BBC Symphony Orchestra – Cello Concerto

bbc_symphony_orchestra_cello_concerto

hrm_logo_15x50Schon die ersten Bogenstriche lassen aufhorchen. Dynamisch und akzentuiert setzt das Cello sein Statement, unterfüttert von unisono gestrichenen Kontrabässen: „Hört her! Hier geht’s ums Ganze!“ Das ging es Elgar tatsächlich, als er sein Cello Konzert Op. 85 komponierte, als Aufarbeitung des 1. Weltkriegs. In einer neuen Einspielung des BBC Symphony Orchestras unter der Leitung von Jiří Bělohlávek interpretiert Cellist Jean-Guihen Queyras das Konzert, wie vordem schon Pablo Caslas und Jacqueline du Pré. Und Queyras tut es mit ähnlichem Erfolg.

Dem alarmierenden Auftakt folgt Elegie. Weite Klangbögen mit breiter Orchestrierung im Wechsel mit sich selber ausdünnenden und doch wieder kräftig ankämpfenden Solopassagen klagen melodisch über Zerstörung, Tod und verlorene Jahre. Jiří Bělohlávek versteht es, seinen Klangkörper so zu führen, dass er dem Cello Jean-Guihen Queyras die nötige Freiheit lässt und ihn zugleich so gekonnt mit Dynamik, Klangfülle und Verve flankiert, dass die Musik förmlich spricht. Die Musiker fangen die Emotionalität, die sich in den Noten verbirgt, aus hohem Niveau ein, sie zeigen Virtuosität aber auch in Kleinen. So fließt Satz 1 von Elgars Cello Concerto nahtlos über in Satz 2 und führt quasi das Gespräch über die Grenzen hin fort.

Von entsprechender Güte sind auch die Aufnahmen von Tschaikovskys Variations on a Rocco Theme. Die acht Variationen sind munter und unterhaltsam eingespielt und von gleicher Güte, wie die Elgar-Komposition. Insbesondere die detaillierte und sehr gut lokalisierbare Orchestrierung machen Freude, ihre Bühne wirkt in Breite und Tiefe sehr realistisch. Das gilt ebenso für Rondo, Op. 94 und Klid, Op. 68,5 von Antonin Dvořak.

Die Fülle an Klanggut verschafft den Tontechnikern ein überfälliges Lob: Was die Aufnahme sehr hörenswert macht, ist auch diese hohe Intimität, die den Machern am Mischpult gelungen ist. Die Präsenz des Cellos, die Fülle des Orchesters und die großartige Transparenz des gesamten Klangbildes sind ein Genuss, und das, obwohl die Einspielung mit nur 44,1 kHz/24 Bit daher kommt und somit nur knapp über CD-Qualität liegt.

Fazit
Das BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Jiří Bělohlávek hat gemeinsam mit dem Cello-Solisten Jean-Guihen Queyras ein sehr feinfühlig und ausdrucksstarkes Album aufgenommen. Die Darstellung der Musik glänzt durch Können statt Pomp, ohne dabei an akustischer Fülle zu sparen. Die breite und Ausgewogenheit des Klanges würde manch andere Einspielung auch gut zu Gesicht stehen. Dann hätten wir viel öfter: Klasse Klassik.


Album-Daten

Titel: Cello Concerto
Interpret: BBC Symphony Orchestra
Genre: Klassik
Label: Harmonia Mundi
Jahr: 2013
Spielzeit: 1.00:41 min
Format: FLAC 44,1/24
Preis: 15,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio


Audio-Setup

Rechner: Mac Mini 1,83 GHz Intel Core 2 Duo
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.6 Snow Leopard Server
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 1,7 m
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Boxen: Hans Deutsch Light Style 2
LS-Kabel: Straight Wire Melody

Rechner mobil: MacBook white
Software: Audirvana Plus, Pure Music
Betriebssystem: OS X 10.9 Mavericks
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: Society of Sound

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