Authentisch: Bill Evans – Live At Art d’Lugoff’s Top of the Gate (Remastered)

Bill Evans – Live At Art d’Lugoff’s Top of the Gate (Remastered)

Sensibel in die Neuzeit überführt: Bill Evans – Live At Art d’Lugoff’s Top of the Gate (Remastered)



hrm_logo_15x50Der Klang wirkt belegt. Die rechte Tastenhälfte des Pianos wie gekappt im oberen Frequenzspektrum, das Schlagzeug zurückhaltend stumpf, der Kontrabass etwas mittenbauchig. Und das alles ist gut so, denn so klingt der Jazz der 60-ger tatsächlich noch. Kein diskantberauschtes Dauerstakkato, das an Ohren und Nerven gleichermaßen zerrt. Kein basssatter Dauerschlag in die Magengegend, weil das halt en vogue ist. Einfach echte Instrumente, zeitgemäß, mit damals aktueller Technik aufgenommen: Bill Evans – Live At Art d’Lugoff’s Top Of The Gate.

Virtuos und entspannt swingt sich das Trio fast genau 90 Minuten durch 17 Genre-Klassiker: Neben dem Opener ‘Round Midnight zum Beispiel Autumn Leaves und My Funny Valaentine. Sie gehören ebenso dazu wie Gone With The Wind oder In A Sentimental Mood.

Geboten wird erstklassiger, swingender und munterer Jazz in Reinform. Ob mit Up-tempo und fingerflinkem Basssolo von Eddy Gomes bei Witchcraft. Oder mit munter harmonisch ineinander verwobenem Zusammenspiel des Trios bei ‚Round Midnight (Take 1) – die Güte der Musiker steht so wenig außer Frage wie die Güte des Albums, das 1968 erstmals auf zwei Vinylscheiben erschein.

Nun liegt es als DSD 64 oder – wie für uns Rezensenten – als FLAC 96/24 vor. Dazu Remastered. Macht das der Güte des Albums einen Abbruch? Nein. Charmant ist die Aufnahme nach wie vor, obwohl sie jetzt in optimierten Bits & Bytes daher kommt.

Die Toningenieure waren zum Glück so clever, die Atmosphäre zu erhalten und lediglich die Transparenz zu verbessern. Sie haben sogar darauf verzichtet, Frequenzbänder künstlich anzuheben, um beispielsweise die Höhen durchhörbarer zu machen. Solche Experimente enden ja meist in aseptisch klingenden Echos einstiger Klangschätze.

Die Devise war stattdessen, so scheint es, Authentizität zu erhalten und die Aufnahme hierbei nicht wehrlos den Möglichkeiten heutiger HiFi-Gerätschaften auszuliefern. Also technische Missständen abhelfen, Störgeräusche ausfiltern, vorhandene Detailfülle heben, wo und falls möglich.

Wer die alten Jazzklassiker auf schwarzen Scheiben schätzt, deren Knacksen dagegen nicht, und wem die Dynamik und Feinheit seiner alten Bill Evans Scheibe in den vergangen fast 50 Jahren zu sehr verloren gegangen zu sein scheint, sollte ein Ohr an die Darbietung halten. Denn auch wenn sie digital remastered ist, bleibt sie weiterhin echt.

Glück gehabt!


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Album-Daten

Titel: Live At Art d’Lugoff’s Top of the Gate (Remastered)
Interpret: Bill Evans with Eddie Gomez & Jack deJohnette
Genre: Jazz
Label: 2xHD – Naxos
Jahr: 1968 / 2017
Spielzeit: 1.29:43 min
Format: FLAC 96/24 / DSD 64
Preis: 24,00 Euro / 27,00 Euro
Zu finden bei HighResAudio





Audio-Setup



Rechner stationär: Mac mini
Software: Audirvana Plus 2, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC stationär: Cambridge Audio DacMagic Plus
Kabel Mac > DAC: Straight Wire USB
Kabel Dac > Amp: Aqvox NF-Kabel OFC-Kupfer Cinch/Cinch
Verstärker: Yamaha A-S 1000
Amp-Tuning: Audio Exklusiv Silentplugs RCA (4 St.)
Netzkabel: Aqvox Netzkabel
Boxen: Hans Deutsch HD 311 Retro
LS-Kabel: Straight Wire Melody
Kopfhörer: Koss ESP 950, Bowers & Wilkins P7



Rechner mobil: MacBook
Software: Audirvana Plus 2, Pure Music
Betriebssystem: OS X Yosemite 10.10.5
DAC mobil: Meridian Explorer
Kabel Mac > Dac: Aqvox High-End USB-Audiokabel 12 cm
Kopfhörer: Koss Porta Pro, Bowers & Wilkins P7
Add-on: Aqvox USB-Low-Noise-Linear-Netzteil


Abbildungen: 2xHD – Naxos

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