cable Chips sollten nicht testweise verkehrt herum angebracht, sie müssen direkt und richtig herum aufgeklebt werden, auch wenn Assistenz-Tesa nötig sein sollte. Die Entschiedenheit belohnen die LMC Loudspeaker Chips unmittelbar durch Zugewinn im Klang auf allen Ebenen: Raum, Bühne, Offenheit, Natürlichkeit, Ausgewogenheit, Musikalität, Geschmeidigkeit, Entspanntheit und Fluss.

Als Natalie Merchant aus ihrem gleichnamigen Album den Song Maggie Said anstimmte, öffnete ich ob der körperhaften Direktheit ihrer Stimme überrascht die Augen – und blicke auf mein Rack, was mich für einen Moment irritiert, so klar wirkte die Präsenz der Sängerin. Was mich daran erinnerte: Am Ende ist alles nur klingende Illusion. Damit sie funktioniert, bedarf sie aber exzellenter Reproduktion. Die Albat LMC Loudspeaker Cable Chips helfen hierbei definitiv.


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Produkt-Daten

Produkt: Klang-Optimierer
Hersteller: Albat Energy
Modell: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Besonderheit: informierte Metallfolie, selbstklebend
Maße: 11 x 3 cm
Preis: 119,00 Euro (4-er Pack)
Hersteller-Website: Albat Energy




Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Technik-Tuning:
Geräte-Tuning: je 1 Albat Manufacturer Test Chip
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecherkabel-Tuning: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev

Technik-Tuning:
Geräte-Tuning: je 1 Albat Manufacturer Test Chip
Mac-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL1
DAC-Tuning: Aqvox USB Detoxer Terminator QL2
DAC-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (1 St.)
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (3 St.)
Amp-Tuning: inakustik Referenz High Tech Gel-Absorber
Amp-Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Lautsprecherkabel-Tuning: inakustik Referenz Cable Base
Lautsprecherkabel-Tuning: Albat LMC Loudspeaker Cable Chips
Lautsprecher-Tuning: TritonAudio NeoLev

Raum-Tuning:
E-Smog: Kemp Elektronik Schumann Resonanz Plug
Strom: Gigawatt Sicherungs-Automat G-C20A
Strom: Gigawatt Steckdose G-044

Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 3, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.11.6 El Capitan
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Beyerdynamic Xelento Remote
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: HighResMac/Tom Semmler

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