Deep Purple – Made in Japan Deluxe Edition – Review

Deep Purple - Made In Japan Deluxe Edition

Deep Purple – Made In Japan Deluxe Edition



hrm_logo_15x50Über Deep Purple braucht kein Wort mehr gesagt zu werden. Und zu ihrem Album Made in Japan von 1973 wohl auch nicht. Beides sind Klassiker, und vier der sieben Songs auf dem Live-Album sind noch bekannter als Ihre Urheber: Smoke on the Water, Highway Star und Space Truckin’ ebenso wie Child in Time (fast ein bisschen die Mutter aller Screaming-Songs, Chester). Jetzt hat Universal Music das Album in High-Res Qualität neu aufgelegt, als FLAC 96/24 und mit jedem Stück zwei Mal: Im Original-Master und als Re-Master. Ein Gewinn?

Es ist schon einmal sehr positiv, dass dieser Rock-Klassiker überhaupt in einem hochauflösenden Dateiformat angeboten wird. Dass er in zwei akustischen Versionen auf dem selben Album zu haben ist, macht es noch spannender. Klingt die alte Aufnahme älter? Vielleicht sogar verstaubt? Oder überzieht es die neue Abmischung mit Cleaness und Präzision, die einer Hammond-Orgel ebenso wenig in die Gene gelegt wurde wie einer Stratocaster oder Ludwig-Drums mit immensen Kesselmaßen? Um es kurz zu machen: Es kommt drauf an.

Woraus es ankommt, ist neben der eigenen Hardware, den Kabeln und Lautsprechern auch die Erwartung. Wer bevorzugt mit Vinyl und über Röhren seinen Ohrenschmaus zu sich nimmt, wird die alte Abmischung lieben. Wer es auf Details und Genauigkeit absieht, wird per se für die neue Abmischung votieren. Doch auch dann passt nicht immer alles perfekt ins Erwartungs-Schema.

Tatsächlich klingt die Original-Abmischung etwas dumpfer, aber auch wärmer. Die neue Abmischung ist mit deutlich mehr Höhen versehen, was mitunter auf Kosten der Mitten zu gehen scheint und teilweise etwas übertrieben klingt. Mit geänderter Phase des Signals – am Dac Macig Plus linear, minimal oder steil – wird manches von diesem Effekt aber wieder gemildert, so dass die Wahl der besten Kombination von Aufnahme, Einstellungen der Technik und Einstellung der Ohren zu Beginn deutlich mehr Zeit einfordert als der reine Genuss. Deutlich werden aber im Vergleich der beiden Versionen die Limitationen von Aufnahmetechnik anno 1973 – es ist einfach nicht so viel drin wie heute, mehr als 40 Jahre später. Was dann aber auch wieder ein bisschen der Charme an der Sache ist, respektive am Album.

Nach reichlich probieren und spielen und testen und hören und vergleichen und wieder spielen kann ich zumindest in meinem Fall Entwarnung geben: Mein Favorit bleibt eindeutig die ursprüngliche Fassung, trotz Tokioter Verstärkerbrummen und weniger transparentem Klangbild. Ein solches ist bei Rock meiner Erfahrung nach aber ehedem eine akademische Erwartung, denn Transparenz und Bühne im Sinne klassischer oder Jazz-Musik gibt es weder in Übungsräumen noch in Konzerthallen. Dafür jede Menge Power und Zunder. Und zündeln tun Deep Purple auch mit 96 kHz und 24 Bit ganz ohne Frage.



Album-Daten

Album: Made in Japan Deluxe Edition
Interpret: Deep Purple
Genre: Rock / Classic Rock
Label: Universal / EMI
Jahr: 1973 / 1989 / 2014
Spielzeit: 2:32:23 min
Format: FLAC 96/24
Preis: 30 Euro
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Ocella Music

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