d’Accord: Khatia Buniatishvili – Kaleidoscope

Khatia Buniatishvili – Kaleidoscope

Khatia Buniatishvili – Kaleidoscope


hrm_logo_15x50Und noch mal die Bilder einer Ausstellung. Zur Abwechslung Pianoversion. Lacht da jemand? Irgendwie zwischen mitleidig und gelangweilt? Wäre verständlich, wäre da nicht dieses Album, das dann doch etwas anders ist als der 08/15-Brei des Mussorgsky-Klimper-Einerlei.

Zu verdanken haben wir das Khatia Buniatishvili, die Modest Mussorgsky auf ihrem jüngsten Album Kaleidoscope eine andere Note abgewinnt. Feinfühlig und filigran geht sie mit den Kompositionen um. Schon der Auftakt Promenade ist eine Gerhörgangfreude:

Fast fragend und vorsichtig die ersten Töne, dann sich zielstrebig aber dezent fortbewegen – ganz so wie ein beeindruckter und respektvoller Kunstfreund durch eine Ausstellung alter Meister schreiten würde. Und beim ersten Werk innehaltend vom Gnomus bucklig und emsig umhuscht würde.

Der Weg geht weiter, das alte Kastell Il Vecchio Castello erscheint. Etwas vergessen, in der Ferne, angegraut und doch erhaben zeigt es sich dem Betrachter und führt es Buniatishvili über die Musik vor Augen.

Wie gekonnt sich mit den Kompositionen des russischen meistens umzugehen vermag, zeigt sich in jeder neuen Promenade, die Mussorgsky in Variation zwischen seine zehn Bilder gestreut hat. Die Pianistin gibt jedem seinen eigenen Charakter, und zwar unverwechselbar, wie eigene Persönlichkeiten. Dazu gehört schon ein bisschen.

Als Zugabe gibt es La valse von Maurice Ravel, ebenso mit Feingefühl interpretiert. Musikalisch munter perlt der Walzer aus dem Klavier, beschwingt und frisch, dass es in den Füßen zuckt. Kann Sie nicht anders? Schon die kräftigen Passagen ab Minute 3:20 zeugen von entschlossenem Zugreifen. Und dass Buniatishvili auch dieses beherrscht.

Die letzten drei Stücke des Albums unterstreichen das deutlich: Three Movements from Petrushka heißt die Titelklammer, Russian Dance, Petrushka’s Room und The Shrovetide Fair die einzelnen Titel. Der Komponist: Igor Stravinsky. Da geht es erstmal auf’s Ganze, bevor die sensibler Feinarbeit gefordert ist. Um dann gegen die nächsten heftigen Passagen eingetauscht zu werden. Stravinsky mag es dann doch eher beherzt. Entschlossen. Pointiert und aussagestark. All das beherrscht Buniatishvili, wie auch die zärtlichen und verspielten Momente in Petrushka’s Room. Womit Buniatishvili dann auch den Zuhörer beherrscht.

D’accord!


Album-Daten

Titel: Kaleidoscope
Interpret: Khatia Buniatishvili
Genre: Klassik
Label: Sony Classical
Jahr: 2016
Spielzeit: 60:49 min
Format: FLAC 96/24
Preis: 15 Euro
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Sony Classical

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