Caroll Vanwelden Sings Shakespeare Sonnetts 2

Caroll Vanwelden Sings Shakespeare Sonnetts 2

Caroll Vanwelden Sings Shakespeare Sonnetts 2


hrm_logo_15x50„Dost thou attend me?“, fragt Prospero in Shakespeares Drama The Tempest. „Hörst du mir zu?“ – „Passt du auf, was ich sage?“ – „Bist du ganz Ohr?“ Letzteres lohnt sich in jedem Fall für Shakespeare, aufbereitet von Caroll Vanwelden. Die belgische Sängerin hat sich den Sonetten des englischen Meisterdichters angenommen. Und eine meisterliche Vertonung hingelegt.

Gleich zur Begrüßung gibt es ein Flügelhorn. Das wäre nichts besonderes, wäre nicht der Klang in einem Grad authentisch, dass einem der Atem stockt. Bis sich der Mund zu einem wohligen Grinsen verzieht. Let those who are in favour! Klanglich ist hier viel zu erwarten.

Der schnurrendes Kontrabass in If my dear Love, das füllige Piano und der bogengerotzte Kontrabass in Since Brass nor Stone, die zusätzlich von heftigem Besenspiel befeuert werden. Und natürlich flächendeckend Caroll Vanweldens Gesang. Wäre nicht ihr „s“ so scharf… – doch Moment. HighRes ist gnadenlos, aber manchmal liegt es auch an der Kette des Rezensenten. Mit einem getauschten Kabel vom Mac zum DAC ist das scharfe „s“ abgefangen, ohne dass die Gesamtbrillanz leidet. Und das ist gut so.

Shakespeares Sonnetts 2 ist ein wunderschön dynamisches, musikalisches und jazziges Album, mit dem Vanwelden die Liebesdichtung aus dem 16. Jahrhundert mit einem Klangkleid des 21. Jahrhunderts verschmilzt, ohne dass der Dichter aus allen Wolken gefallen wäre. Und das liegt weniger daran, dass Shakespeare selber ein bisschen Grenzübertreter war.

Vanwelden macht keine Show auf anderer Künstler Kosten. Sie nimmt sich lieber die Worte zu Herzen, was ihr nicht schwer fällt, denn sie hat an der Guildhall School Of Drama in London studiert.

Vanwelden erzählt und erlebt die Texte, illustriert sie klanglich und macht ihre Inhalte spürbar. Sie folgt dabei der Sprachmelodie der Verse Shakespeares. Und: Vanwelden hat es nicht eilig. Klang und Bedeutung können sich parallel entfalten. Und zwischendrin gibt es wunderschöne Solo-Passagen, so beispielsweise in O From what Power von dem schon erwähnten sachten Flügelhorn.

Für ihr zweites Album mit Sonetten Shakespeares hat sich Vanwelden nicht erneut die Lyrik an den Fair Boy ausgesucht, sondern die Gedichte an die Dark Lady, die nicht immer perfekte, aber stets verzückende irdische Geliebte. Die Sängerin und Pianistin degustiert das Liebesglück und -leid in 92 kHz in 24 bit. Insgesamt 16 Stücke vereint sie auf dem Album und liefert fast genau eine Stunde abwechslungsreiche und sehr ansprechende Musik mit einem mitreißenden Stück fast zum Schluss: The Little Love God. In jedem Fall ein Ohrentipp.



Album-Daten

Titel: Carol Vanwelden Sings Shakespeare Sonnetts 2
Interpret: Carol Vanwelden
Genre: Jazz / Crossover Jazz
Label: Jazznarts Records
Jahr: 2014
Spielzeit: 59:25 min
Format: FLAC 96/24
Preis: 17,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio



Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus 2, Amarra 3.0
Betriebssystem: OS X 10.7 Lion
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m; Straightwire USB-Link
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus 2, Amarra 3.0
Betriebssystem: OS X 10.10 Yosemite
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Jazznart Records

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